Landgericht Stuttgart

Min­der schwe­rer Fall – oder nach § 49 StGB gemil­der­ter Regelstrafrahmen?

Das Tat­ge­richt ist zwar bei der Straf­rah­men­wahl nicht ver­pflich­tet, den jeweils für den Ange­klag­ten güns­ti­ge­ren Straf­rah­men zugrun­de zu legen; es unter­liegt viel­mehr sei­ner pflicht­ge­mä­ßen Ent­schei­dung, wel­chen Straf­rah­men es wählt. Es hat aber in einer Gesamt­wür­di­gung zu prü­fen, ob es den nach § 49 StGB gemil­der­ten Regel­straf­rah­men oder den­je­ni­gen eines minder

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LG Bremen

Straf­zu­mes­sung – und die Strafmilderungsgründe

Wer­den in den Urteils­grün­den Straf­mil­de­rungs­grün­de von Gewicht benannt, ist es ohne nähe­re Erläu­te­rung für das Revi­si­ons­ge­richt nicht nach­voll­zieh­bar, aus wel­chen Grün­den das Land­ge­richt eine Stra­fe in der Mit­te des von einem bis zu zehn Jah­re rei­chen­den Straf­rah­mens für ange­mes­sen erach­tet, obwohl es meint, kei­ne Straf­er­schwe­rungs­grün­de fest­stel­len zu kön­nen. So auch

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Straf­schär­fungs­grund: Crys­tal Meth

Allein die Art des Rausch­gifts ist für sich genom­men nicht geeig­net, einen min­der schwe­ren Fall (hier: der uner­laub­ten Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge) zu ver­nei­nen. Soweit das Gericht aus­schließ­lich mit der Erwä­gung, dass es sich bei dem Betäu­bungs­mit­tel um Crys­tal­Speed gehan­delt hat, einen min­der schwe­ren Fall ver­neint hat,

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Straf­zu­mes­sung – und die beruf­li­chen Wir­kun­gen der straf­recht­li­chen Verurteilung

beruf­li­chen Wir­kun­gen einer straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung sind regel­mä­ßig als ein bestim­men­der Straf­mil­de­rungs­grund zu berück­sich­ti­gen, wenn der Ange­klag­te durch sie sei­ne beruf­li­che oder wirt­schaft­li­che Basis ver­liert oder zu ver­lie­ren droht. Auch wenn das Tat­ge­richt, dem die Gewich­tung die­ses straf­mil­dern­den Gesichts­punkts obliegt, von Rechts wegen nicht gehal­ten ist, dem Straf­mil­de­rungs­grund ent­schei­den­des straf­mil­dern­des Gewicht beizumessen,

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Landgericht Bremen

Die „Lebens­leis­tung“ des Ange­klag­ten als Strafmilderungsgrund

Für den Bun­des­ge­richts­hof begeg­net die Berück­sich­ti­gung der „Lebens­leis­tung“ des Ange­klag­ten als straf­mil­dern­de Erwä­gung recht­li­chen Beden­ken. Der Begriff „Lebens­leis­tung“ ist eine aus­fül­lungs­be­dürf­ti­ge „Leer­for­mel“ und wird sich schwer defi­nie­ren las­sen. Nach § 46 Abs. 1 Satz 1 StGB ist vor­ran­gig die Schuld des Täters die Grund­la­ge für die Stra­fe und nicht des­sen Lebens­füh­rung oder

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Der gesetz­lich ver­typ­te Mil­de­rungs­grund – und der min­der schwe­re Fall

Sieht das Gesetz einen beson­de­ren Straf­rah­men für min­der schwe­re Fäl­le vor und ist – wie hier gemäß § 27 Abs. 2 Satz 2, § 49 Abs. 1 StGB – auch ein gesetz­lich ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund gege­ben, muss bei der Straf­rah­men­wahl im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung zunächst geprüft wer­den, ob die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de die Annahme

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Min­der schwe­rer Fall – und der gesetz­lich ver­typ­te Milderungsgrund

Sieht das Gesetz einen beson­de­ren Straf­rah­men für min­der schwe­re Fäl­le vor und ist – wie hier gemäß § 30 Abs. 1 Satz 2, § 49 Abs. 1 StGB – auch ein gesetz­lich ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund gege­ben, muss bei der Straf­rah­men­wahl im Rah­men einer Gesamt­wür­di­gung zunächst geprüft wer­den, ob die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de die Annahme

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Der beson­de­re Straf­rah­men für min­der schwe­re Fäl­le – und der gesetz­lich ver­typ­te Milderungsgrund

Sieht das Gesetz einen beson­de­ren Straf­rah­men für min­der schwe­re Fäl­le vor und ist auch ein gesetz­lich ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund gege­ben, muss bei der Straf­rah­men­wahl im Rah­men der Gesamt­wür­di­gung zunächst geprüft wer­den, ob die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de die Annah­me eines min­der schwe­ren Falls tra­gen. Ist nach einer Abwä­gung aller all­ge­mei­nen Straf­zu­mes­sungs­um­stän­de das Vorliegen

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Min­der schwe­rer Fall – und die Über­prü­fung der Strafzumessung

