Schul­fahr­ten – Teil­nah­me­pflicht und Teil­nah­me­an­spruch

Aus der Pflicht eines Schü­lers zur Teil­nah­me an ver­bind­li­chen Unter­­richts- und Schul­ver­an­stal­tun­gen nach § 28 Abs. 2 HmbSG ergibt sich ein Anspruch auf Teil­nah­me nur an die­sen Ver­an­stal­tun­gen, nicht jedoch auf Teil­nah­me an einer frei­wil­li­gen Schul­fahrt. Aus dem Schul­ver­hält­nis i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG besteht jedoch ein Anspruch auf ermes­sens­feh­ler­freie Ent­schei­dung über

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Schul­pflicht und Straf­recht

§ 182 Abs. 1 des Hes­si­schen Schul­ge­set­zes, das die dau­ern­de Ent­zie­hung eines Kin­des von der Schul­pflicht sank­tio­niert, ist mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar. Die Straf­ge­rich­te durf­ten zudem ohne Ver­stoß gegen Ver­fas­sungs­recht anneh­men, dass die Schul­pflicht jedes ein­zel­nen Kin­des mehr­fach ver­letzt und sank­tio­niert wer­den kann. Mit die­ser Begrün­dung blieb jetzt eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de von

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Ethik­un­ter­richt als staat­li­cher Bil­dungs- und Erzie­hungs­auf­trag

Eltern kön­nen auf­grund von Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG nicht die Ein­rich­tung bestimm­ter Schul­fä­cher ver­lan­gen. Art. 7 Abs. 3 Satz 1 GG räumt den Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten als außer­staat­li­chen Bil­­dungs- und Erzie­hungs­trä­gern die Mög­lich­keit schul­be­zo­ge­ner Mit­wir­kung im Inter­es­se der Reli­gi­ons­frei­heit ein. Für die For­de­rung nach Ein­füh­rung eines nicht­kon­fes­sio­nel­len Ethik­un­ter­richts als Ersatz­fach für den Reli­gi­ons­un­ter­richt bie­tet die

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Ein min­der­jäh­ri­ger, gedul­de­ter Aus­län­der und das Recht auf Bil­dung

Die all­ge­mei­ne Schul­pflicht erstreckt sich ins­ge­samt über zehn Schul­be­suchs­jah­re und wird durch den Besuch einer Grund­schu­le und einer wei­ter­füh­ren­den all­ge­mein bil­den­den Schu­le erfüllt. Ein gedul­de­ter Jugend­li­cher, der noch nie eine Schu­le besucht hat, hat die­se Schul­pflicht noch nicht erfüllt. Das Recht auf Bil­dung und Erzie­hung ist nicht davon abhän­gig, ob

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Schul­be­such in Bel­gi­en

Zwar ist nach dem nor­d­rhein-wes­t­­fä­­li­­schen Schul­ge­setz die Schul­pflicht durch den Besuch einer deut­schen Schu­le zu erfül­len, aber es ist ein Aus­nah­me­fall anzu­neh­men, wenn der Schü­ler eine Schu­le im grenz­na­hen Gebiet der Deutsch­spra­chi­gen Gemein­schaft Bel­gi­ens besucht, in der Deutsch Unter­richts­spra­che ist. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen in dem hier

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Schul­pflicht für voll­jäh­ri­ge Aus­zu­bil­den­de

Eine Schul­pflicht auf Grund­la­ge von § 37 Abs. 1 Satz 1 HmbSG wegen des Wohn­sit­zes oder dau­ern­den Auf­ent­halts in Ham­burg endet gemäß § 37 Abs. 3 Satz 1 HmbSG spä­tes­tens mit Ein­tritt der Voll­jäh­rig­keit. Aus­zu­bil­den­de in einem Berufs­aus­bil­dungs­ver­hält­nis an einer in Ham­burg gele­ge­nen Aus­bil­dungs­stät­te sind auf Grund­la­ge von § 37 Abs. 2 HmbSG über den

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Die Ein­stel­lung des Schul­be­triebs bei den "Zwölf Stäm­men"

Der Betrieb einer Ergän­zungs­schu­le ist zu unter­sa­gen, wenn die Schu­le über kei­ne aus­ge­bil­de­te Lehr­kraft mehr ver­fügt. Der sofor­ti­ge Voll­zug eines ent­spre­chen­den Bescheids ist gerecht­fer­tigt, um klar­zu­stel­len, dass der Trä­ger der Ergän­zungs­schu­le – Anhän­ger einer Glau­bens­ge­mein­schaft, die Kin­der mit Ruten züch­tigt – ab sofort kei­ne Schu­le mehr betrei­ben darf. So das

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Grund­schu­le trotz Dia­be­tes

Auch ein an Dia­be­tes erkrank­tes Kind darf vor­läu­fig wei­ter die Grund­schu­le besu­chen. Eigent­lich selbst­ver­ständ­lich, aber hier muss­te zwei Instan­zen dar­über ent­schei­den: Ein an Dia­be­tes Mel­li­tus Typ I erkrank­tes Kind besuch­te im 1. Schul­jahr eine staat­li­che Grund­schu­le. Zum Beginn des 2. Schul­jah­res ver­füg­te das Lan­des­schul­amt gegen den Wil­len des sor­ge­be­rech­tig­ten Vaters, dass

