Aus­schlus­ses aus einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft – und der inner­re­li­gi­ons­ge­mein­schaft­li­che Rechts­weg

Im Hin­blick auf die ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Rück­sicht­nah­me auf das Selbst­be­stim­mungs­recht der Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten bei der Erfül­lung des Jus­tiz­ge­wäh­rungs­an­spruchs hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass, wenn und soweit die Kir­chen die Mög­lich­keit geschaf­fen haben, Rechts­strei­tig­kei­ten von einem kirch­li­chen Gericht beur­tei­len zu las­sen, und somit die Gele­gen­heit besteht, die Strei­tig­keit im Ein­klang mit dem

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Islam als Reli­gi­ons­un­ter­richt

Es besteht kein Anspruch auf Ein­füh­rung isla­mi­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len in Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len von Sei­ten des Zen­tral­rats der Mus­li­me in Deutsch­land e.V. und des Islam­rats für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land e.V.. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len die Kla­ge auf Ein­füh­rung isla­mi­schen Reli­gi­ons­un­ter­richts abge­wie­sen. Als Ersatz für

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Jüdi­scher Fried­hof – und die nicht­jü­di­sche Ehe­frau

Eine nicht­jü­di­sche Ehe­frau darf neben ihrem Ehe­mann auf einem jüdi­schem Fried­hof bestat­tet wer­den. Eine jüdi­sche Kul­tus­ge­mein­de darf auf ihrem Fried­hof ein Grab­nut­zungs­recht eines über­le­ben­den Ehe­gat­ten nach­träg­lich nur beschrän­ken, wenn sie dabei die Toten­wür­de des dort bereits beer­dig­ten Ehe­gat­ten ange­mes­sen berück­sich­tigt. In dem hier vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len in

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Das Grab in der Kir­che

Das Gewicht einer reli­giö­sen Ver­hal­tens­vor­ga­be ist eine genu­in reli­giö­se Fra­ge, die der selb­stän­di­gen Beur­tei­lung durch die staat­li­chen Gerich­te ent­zo­gen ist. Mit die­ser Begrün­dung hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Wür­t­­te­m­berg auf­ge­ho­ben, mit dem einer Glau­bens­ge­mein­schaft die Ein­rich­tung einer Begräb­nis­stät­te für Gemein­de­pries­ter in ihrer Kir­che ver­sagt wor­den war. Bei der

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Fami­li­en­ge­richt­li­che Ent­schei­dun­gen über die reli­giö­se Kin­der­er­zie­hung

Bei Ent­schei­dun­gen nach § 1628 BGB über die reli­giö­se Kin­der­er­zie­hung (z.B. Tau­fe, Kom­mu­ni­on usw.) sind alle Gesichts­punk­te des Ein­zel­falls zu berück­sich­ti­gen und gegen­ein­an­der abzu­wä­gen, wobei das Kin­des­wohl an vor­ders­ter Stel­le steht. Es han­delt sich hier­bei um einen höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reich des Kin­des, in dem der tat­säch­li­che Wil­le auch jün­ge­rer Kin­der schon

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Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten – und ihr Sta­tus aus öffent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft

Die Ver­lei­hung des Kör­per­schafts­sta­tus an Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten unmit­tel­bar durch ein Lan­des­ge­setz ver­stößt gegen den Grund­satz der Gewal­ten­tei­lung. Die Prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen des Anspruchs auf Ver­lei­hung des Sta­tus einer Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts aus Art. 4 Abs. 1 und 2, Art. 140 GG in Ver­bin­dung mit Art. 137 Abs. 5 Satz 2 WRV obliegt den Län­dern.

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Der Streit inner­halb einer Jüdi­schen Gemein­de

Ein Streit über die Umset­zung eines Beschlus­ses der Reprä­sen­tan­ten­ver­samm­lung einer Jüdi­schen Gemein­de unter­fällt dem Selbst­be­stim­mungs­recht von Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten. Ver­wal­tungs­ge­rich­te sind für die Schlich­tung inner­kirch­li­cher Kon­flik­te nicht zustän­dig. So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall, in dem Mit­glie­der der Jüdi­schen Gemein­de zu Ber­lin sich mit einem Eil­an­trag gegen einen Beschluss

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Der Hin­du-Tem­pel­ver­ein in Hamm

Für die Aner­ken­nung eines Ver­eins bzw. einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts ist die Zahl der Mit­glie­der für die Pro­gno­se des dau­ern­den Bestan­des der Reli­gi­ons­ge­mein­schaft nur zusam­men mit wei­te­ren Bewer­tungs­fak­to­ren aus­sa­ge­kräf­tig. Dabei ist u.a. von Bedeu­tung, wie lan­ge die Gemein­schaft bereits besteht, wie sich der Mit­glie­der­be­stand ent­wi­ckelt hat und

