Oberlandesgericht Braunschweig

Der Pflichtteils(ergänzungs)anspruch – und der Streit­wert von Kla­ge und Widerklage

§ 45 Abs. 1 Satz 3 GKG fin­det dann kei­ne Anwen­dung, wenn mit Kla­ge und Wider­kla­ge ledig­lich Teil­an­sprü­che aus dem­sel­ben Rechts­ver­hält­nis her­ge­lei­tet wer­den, die sich recht­lich zwar wech­sel­sei­tig aus­schlie­ßen, wirt­schaft­lich aber nicht über­schnei­den. Dies ist bei einer Kla­ge auf wei­te­re Pflicht­teils­zah­lung und einer Wider­kla­ge auf Rück­zah­lung über­zahl­ten Pflicht­teils­an­spruchs der Fall. Eine Kla­ge auf

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Amtsgericht

Bestel­lung eines Abwe­sen­heits­pfle­gers für einen Pflichtteilsberechtigten

Der Erbe ist gegen die gericht­li­che Bestel­lung eines Abwe­sen­heits­pfle­gers für einen Pflicht­teils­be­rech­tig­ten nicht beschwer­de­be­rech­tigt. Nach § 59 Abs. 1 FamFG steht die Beschwer­de dem­je­ni­gen zu, der durch den Beschluss in sei­nen Rech­ten beein­träch­tigt ist. Die Vor­schrift erfor­dert eine Beein­träch­ti­gung eige­ner Rech­te, wel­che von blo­ßen recht­li­chen Inter­es­sen zu unter­schei­den sind. Über den

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LG Bremen

Die Kla­ge des Pflicht­teils­be­rech­tig­ten – und der Testamentsvollstrekcer

Gemäß § 2213 Abs. 1 Satz 3 BGB kann ein Pflicht­teils­an­spruch fer­ner, auch wenn dem Tes­ta­ments­voll­stre­cker die Ver­wal­tung des Nach­las­ses zusteht, nur gegen die Erben gel­tend gemacht wer­den. Die­se Kla­ge kann indes­sen mit einem Anspruch gegen den Tes­ta­ments­voll­stre­cker auf Dul­dung der Zwangs­voll­stre­ckung ver­bun­den wer­den, um gemäß § 748 Abs. 3 ZPO eine Voll­stre­ckung in

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Friedhof

Grab­pfle­ge­kos­ten

Grab­pfle­ge­kos­ten sind kei­ne Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten im Sin­ne von § 1968 BGB. Eine in einer letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung ent­hal­te­ne Auf­la­ge des Erb­las­sers an die Erben zur Grab­pfle­ge führt nicht zu einer Kür­zung eines Pflicht­teils­an­spruchs. Die Kos­ten für die Grab­pfle­ge sind im Rah­men der Berech­nung des Pflicht­teils­an­spruchs gemäß § 2311 BGB nicht als Nachlassverbindlichkeiten

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Grabplatte

Der Zusatz­pflicht­teil – und sei­ne Berechnung

Mit der Berech­nung des Zusatz­pflicht­teils gemäß § 2305 BGB hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen: Der Gel­tend­ma­chung des Zusatz­pflicht­teils gemäß § 2305 BGB steht nicht ent­ge­gen, dass der Klä­ger die Erb­schaft nicht aus­ge­schla­gen hat. Dies ist bei § 2305 BGB im Gegen­satz zu § 2306 BGB nicht erfor­der­lich. Bei

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Testament

Die unzu­mut­ba­re Teil­ha­be am Erbe

Es besteht kein Anspruch auf den Pflicht­teil, wenn die Teil­ha­be an dem Erbe für den Erb­las­ser nicht zumut­bar ist. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall einem Mann, der zur­zeit in der JVA Mep­pen ein­sitzt, kei­ne Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine Kla­ge gewährt, in der es um seine

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Grabplatte

Erb­schaft­steu­er – und die Gel­tend­ma­chung des Pflicht­teils­an­spruchs nach dem Tod des Pflichtteilsverpflichteten

Im Erb­schaft­steu­er­recht gel­ten die infol­ge des Erb­an­falls durch Ver­ei­ni­gung von Recht und Ver­bind­lich­keit oder von Recht und Belas­tung zivil­recht­lich erlo­sche­nen Rechts­ver­hält­nis­se gemäß § 10 Abs. 3 ErbStG als nicht erlo­schen. Die­se Fik­ti­on umfasst auch das Recht des Pflicht­teils­be­rech­tig­ten, der Allein­er­be des Pflicht­teils­ver­pflich­te­ten ist, die Gel­tend­ma­chung des Pflicht­teils fik­tiv nach­zu­ho­len. Die Fiktion