Die Straf­zu­mes­sung ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Es ist sei­ne Auf­ga­be, auf der Grund­la­ge des umfas­sen­den Ein­drucks, den er in der Haupt­ver­hand­lung von der Tat und der Per­sön­lich­keit des Täters gewon­nen hat, die wesent­li­chen ent­las­ten­den und belas­ten­den Umstän­de fest­zu­stel­len, sie zu bewer­ten und hier­bei gegen­ein­an­der abzu­wä­gen. Einen Ein­griff des Revisionsgerichts

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Min­der schwe­rer Fall – und der gleich­zei­tig gege­be­ne gesetz­lich ver­typ­te Milderungsgrund

Sieht das Gesetz einen min­der schwe­ren Fall vor und ist – wie hier gemäß § 27 Abs. 2 Satz 2, § 49 Abs. 1 StGB – auch ein gesetz­lich ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund gege­ben, muss bei der Straf­rah­men­wahl im Rah­men einer Gesamt­wür­di­gung zunächst geprüft wer­den, ob die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de die Annah­me eines min­der schweren

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All­ge­mei­ne Straf­mil­de­rungs­grün­de – und der Täter-Opfer-Ausgleich

Liegt ein ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund (hier: des § 46a Nr. 1 StGB) vor und trifft ein der­ar­ti­ger Mil­de­rungs­grund mit all­ge­mei­nen (nicht ver­typ­ten Mil­de­rungs­grün­den) zusam­men, so ist im Rah­men der gebo­te­nen Gesamt­be­trach­tung aller maß­geb­li­chen Straf­zu­mes­sungs­tat­sa­chen zunächst – unter Aus­klam­me­rung des beson­de­ren Mil­de­rungs­grun­des – allein auf die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de abzu­stel­len. Führt die­se Prü­fung bereits

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2 x nicht gerin­ge Menge

Bereits wie­der­holt hat der Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­den, dass eine gerin­ge Über­schrei­tung der Unter­gren­ze zur nicht gerin­gen Men­ge ein Straf­mil­de­rungs­grund ist. Das Zwei­fa­che der nicht gerin­gen Men­ge an Betäu­bungs­mit­teln ist auch noch der­art gering, dass dies jeden­falls nicht als bestim­men­der Straf­schär­fungs­grund gewer­tet wer­den kann. Im Übri­gen weist der Bun­des­ge­richts­hof dar­auf hin, dass es sich

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Die nicht mehr ganz so gerin­ge Menge

Eine nur gerin­ge Über­schrei­tung der Gren­ze zur nicht gerin­gen Men­ge ist ein Straf­mil­de­rungs­grund. Die­se Straf­zu­mes­sungs­er­wä­gung nicht in Wider­spruch zu den Fest­stel­lun­gen, aus­weis­lich derer der Grenz­wert zur nicht gerin­gen Men­ge etwa um das 7,8‑fache bzw. um das 14-fache über­schrit­ten war. Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. August 2016 – 2 StR 22/​16

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2,5 mal die nicht mehr gerin­ge Menge

Eine gerin­ge Unter­schrei­tung der Unter­gren­ze zur nicht gerin­gen Men­ge ist ein Straf­mil­de­rungs­grund. Das 2, 6fache der nicht gerin­gen Men­ge an Betäu­bungs­mit­teln ist auch noch der­art gering, dass dies jeden­falls nicht als bestim­men­der Straf­schär­fungs­grund gewer­tet wer­den kann. Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juni 2016 – 2 StR 476/​15

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Min­der schwe­rer Fall – und der gesetz­lich ver­ty­pe Milderungsgrund

Ist nach einer Abwä­gung aller all­ge­mei­nen Straf­zu­mes­sungs­ge­sichts­punk­te das Vor­lie­gen eines min­der schwe­ren Falls abzu­leh­nen, sind bei der wei­te­ren Prü­fung, ob der mil­de­re Son­der­straf­rah­men zur Anwen­dung kommt, gesetz­lich ver­typ­te Straf­mil­de­rungs­grün­de zusätz­lich her­an­zu­zie­hen. Erst wenn der Tatrich­ter danach wei­ter­hin kei­nen min­der schwe­ren Fall für gerecht­fer­tigt hält, darf er sei­ner kon­kre­ten Straf­zu­mes­sung den

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All­ge­mei­ne Mil­de­rungs­grün­de, ver­typ­te Mil­de­rungs­grün­de – und das Geständnis

Tref­fen all­ge­mei­ne Mil­de­rungs­grün­de und ein ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund zusam­men, ist zunächst zu prü­fen, ob allein die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de zur Annah­me eines min­der schwe­ren Falls füh­ren, da der ver­typ­te Mil­de­rungs­grund dann für eine Straf­rah­men­mil­de­rung nach § 49 StGB noch nicht ver­braucht ist. Erst wenn nach einer Abwä­gung aller all­ge­mei­nen Straf­zu­mes­sungs­tat­sa­chen das Vorliegen

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Der ver­typ­te Straf­mil­de­rungs­grund – und die Geldstrafe

Wird durch Anwen­dung eines ver­typ­ten Straf­mil­de­rungs­grun­des, der die Unter­gren­ze des Straf­rah­mens einer Straf­norm, wel­che nur Frei­heits­stra­fe mit erhöh­ter Min­dest­stra­fe androht, auf das gesetz­li­che Min­dest­maß abge­senkt, ist wahl­wei­se auch Geld­stra­fe bis zu 360 Tages­sät­zen mög­lich. Aller­dings benennt das Gesetz sowohl bei dem Nor­mal­straf­rah­men gemäß § 224 Abs. 1 StGB als auch bei

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