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Asyl­recht für Ahma­dis

Wird auf die Ent­schlie­ßungs­frei­heit eines Asyl­be­wer­bers, sei­ne Re­li­gi­on in einer be­stimm­ten Wei­se zu prak­ti­zie­ren, durch die Be­dro­hung mit Ge­fah­ren für Leib, Leben oder Frei­heit ein­ge­wirkt, ist dies als Ein­griff in die Re­li­gi­ons­frei­heit zu prü­fen. Eine Ver­fol­gungs­hand­lung im Sin­ne von Art. 9 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 2011/​95/​EU kann – im An­schluss an

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Der Staats­ver­trag mit der jüdi­schen Gemein­schaft über die För­der­mit­tel­ver­tei­lung

Die Ver­tei­lung der im Lan­des­haus­halt von Sach­­sen-Anhalt für die För­de­rung von Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten bereit gestell­ten Mit­tel ist eine staat­li­che Auf­ga­be. Die Über­tra­gung die­ser Auf­ga­be auf einen Lan­des­ver­band ist nur dann zuläs­sig, wenn die Kri­te­ri­en der Mit­tel­ver­tei­lung in dem dar­über geschlos­se­nen Staats­ver­trag selbst hin­rei­chend bestimmt sind. Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt

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Die Mit­glied­schaft in einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft und die Bewer­bung um einen Arbeits­platz

Es stellt eine Dis­kri­mi­nie­rung dar, wenn ein Kran­ken­haus, das in Trä­ger­schaft der katho­li­schen Kir­che steht, allein wegen feh­len­der Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit die Bewer­bung eines Kran­ken­pfle­gers zurück­weist. Mit die­ser Begrün­dung hat das Arbeits­ge­richt Aachen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines abge­lehn­ten Inten­siv­pfle­gers auf Ent­schä­di­gung statt­ge­ge­ben. Ein in Trä­ger­schaft der katho­li­schen Kir­che

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Die Bahá'i: Klei­ne Reli­gi­ons­ge­mein­schaft als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts

Das Bun­des­ver­wal­tuangs­ge­richt in Leip­zig hat das Hes­si­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ver­pflich­tet, der Bahá´i‑Gemeinde in Deutsch­land die Rech­te einer Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts zu ver­lei­hen. Die Klä­ge­rin, die Bahá´i‑Gemeinde in Deutsch­land, begehrt ihre Aner­ken­nung als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts. Die Bahá´i‑Religion ent­stand Mit­te des 19. Jahr­hun­derts im Iran als eigen­stän­di­ge, mono­the­is­ti­sche Reli­gi­on. Gemein­den

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Ver­let­zung der Reli­gi­ons­frei­heit als „Ver­fol­gungs­hand­lung“

Nach Ansicht des Gene­ral­an­walts bei Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on kann eine schwer­wie­gen­de Ver­let­zung der Reli­gi­ons­frei­heit eine „Ver­fol­gungs­hand­lung“ dar­stel­len, wenn der Asyl­be­wer­ber auf­grund der Aus­übung die­ser Frei­heit oder auf­grund des Ver­sto­ßes gegen sie in sei­nem Her­kunfts­land der tat­säch­li­chen Gefahr aus­ge­setzt ist, sei­ner wich­tigs­ten Rech­te beraubt zu wer­den. Dies ist der Fall,

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Ein­stel­lung der Zuwen­dun­gen an eine israe­li­ti­sche Syn­ago­gen­ge­mein­de

Wei­gert sich eine Reli­gi­ons­ge­mein­schaft, sich einer umfang­rei­chen Prü­fung durch einen Wirt­schafts­prü­fer zu unter­zie­hen, wenn auf­grund von Unre­gel­mä­ßig­kei­ten in der Ver­gan­gen­heit ein kon­kre­ter Anlass gege­ben ist, eine wei­te­re finan­zi­el­le För­de­rung von die­ser Prü­fung abhän­gig gemacht wird, so ist die dau­af erfolg­te Ein­stel­lung der finan­zi­el­len För­de­rung recht­mä­ßig. Auch die Rück­for­de­rung von gewähr­ten

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Grund­stücks­kauf zwi­schen Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten aus Sicht der Grund­er­werbs­steu­er

Eine fort­ge­setz­te Grund­stücks­nut­zung für sakra­le Zwe­cke befreit nicht beim Ver­kauf eines Kir­chen­grund­stücks durch eine Reli­gi­ons­ge­mein­schaft an eine ande­re kon­fes­si­ons­ver­schie­de­ne Reli­gi­ons­ge­mein­schaft von der Steu­er gemäß § 4 GrEStG. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs hat das Finanz­ge­richt in die­sem Fall zu Unrecht ange­nom­men, dass der Erwerb des Grund­stücks durch die Klä­ge­rin (eine Reli­gi­ons­ge­mein­schaft ortho­do­xer

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Jüdi­sche Gemein­de Braun­schweig

Die Jüdi­sche Gemein­de Braun­schweig ist künf­tig eine Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts. Die­sen Sta­tus hat der Jüdi­schen Gemein­de Braun­schweig nun die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung ver­lie­hen, nach deren Über­zeu­gung die Jüdi­sche Gemein­de Braun­schweig, die bis­lang ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein war, alle Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­lei­hung der Kör­per­schafts­rech­te – ins­be­son­de­re auch durch auf­grund ihrer Bedeu­tung

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