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Notar

Die Aus­kunfts­pflicht des Erben – und ihre Vollstreckung

Bei der Ver­pflich­tung des Erben gegen­über dem nicht zum Erben beru­fe­nen Pflicht­teils­be­rech­tig­ten zur Aus­kunfts­er­tei­lung über den Bestand des Nach­las­ses durch Vor­la­ge eines Ver­zeich­nis­ses der Nach­lass­ge­gen­stän­de gemäß § 2314 Abs. 1 Satz 1 BGB han­delt es sich um eine unver­tret­ba­re Hand­lung, die nach § 888 Abs. 1 ZPO zu voll­stre­cken ist. Dies gilt auch

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Landgericht Hamburg

Pflicht­teils­er­gän­zungs­an­spruch – wegen Schen­kun­gen an den Ehegatten

§ 2325 Abs. 3 Satz 3 BGB bewirkt kei­ne ver­fas­sungs­recht­lich nicht gerecht­fer­tig­te Ungleich­be­hand­lung von Schen­kun­gen an Ehe­gat­ten und Schen­kun­gen an Drit­te, ins­be­son­de­re nicht­ehe­li­che Lebens­ge­fähr­ten und Kin­der, im Rah­men der Pflicht­teils­er­gän­zung. Dies gilt auch, soweit der beschenk­te Ehe­gat­te selbst dem Pflicht­teils­er­gän­zungs­an­spruch als Schuld­ner aus­ge­setzt ist. Der Gesetz­ge­ber durf­te im Rah­men sei­nes Beur­­tei­­lungs- und Gestaltungsspielraums

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Verwaltungsgericht Köln / Finanzgericht Köln

Die Schul­den des Pflichtteilsberechtigten

Kann eine Erbin gegen­über einem Pflicht­teils­an­spruch mit einer zum Nach­lass gehö­ren­den Dar­le­hens­for­de­rung gegen den Pflicht­teils­be­rech­tig­ten auf­rech­nen, muss sie kei­nen Pflicht­teil zah­len. In dem hier vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Rechts­streit ging es um einen Rechts­streit zwi­schen zwei Geschwis­tern. Der Bru­der ver­lang­te von sei­ner Schwes­ter den Pflicht­teil nach der im Sep­tem­ber 2011

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Ver­zicht auf einen künf­ti­gen Pflicht­teils­an­spruch – und die Erb­schaft­steu­er auf die Abfindung

Die Besteue­rung der Abfin­dung, die ein künf­ti­ger gesetz­li­cher Erbe an einen ande­ren Erben für den Ver­zicht auf einen künf­ti­gen Pflicht­teils­an­spruch zahlt, rich­tet sich – Abwei­chung von der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs – nach der zwi­schen den Erben maß­ge­ben­den Steu­er­klas­se. Vor­er­wer­be vom künf­ti­gen Erb­las­ser sind nicht zu berück­sich­ti­gen. Ver­zich­tet ein gesetzlicher

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Der nicht gel­tend gemach­te Pflicht­teils­an­spruch – und sei­ne Besteuerung

Ein vom Erb­las­ser nicht gel­tend gemach­ter Pflicht­teils­an­spruch gehört zum Nach­lass und unter­liegt beim Erben der Besteue­rung auf­grund Erb­an­falls. Auf die Gel­tend­ma­chung des Pflicht­teils­an­spruchs durch den Erben kommt es nicht an. Damit ent­steht die Erb­schaft­steu­er bereits mit dem Tode des Pflicht­teils­be­rech­tig­ten, ohne dass es auf die Gel­tend­ma­chung des Anspruchs durch des­sen Erben

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Bundesverwaltungsgericht

Anfech­tung der Erb­schafts­an­nah­me – und der Irr­tum über den Pflichtteil

Auch nach der Neu­fas­sung des § 2306 Abs. 1 BGB mit Wir­kung zum 1.01.2010 kann ein zur Anfech­tung der Annah­me einer Erb­schaft berech­ti­gen­der Irr­tum vor­lie­gen, wenn der mit Beschwe­run­gen als Erbe ein­ge­setz­te Pflicht­teils­be­rech­tig­te irrig davon aus­geht, er dür­fe die Erb­schaft nicht aus­schla­gen, um sei­nen Anspruch auf den Pflicht­teil nicht zu verlieren.