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Pri­vat­schu­le will im pri­va­ten Umfeld der Schü­ler unter­rich­ten

Ersatz­schu­len dürf­ten nach dem Pri­vat­schul­ge­setz nur mit Geneh­mi­gung der obe­ren Schul­auf­sichts­be­hör­den errich­tet und betrie­ben wer­den. Das gemein­sa­me Ler­nen ist dem Wesen der "Schu­le" imma­nent und für die Form schu­li­scher Bil­dung und Aus­bil­dung unver­zicht­bar, so dass die Bil­dung und Aus­bil­dung nach dem "Ura­cher Plan" der­art grund­le­gend davon abweicht, dass sie von

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Die Schul­pflicht und das reli­giö­se Erzie­hungs­recht der Eltern

Die El­tern kön­nen ge­stützt auf re­li­giö­se Er­zie­hungs­vor­stel­lun­gen nur in Aus­nah­me­fäl­len die Be­frei­ung ihrer Kin­der von einer Un­ter­richts­ver­an­stal­tung ver­lan­gen. An­ge­hö­ri­gen der Glau­bens­ge­mein­schaft der Zeu­gen Je­ho­vas ist es zu­mut­bar, dass ihre Kin­der in der Schu­le an der Vor­füh­rung eines Spiel­films teil­neh­men, in dem das Prak­ti­zie­ren schwar­zer Magie dar­ge­stellt wird. Die Schu­le ist

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Reli­giö­se Beklei­dungs­vor­schrif­ten und der koedu­ka­ti­ve Schwimm­un­ter­richt

Der ein­zel­ne Schü­ler kann ge­stützt auf von ihm für maß­geb­lich er­ach­te­te re­li­giö­se Ver­hal­tens­ge­bo­te nur in Aus­nah­me­fäl­len die Be­frei­ung von einer Un­ter­richts­ver­an­stal­tung ver­lan­gen. Einer Schü­le­rin mus­li­mi­schen Glau­bens ist die Teil­nah­me am ko­edu­ka­ti­ven Schwimm­un­ter­richt in einer Ba­de­be­klei­dung zu­mut­bar, die mus­li­mi­schen Be­klei­dungs­vor­schrif­ten ent­spricht. Das Grund­recht der mus­le­mi­schen Schü­le­rin auf Glau­bens­frei­heit (Art. 4 Abs. 1 GG)

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Kei­ne Lust auf Schu­le

Sind Eltern nicht Wil­lens und in der Lage, die Schul­pflicht ihres elf­jäh­ri­gen Soh­nes durch­zu­set­zen, darf das Jugend­amt ein­grei­fen und den Eltern kann das Recht zur Rege­lung sei­ner schu­li­schen Ange­le­gen­hei­ten ent­zo­gen wer­den. So das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines elf­jäh­ri­gen Jun­gen, der nicht zur Schu­le geht und des­sen

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Schul­ver­wei­ge­rung aus reli­giö­sen grün­den

Leh­nen die Eltern eines schul­pflich­ti­gen Kin­des aus Glau­bens­grün­den den Schul­lehr­plan ab, recht­fer­tigt das kei­ne gene­rel­le Ver­wei­ge­rung des Schul­be­suchs. Mit das Ober­lan­des­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Eltern­paa­res, gegen das ein Buß­geld fest­ge­setzt wor­den ist, da sie sich gewei­gert haben, ihre Kin­der zur Schu­le zu schi­cken. Die im Groß­raum

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Die Raum­tem­pe­ra­tur im Klas­sen­zim­mer

Wie warm müs­sen (bzw. dür­fen) Schul­räu­me sein? Nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Dres­den fin­den für die Raum­tem­pe­ra­tu­ren in Schu­len die gel­ten­den Bestim­mun­gen für Arbeit­stät­ten ent­spre­chend Anwen­dung, so dass in der Regel Schutz­maß­nah­men zu ergrei­fen sind, wenn die (Klassen-)Raumtemperatur 26 Grad Cel­si­us über­schrei­tet. In dem vom Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den ent­schie­de­nen Fall ging es um

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Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Grund­schü­lern

Es liegt kein Dritt­schutz in dem Ver­wal­tungs­akt, der über die Auf­nah­me eines Schü­lers in eine Grund­schu­le ent­schei­det. Mit die­ser Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart die Anfech­tungs­kla­ge eines Mit­schü­lers abge­wie­sen. Der im Juli 2002 gebo­re­ne Klä­ger besucht seit sei­nem ers­ten Schul­jahr 2008/​2009 die Grund­schu­le in A. In der zwei­ten Klas­se kam

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"Kra­bat" – den Film darf nicht jeder sehen…

Aus reli­giö­sen Grün­den muss ein Schü­ler vom Besuch des Kino­films "Kra­bat“ befreit wer­den, ent­schied jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len. Geklagt hat­ten die Eltern eines Schü­lers, die den Zeu­gen Jeho­vas ange­hö­ren. Der 12-jäh­­ri­ge Sohn soll­te mit sei­ner Klas­se im Rah­men des Deutsch­un­ter­richts als ver­bind­li­che Schul­ver­an­stal­tung den Kino­film "Kra­bat" besu­chen. Dage­gen