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Pfän­dungs­schutz für den Pflichtteil?

Einem Schuld­ner steht kein Pfän­dungs­schutz nach § 850i ZPO hin­sicht­lich sei­ner For­de­run­gen aus dem Pflicht­teils­an­spruch zu. Sons­ti­ge Ein­künf­te, die kein Erwerbs­ein­kom­men sind, kön­nen nur für unpfänd­bar erklärt wer­den, soweit dies erfor­der­lich ist, damit dem Schuld­ner ein unpfänd­ba­res Ein­kom­men in Höhe der von § 850c Abs. 1, 2a ZPO bestimm­ten Grundbeträge

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Der über­gan­ge­ne Pflicht­teils­be­rech­tig­te – und die Wir­kung der Anfechtung

Die Anfech­tung einer letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung nach § 2079 Satz 1 BGB führt grund­sätz­lich zur Nich­tig­keit der letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung. Nach § 2079 S. 1 BGB kann eine letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung ange­foch­ten wer­den, wenn der Erb­las­ser einen zur Zeit des Erb­falls vor­han­de­nen Pflicht­teils­be­rech­tig­ten über­gan­gen hat, der erst nach der Errich­tung gebo­ren wor­den ist. Nach § 2079 S.

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Regierungsviertel

Der Aus­kunfts­an­spruch des Pflichtteilsberechtigten

Ist der Pflicht­teils­be­rech­tig­te nicht Erbe, so hat ihn der Erbe gemäß § 2314 BGB auf Ver­lan­gen über den Bestand des Nach­las­ses Aus­kunft zu ertei­len (§ 2314 Abs. 1 Satz 1 BGB). Der Pflicht­teils­be­rech­tig­te kann gemäß § 2314 Abs. 1 Satz 3 BGB auch ver­lan­gen, dass das Ver­zeich­nis durch die zustän­di­ge Behör­de oder durch einen

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Pflicht­teils­an­sprü­che als Nachlassverbindlichkeiten

Pflicht­teils­an­sprü­che kön­nen nur in tat­säch­lich gel­tend gemach­ter Höhe als Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten abge­setzt wer­den. Als Erwerb von Todes wegen gilt gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG u.a. der Erwerb auf­grund eines gel­tend gemach­ten Pflicht­teils­an­spruchs (§§ 2303 ff. BGB). Die Steu­er dafür ent­steht nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b ErbStG im Zeit­punkt der Gel­tend­ma­chung des

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Der Pflicht­teils­an­spruch – und die Insolvenzverwaltervergütung

Ein Pflicht­teils­an­spruch, zu des­sen Ver­fol­gung der Schuld­ner den Treu­hän­der oder Insol­venz­ver­wal­ter ermäch­tigt hat, erhöht die Berech­nungs­grund­la­ge für des­sen Ver­gü­tung, auch wenn der Anspruch noch nicht durch Ver­trag aner­kannt oder rechts­hän­gig gewor­den ist. Der Pflicht­teils­an­spruch des Schuld­ners ent­stand mit dem Erb­fall, hier mit­hin wäh­rend des Insol­venz­ver­fah­rens. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs gehörte

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Mit­ei­gen­tum am Eigen­heim – und sei­ne Bewer­tung beim Pflichtteilsanspruch

Der im Rah­men eines Pflicht­teils­an­spruchs zu bestim­men­de Wert einer nach­lass­ge­gen­ständ­li­chen Mit­ei­gen­tums­hälf­te an einem Haus­grund­stück ent­spricht dem hälf­ti­gen Wert des Gesamt­ob­jekts, wenn der Allein­er­be bereits Eigen­tü­mer der ande­ren ideel­len Mit­ei­gen­tums­hälf­te ist. Der Pflicht­teils­be­rech­tig­te hat nach § 2303 Abs. 1 Satz 2 BGB einen Geld­an­spruch in Höhe der Hälf­te des Werts sei­nes gesetz­li­chen Erb­teils. Eine

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Münzen

Tes­ta­men­ta­ri­sche Pflicht­teils­straf­klau­sel – und die „täti­ge Reue“ des Pflichtteilsberechtigten

Nimmt ein Abkömm­ling, der zunächst sei­nen Pflicht­teils­an­spruch gel­tend gemacht hat, bei Erlan­gung der Kennt­nis von einer tes­ta­men­ta­ri­schen Pflicht­teils­straf­klau­sel von der Ver­fol­gung sei­nes Anspruchs umge­hend Abstand, ist die Pflicht­teils­straf­klau­sel nicht ver­wirkt. Die Pflicht­teils­straf­klau­sel ver­folgt all­ge­mein das Ziel, dem über­le­ben­den Ehe­gat­ten den Nach­lass mög­lichst unge­schmä­lert zu erhal­ten. Der Erb­las­ser will in der

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Kür­zung der abzieh­ba­ren Pflicht­teils­last nach § 10 Abs. 6 ErbStG?

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem bei ihm anhän­gi­gen Revi­si­ons­ver­fah­ren das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen zum Bei­tritt sowie zur Stel­lung­nah­me zu der Fra­ge auf­ge­for­dert, ob die Ver­bind­lich­keit aus einem gel­tend gemach­ten Pflicht­teil nur antei­lig als Nach­lass­ver­bind­lich­keit abge­zo­gen wer­den kann, wenn zum Nach­lass ein nach § 13a ErbStG begüns­tig­ter Anteil an einer Kapitalgesellschaft

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Geldscheine

Erbaus­schla­gung „aus allen Beru­fungs­grün­den“ – und der Pflichtteil

Die Wir­kun­gen der Erbaus­schla­gung „aus allen Beru­fungs­grün­den“ im Hin­blick auf den Pflicht­teils­an­spruch sind im Ein­zel­fall fest­zu­stel­len. Das in § 2306 Abs. 1 BGB ein­ge­räum­te Wahl­recht besteht nur dann, wenn alle dem Erben hin­ter­las­se­nen Erb­tei­le, also sowohl der Erb­teil auf­grund letzt­wil­li­ger Ver­fü­gung als auch der Erb­teil kraft gesetz­li­cher Erb­fol­ge, mit Beschrän­kun­gen und

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Ver­wal­tungs­be­fug­nis des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers – und der Pflicht­teils­an­spruch im Nachlass

Der Ver­wal­tungs­be­fug­nis des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers unter­liegt – vor­be­halt­lich einer abwei­chen­den Bestim­mung durch den Erb­las­ser – auch ein in den Nach­lass fal­len­der Pflicht­teils­an­spruch. Gemäß § 2212 BGB kann ein der Ver­wal­tung des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers unter­lie­gen­des Recht nur von dem Tes­ta­ments­voll­stre­cker gel­tend gemacht wer­den. Der Tes­ta­ments­voll­stre­cker hat nach § 2205 Satz 1 BGB den Nachlass

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Schreibmaschine

Aus­kunfts­an­spruch des (pflicht­teils­be­rech­tig­ten) Nach­er­ben über den Bestand des Nachlasses

Ist ein pflicht­teils­be­rech­tig­ter Abkömm­ling vom Erb­las­ser als Nach­er­be ein­ge­setzt, steht ihm ein Anspruch auf Aus­kunft über den Bestand des Nach­las­ses gegen den Erben, bzw. gegen den Vor­er­ben, erst dann zu, wenn er die Nach­erb­schaft aus­ge­schla­gen hat. Die blo­ße Absicht, die Nach­erb­schaft aus­zu­schla­gen, recht­fer­tigt einen Aus­kunfts­an­spruch nicht. Beruht der Erfolg einer

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Nach­ab­fin­dungs­an­spruch des Pflicht­teils­be­rech­tig­ten nach wei­te­rer Hofnachfolge

Über­trägt der Hof­nach­fol­ger den Hof im Weg vor­weg­ge­nom­me­ner Erfol­ge auf einen Nach­kömm­ling, bevor er die Nach­ab­fin­dungs­an­sprü­che eines Geschwis­ter­teils aus § 13 HöfeO befrie­digt hat, über­nimmt der Nach­kömm­ling und wei­te­re Hof­nach­fol­ger die Ver­pflich­tung zur Leis­tung der Nach­ab­fin­dung. Bei der Berech­nung die­ser über­nom­me­nen Nach­ab­fin­dung sind die vom neu­en Hof­nach­fol­ger an den ersten

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Landgericht Leipzig

Pflicht­teils­er­gän­zung bei meh­re­ren Geschen­ken an die­sel­be Person

Auf meh­re­re Geschen­ke an die­sel­be Per­son ist die Vor­schrift des § 2329 Abs. 3 BGB, wonach unter meh­re­ren Beschenk­ten der frü­her Beschenk­te nur inso­weit haf­tet, als der spä­ter Beschenk­te nicht ver­pflich­tet ist, ent­spre­chend anzu­wen­den. Maß­geb­lich für die Berech­nung der Ergän­zung des Pflicht­teils ist der unter Berück­sich­ti­gung des Kauf­kraft­schwun­des auf den Zeitpunkt