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Schul­pflich­ti­ger Sexu­al­kun­de­un­ter­richt und die Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on

Die Ver­pflich­tung zur Teil­nah­me am Sexu­al­kun­de­un­ter­richt auf­grund der Schul­pflicht in Deutsch­land ver­stößt nicht gegen die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on. Der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te hat in dem Ver­fah­ren Dojan und ande­re gegen Deutsch­land ent­schie­den, das die zugrun­de­lie­gen­den Beschwer­den unzu­läs­sig sind. Das Ver­fah­ren betraf die Beschwer­den von fünf Ehe­paa­ren über die Wei­ge­rung der

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Ent­zie­hung von der Schul­pflicht

Für Kin­der ab 6 Jah­ren besteht Schul­pflicht. Und wer als Erzie­hungs­be­rech­tig­ter sein Kind – auch nur vor­über­ge­hend – die­ser Schul­pflicht ent­zieht, kann sich hier­durch u.U. nach den Bestim­mun­gen des jewei­li­gen Lan­des­schul­ge­set­zes straf­bar machen. So bestä­tig­te etwa das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main jetzt in letz­ter Instanz die vor­aus­ge­hen­den Urtei­le des Amts­ge­richts Lam­pert­heim

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Schul­pflicht und die reli­giö­se Kin­der­er­zie­hung

Auch wenn Eltern aus reli­giö­sen Grün­den die schu­li­schen Lern­in­hal­te ableh­nen, kön­nen sie die Schul­pflicht ihrer Kin­der nicht dadurch ver­mei­den, dass ein Eltern­teil sei­nen Wohn­sitz ins benach­bar­te Aus­land ver­legt, solan­ge der ande­re Eltern­teil in Deutsch­land ver­bleibt. In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen ent­schie­de­nen Fall leh­nen die Eltern, Bap­tis­ten kasa­chi­scher Her­kunft, die

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Berufs­schul­pflicht

Die Berufs­schul­pflicht ver­stößt nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht oder das Erzie­hungs­recht der Eltern. Sie wird durch den Besuch der Berufs­schu­le erfüllt. Der Besuch ande­rer Ein­rich­tun­gen kann (nur) zum Ruhen der Berufs­schul­pflicht füh­ren. Die Schul­pflicht ver­stößt nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht. Sie dient ins­be­son­de­re der Durch­set­zung des staat­li­chen Erzie­hungs­auf­trags und ist mit dem

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Schul­pflicht

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine bei ihm ein­ge­leg­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de wegen eins für einen Ver­stoß gegen die Schul­pflicht ver­häng­ten Buß­gel­des nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men Die Beschwer­de­füh­rer, Mit­glie­der einer bap­tis­ti­schen Glau­bens­ge­mein­schaft, sind Eltern zwei­er Kin­der, die eine Grund­schu­le in Ost­west­fa­len besu­chen. An die­ser Schu­le fan­den im Febru­ar 2007 ein Thea­ter­pro­jekt, das die Kin­der

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Reli­giö­se Vor­be­hal­te bei der Schul­pflicht

Reli­giö­se Vor­be­hal­te sind kein Grund für die Befrei­ung von der Schul­pflicht. Mit die­ser Begrün­dung wies jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richts Göt­tin­gen eine Kla­ge ab, mit der die Eltern eines Kin­des im schul­pflich­ti­gen Alter eine Befrei­ung von der Schul­pflicht für ihre Toch­ter erstreb­ten. Die etwa 10-jäh­­ri­ge Toch­ter der Klä­ger besuch­te bis­her weder eine

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Schwimm­un­ter­richt für Mus­li­ma

Mus­li­mi­sche Mäd­chen im Grund­schul­al­ter haben grund­sätz­lich kei­nen Anspruch auf Befrei­ung vom koedu­ka­ti­ven Schwimm­un­ter­richt. Regel­mä­ßig ist ihnen zumut­bar, eine den isla­mi­schen Beklei­dungs­vor­schrif­ten ent­spre­chen­de Schwimm­klei­dung zu tra­gen. Mit die­ser – gän­gi­ger Ver­wal­tungs­pra­xis zuwi­der lau­fen­den – Ent­schei­dung hat jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter in einem Eil­ver­fah­ren einen gleich­lau­ten­den Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Gel­sen­kir­chen bestä­tigt. Die

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Kein Anspruch auf "Home­schoo­ling"

Nach einem aktu­el­len Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Bre­men haben Eltern kei­nen Anspruch dar­auf haben, dass ihnen ermög­licht wird, ihre Kin­der zuhau­se (auf neu­deutsch: "Home­schoo­ling") zu unter­rich­ten. Im Land Bre­men besteht, wie in den übri­gen Bun­des­län­dern, die all­ge­mei­ne Schul­pflicht. Eine Befrei­ung kommt nach dem Schul­ge­setz nur in beson­ders begrün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len in Betracht.

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