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Schreibmaschine

Wenn der Nach­er­be sein Pflicht­teil verlangt

Die gesetz­li­chen Beschrän­kun­gen einer Vor­erb­schaft ent­fal­len, wenn der Erb­las­ser tes­ta­men­ta­risch ver­fügt hat, dass die Vor­erbin „frei“ über den Nach­lass ver­fü­gen kann, sobald die zu Nach­er­ben ein­ge­setz­ten pflich­teil­be­rech­tig­ten Kin­der ihren Pflicht­teil ver­lan­gen. In dem vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Fall hat­te der im Febru­ar 2006 ver­stor­be­ne, 68 Jah­re alte Erb­las­ser aus Kamen

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Der Pflicht­teils­an­spruch als Nach­lass­ver­bind­lich­keit – Steu­er­spa­ren beim Ber­li­ner Testament

Ist der Pflicht­teils­be­rech­tig­te der Allein­er­be des Ver­pflich­te­ten, so bleibt trotz des zivil­recht­li­chen Erlö­schens des Pflicht­teils­an­spruchs erb­schaft­steu­er­recht­lich sein Recht zur Gel­tend­ma­chung des Pflicht­teils als Fol­ge der Rege­lung in § 10 Abs. 3 ErbStG bestehen. Erklärt der Berech­tig­te in einem sol­chen Fall gegen­über dem Finanz­amt, er mache den Anspruch gel­tend, ist dies erbschaftsteuerrechtlich

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Wider­strei­ten­de Inter­es­sen bei der Nachlassabwicklung

Ein Rechts­an­walt, der anläss­lich des­sel­ben Erb­fal­les Pflicht­teils­be­rech­tig­te bei der Durch­set­zung von Pflicht­teils­an­sprü­chen und deren Mut­ter bei der Abwehr von Nach­lass­for­de­run­gen ver­tritt, ver­stößt ohne die Inter­es­sen­kol­li­si­on auf­lö­sen­de Man­dats­be­schrän­kun­gen gegen das Ver­tre­tungs­ver­bot gemäß § 43a Abs. 4 BRAO, § 3 Abs. 1 BORA. Ein sol­cher Ver­stoß kann die rück­wir­ken­de Auf­he­bung sei­ner Bei­ord­nung gemäß § 121

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Ver­jäh­rungs­be­ginn beim Pflichtteilsanspruch

Für den Beginn der Ver­jäh­rung des Pflicht­teils­an­spruchs kommt es nicht auf die Kennt­nis des Pflicht­teils­be­rech­tig­ten von Zusam­men­set­zung und Wert des Nach­las­ses an. Die Ver­jäh­rungs­frist beginnt nicht erneut zu lau­fen, wenn der Pflicht­teils­be­rech­tig­te erst spä­ter von der Zuge­hö­rig­keit eines wei­te­ren Gegen­stan­des zum Nach­lass erfährt. § 2313 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 Satz

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Unter­halts­pflich­ten und der nicht gel­tend gemach­te Pflichtteil

Ver­letzt der Unter­halts­pflich­ti­ge die Oblie­gen­heit, Ver­mö­gens­wer­te zu rea­li­sie­ren, ist er unter­halts­recht­lich so zu behan­deln, als habe er die Oblie­gen­heit erfüllt. Ein ein­klag­ba­rer Anspruch auf Rück­for­de­rung einer Schen­kung oder Gel­tend­ma­chung eines Pflicht­teils­an­spruchs besteht dage­gen nicht. In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall besas­sen die Klä­ger zwar bereits Unter­halts­ti­tel gegen den Beklag­ten, ihren

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Pflicht­teils­be­rech­ti­gung eines Abkömm­lings trotz Pflicht­teils­ver­zicht des nähe­ren Abkömmlings

Pflicht­teils­an­sprü­che eines ent­fern­te­ren Abkömm­lings wer­den nicht durch letzt­wil­li­ge oder leb­zei­ti­ge Zuwen­dun­gen des Erb­las­sers geschmä­lert, die die­ser einem trotz Erb- und Pflicht­teils­ver­zichts tes­ta­men­ta­risch zum Allein­er­ben bestimm­ten nähe­ren Abkömm­ling zukom­men lässt, wenn bei­de Abkömm­lin­ge dem­sel­ben Stamm gesetz­li­cher Erben ange­hö­ren und allein die­ser Stamm bedacht wird. Die Klä­ge­rin des jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof entschiedenen

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Erb­schaft­steu­er­li­cher Erwerb bei strei­ti­gem Pflichtteilsanspruch

Als Erwerb von Todes wegen gilt gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG unter ande­rem der Erwerb auf Grund eines gel­tend gemach­ten Pflicht­teils­an­spruch (§§ 2303 ff. BGB). Die Pflicht­teils­an­sprü­che gemäß § 2317 Abs. 1 BGB ent­ste­hen mit dem Erb­fall, sind aber erb­schaft­steu­er­recht­lich erst mit dem Gel­tend­ma­chen des Pflicht­teils von Bedeu­tung (§§ 3 Abs. 1 Nr.

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Zu Leb­zei­ten errich­te­te Fami­li­en­stif­tun­gen und das Pflichtteilsrecht

Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, dass die der Sieg­fried Unseld-Sti­f­­tung ein­ge­räum­ten Unter­be­tei­li­gun­gen an Gesell­schaf­ten der Suhr­­kamp-Ver­­lags­­­grup­­pe nicht in den Nach­lass des im Okto­ber 2002 ver­stor­be­nen Ver­le­gers Sieg­fried Unseld gefal­len und daher bei der Berech­nung des Pflicht­teils­an­spruchs sei­nes Soh­nes Joa­chim Unseld nicht zu berück­sich­ti­gen sind. Sieg­fried Unseld hat­te im Okto­ber 2001 die Siegfried

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Pflicht­teils­ver­zicht eines behin­der­ten Sozialleistungsbeziehers

Der Pflicht­teils­ver­zicht eines behin­der­ten Sozi­al­leis­tungs­be­zie­hers ist nach einem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs grund­sätz­lich nicht sit­ten­wid­rig. Nach der gefes­tig­ten BGH-Rech­t­­s­pre­chung zum so genann­ten Behin­der­ten­tes­ta­ment sind Ver­fü­gun­gen von Todes wegen, in denen Eltern eines behin­der­ten Kin­des die Nach­lass­ver­tei­lung durch eine kom­bi­nier­te Anord­nung von Vor- und Nach­erb­schaft sowie einer – mit kon­kre­ten Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen versehenen

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Bewer­tung von nach dem Erb­fall ver­äu­ßer­ten Nachlassgegenständen

Die Bewer­tung von Nach­lass­ge­gen­stän­den, die nach dem Erb­fall ver­äu­ßert wer­den, ori­en­tiert sich, soweit nicht außer­ge­wöhn­li­che Ver­hält­nis­se vor­lie­gen, am tat­säch­lich erziel­ten Ver­kaufs­preis. Das gilt unab­hän­gig davon, ob die Gegen­stän­de (hier: Grund­stü­cke) zu einem Preis ver­äu­ßert wer­den, der über oder unter dem durch einen Sach­ver­stän­di­gen ermit­tel­ten Schätz­wert liegt. Dar­­­le­­gungs- und beweis­pflich­tig für

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Münzen

Der ver­schwie­ge­ne Erb­fall wäh­rend des Insolvenzverfahrens

Der vom Schuld­ner durch einen Erb­fall wäh­rend des Insol­venz­ver­fah­rens erwor­be­ne Pflicht­teils­an­spruch gehört zur Insol­venz­mas­se. Wird der wäh­rend des Insol­venz­ver­fah­rens ent­stan­de­ne Pflicht­teils­an­spruch erst nach Auf­he­bung des Insol­venz­ver­fah­rens aner­kannt oder rechts­hän­gig gemacht, unter­liegt er der Nach­trags­ver­tei­lung. Die Anord­nung einer Nach­trags­ver­tei­lung ist auch im Ver­brau­cher­insol­venz­ver­fah­ren mög­lich. Dies gilt jeden­falls dann, wenn ein Schlusstermin

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Grund­schul­den auf dem geerb­ten Grundstück

Bei der Berech­nung des Pflicht­teils­an­spruchs blei­ben ding­li­che Belas­tun­gen von Nach­lass­ge­gen­stän­den (also etwa eine Grund­schuld) als zwei­fel­haf­te Ver­bind­lich­kei­ten gemäß § 2313 Abs. 2 Satz 1 BGB bei der Nach­lass­be­wer­tung außer Ansatz, wenn und solan­ge ihre tat­säch­li­che Ver­wirk­li­chung unsi­cher ist. Wie der Bun­des­ge­richts­hof jetzt ent­schied, gilt das auch dann, wenn die ding­li­che Belas­tung zur

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Zins­lo­se Stun­dung eines Pflichtteilsanspruchs

Die zins­lo­se Stun­dung eines nicht gel­tend gemach­ten Pflicht­teils­an­spruchs stellt, wie der Bun­des­fi­nanz­hof in einem aktu­el­len Urteil ent­schie­den hat, kei­ne der Schen­kungsteu­er unter­lie­gen­de frei­ge­bi­ge Zuwen­dung dar. Der Schen­kungsteu­er unter­liegt als Schen­kung unter Leben­den (§ 1 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG) jede frei­ge­bi­ge Zuwen­dung, soweit der Bedach­te durch sie auf Kos­ten des Zuwen­den­den berei­chert wird (§

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Feh­ler­haf­te Aus­kunft gegen­über dem Pflichtteilsberechtigten

Ver­letzt der Erbe schuld­haft sei­ne Aus­kunfts­pflicht nach § 2314 Abs. 1 Satz 1 BGB gegen­über dem Pflicht­teils­be­rech­tig­ten, so folgt hier­aus im Regel­fall kei­ne Umkehr der Beweis­last dahin, dass nun­mehr der Erbe beweis­pflich­tig für das Nicht­be­stehen einer zunächst nicht ange­ge­be­nen Nach­lass­ver­bind­lich­keit ist. Inhalts­über­sichtBeweis­last des PflichtteilsberechtigtenKei­ne Umkehr der BeweislastBeweis­last­um­kehr bei Arg­list und Beweis­ver­ei­te­lung Beweis­last des

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Lebens­ver­si­che­rung und Pflichtteil

Der Bun­des­ge­richts­hof hat sei­ne Recht­spre­chung geän­dert und die seit Schaf­fung des BGB umstrit­te­ne Rechts­fra­ge neu beur­teilt, auf Grund­la­ge wel­chen Werts ein Pflicht­teils­be­rech­tig­ter eine Ergän­zung sei­nes Pflicht­teils nach § 2325 Abs. 1 BGB* ver­lan­gen kann, wenn der Erb­las­ser die Todes­fall­leis­tung einer von ihm auf sein eige­nes Leben abge­schlos­se­nen Lebens­ver­si­che­rung mit­tels einer widerruflichen

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Bundesverwaltungsgericht

Pflicht­teils­rech­te bei vor­weg­ge­nom­me­ner Erbfolge

Erfolgt eine Zuwen­dung „im Wege vor­weg­ge­nom­me­ner Erb­fol­ge unent­gelt­lich“, ist für die Pflicht­teils­be­rech­nung im Aus­le­gungs­weg zu ermit­teln, ob der Erb­las­ser damit eine Aus­glei­chung gemäß §§ 2316 Abs. 1, 2050 Abs. 3 BGB, eine Anrech­nung gemäß § 2315 Abs. 1 BGB oder kumu­la­tiv Aus­glei­chung und Anrech­nung gemäß § 2316 Abs. 4 BGB anord­nen woll­te. Ausschlaggebend

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Bundesverwaltungsgericht

Pflicht­teils­straf­klau­sel in der Patchwork-Familie

Oft­mals set­zen sich Ehe­leu­te in einem gemein­sa­men Tes­ta­ment gegen­sei­tig zu ihren Allein­er­ben und ihre Kin­der erst zu Erben nach dem Letzt­versterben­den von ihnen ein. Sol­che Ber­li­ner Tes­ta­men­te ent­hal­ten dann in vie­len Fäl­len eine Straf­klau­sel, wonach die Kin­der, die nicht war­ten wol­len und nach dem Tod des ers­ten Eltern­teils ihren Pflichtteil

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Die Erb­rechts­re­form kommt

Am Frei­tag hat auch der Bun­des­rat der vom Deut­schen Bun­des­tag beschlos­se­nen Reform des Erb­rechts zuge­stimmt. Die Neu­re­ge­lung des Erb­rechts kann damit wie vor­ge­se­hen am 1. Janu­ar 2010 in Kraft tre­ten. Über die Ein­zel­hei­ten der vor­ge­se­hen Erb­rechts­re­form haben wir bereits anläss­lich der Ver­ab­schie­dung des Reform­pa­kets durch den Deut­schen Bun­des­tag berichtet.

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Insolvenz

Rest­schuld­be­frei­ung und Pflichtteilsverzicht

Der Ver­zicht auf die Gel­tend­ma­chung eines Pflicht­teils­an­spruchs in der Wohl­ver­hal­tens­pha­se stellt kei­ne Oblie­gen­heits­ver­let­zung des Insol­venz­schuld­ners dar. Dies ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof und bestä­tig­te damit eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts Tübin­gen, das mein­te, aus § 83 Abs. 1 InsO sei die ein­deu­ti­ge Wer­tung des Gesetz­ge­bers zu ent­neh­men, dass allein der Schuld­ner über die Annahme

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Schreibmaschine

Erb­rechts­re­form

Der Bun­des­tag hat eine des Erb- und Ver­jäh­rungs­rechts ver­ab­schie­det. Das Erbrecht besteht in sei­ner heu­ti­gen Struk­tur seit über 100 Jah­ren und hat sich grund­sätz­lich bewährt, aller­dings sah der Gesetz­ge­ber in eini­gen Berei­chen Hand­lungs­be­darf auf­grund der sich zwi­schen­zelt­lich gewan­del­ten Wert­vor­stel­lun­gen. Dies betrifft ins­be­son­de­re die Fra­ge der Ent­zie­hung von Pflicht­teils­rech­ten, dem Schutz

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Aus­gleichs­an­sprü­che unter Miterben

Wird ein Erbe nach Ver­tei­lung des Nach­las­ses von einem Pflicht­teils­be­rech­tig­ten auf Aus­zah­lung sei­nes Pflicht­teils in Anspruch genom­men, so kann nach einem Urteil de Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg der in Anspruch genom­me­ne Erbe von den ande­ren Mit­er­ben auch noch 10 Jah­re nach dem Erb­fall antei­li­gen Aus­gleich ver­lan­gen. Hin­ter­grund der Ent­schei­dung ist fol­gen­der Fall:

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Pfän­dung eines Pflichtteilsanspruchs

Ein Pflicht­teils­an­spruch kann nach einer jetzt ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs auch schon vor ver­trag­li­cher Aner­ken­nung oder Rechts­hän­gig­keit als in sei­ner zwangs­wei­sen Ver­wert­bar­keit auf­schie­bend beding­ter Anspruch gepfän­det wer­den. Der Anspruch ist dann ohne Ein­schrän­kung mit einem Pfand­recht belegt, darf aber erst ver­wer­tet wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des § 852 Abs. 1 ZPO

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Schuld­ner­ob­lie­gen­hei­ten im Restschuldbefreiungsverfahren

Das Insol­venz­ge­richt ver­sagt die Rest­schuld­be­frei­ung auf Antrag eines Gläu­bi­gers, wenn der Schuld­ner wäh­rend der Lauf­zeit der Abtre­tungs­er­klä­rung eine sei­ner Oblie­gen­hei­ten ver­letzt und dadurch die Befrie­di­gung der Insol­venz­gläu­bi­ger beein­träch­tigt (§ 296 Abs. 1 Satz 1 Halb­satz 1 InsO). Zu die­sen den Schuld­ner tref­fen­den Oblie­gen­hei­ten gehört es etwa gemäß § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO, während

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Pflicht­teils­an­spruch bei Erb­ver­zicht des Bruders

Wegen der Abfin­dung, die der Erb­las­ser für den Ver­zicht eines Abkömm­lings auf das gesetz­li­che Erbrecht leis­tet, steht einem wei­te­ren Abkömm­ling ein Pflicht­teils­er­gän­zungs­an­spruch im Hin­blick auf die Erhö­hung sei­ner Pflicht­teils­quo­te nach § 2310 Satz 2 BGB grund­sätz­lich nicht zu. Das setzt vor­aus, dass sich die Abfin­dung in dem Zeit­punkt, in dem sie

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Unter­las­se­ne Erbaus­schla­gung wegen Pflichtteils

Die irri­ge Vor­stel­lung des unter Beschwe­run­gen als Allein­er­be ein­ge­setz­ten Pflicht­teils­be­rech­tig­ten, er dür­fe die Erb­schaft nicht aus­schla­gen, um sei­nen Anspruch auf den Pflicht­teil nicht zu ver­lie­ren, recht­fer­tigt nach einem Beschluss des Bun­des­ge­richts­hofs die Anfech­tung einer auf die­ser Vor­stel­lung beru­hen­den Annah­me der Erb­schaft. Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Juli 2006 – IV ZB

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