Sub­si­diä­rer Schutz­sta­tus – und die Wohn­sitz­auf­la­ge zur Inte­gra­ti­ons­er­leich­te­rung

Bei Per­so­nen mit sub­si­diä­rem Schutz­sta­tus ist eine Wohn­sitz­auf­la­ge zuläs­sig, wenn sie in stär­ke­rem Maß mit Inte­gra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten kon­fron­tiert sind als ande­re Per­so­nen, die kei­ne EU-Bür­ger sind und sich recht­mä­ßig in dem Mit­glied­staat auf­hal­ten, der die­sen Schutz gewährt hat. Nach der sog. Qua­li­fi­ka­ti­ons­richt­li­nie müs­sen die Mit­glied­staa­ten die Bewe­gungs­frei­heit von Per­so­nen, denen sie

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Auf­ent­halts­ti­tel – und der bestands­kräf­ti­ge Abschluss des Asyl­ver­fah­rens

Ein Asyl­ver­fah­ren ist nicht im Sin­ne des § 10 Abs. 1 Auf­en­thG bestands­kräf­tig abge­schlos­sen, wenn zwar die Fest­stel­lung des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge, dass die Vor­aus­set­zun­gen von Abschie­bungs­schutz nach natio­na­lem Recht (§ 60 Abs. 5 oder 7 Auf­en­thG) vor­lie­gen, bestands­kräf­tig gewor­den ist, nicht aber die Ent­schei­dung über die Ver­sa­gung inter­na­tio­na­len Schut­zes; die

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Wert der Tätig­keit des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten vor dem Arbeits­ge­richt

In einem arbeits­ge­richt­li­chen Urteils­ver­fah­ren kommt neben der Fest­set­zung des für die Gerichts­ge­büh­ren maß­ge­ben­den Werts gemäß § 63 Abs. 2 GKG auch die hier­von nicht erfass­te Fest­set­zung des Werts des Gegen­stands der anwalt­li­chen Tätig­keit gemäß § 33 RVG für die Ver­hand­lung von nicht rechts­hän­gi­gen Gegen­stän­den, über die kein Ver­gleich zustan­de gekom­men ist,

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Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men – und das deut­sche Trea­ty Over­ri­de

Der Gesetz­ge­ber ist auch dann nicht am Erlass eines Geset­zes gehin­dert, wenn die­ses zu völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen im Sin­ne von Art. 59 Abs. 2 Satz 1 GG im Wider­spruch steht. Dies hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aktu­ell in einem Ver­fah­ren der kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le auf die Rich­ter­vor­la­ge des Bun­des­fi­nanz­hofs zu § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG ent­schie­den,

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Aus­lie­fe­rung nach Russ­land

Im Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren haben deut­sche Gerich­te zu prü­fen, ob die Aus­lie­fe­rung und die ihr zugrun­de­lie­gen­den Akte des ersu­chen­den Staa­tes mit dem nach Art. 25 GG in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ver­bind­li­chen völ­ker­recht­li­chen Min­dest­stan­dard und den unab­ding­ba­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­sät­zen ver­ein­bar sind . Zu den unab­ding­ba­ren Grund­sät­zen der deut­schen ver­fas­sungs­recht­li­chen Ord­nung zählt wegen Art.

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Zweit­an­trag eines unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Asyl­be­wer­bers – und die Zustän­dig­keit

Die Zustän­dig­keits­be­stim­mun­gen für unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge in Art. 6 der Dub­lin II-VO sind indi­vi­du­al­schüt­zend, da sie nicht nur die Bezie­hun­gen zwi­schen den Mit­glied­staa­ten regeln, son­dern (auch) dem Grund­rechts­schutz die­nen. Die rechts­wid­ri­ge Ableh­nung eines Asyl­an­trags als unzu­läs­sig wegen ander­wei­ti­ger inter­na­tio­na­ler Zustän­dig­keit nach § 27a AsylG kann wegen der ungüns­ti­ge­ren Rechts­fol­gen nicht in eine

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"Ver­schluss­sa­che – Nur für den Dienst­ge­brauch" – und die Sper­r­erklä­rung

Gemäß § 99 Abs. 1 Satz 1 VwGO sind Behör­den zur Vor­la­ge von Urkun­den oder Akten und zu Aus­künf­ten an das Gericht ver­pflich­tet. Wenn das Bekannt­wer­den des Inhalts die­ser Urkun­den, Akten oder Aus­künf­te dem Wohl des Bun­des oder eines deut­schen Lan­des Nach­tei­le berei­ten wür­de oder wenn die Vor­gän­ge nach einem Gesetz oder

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Die betrü­ge­risch erlang­te Abschlag­zah­lung der Ver­si­che­rung

Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer auf­grund sei­ner Scha­dens­mel­dung eine Abschlags­zah­lung von der Ver­si­che­rung erhal­ten, liegt ein voll­ende­ter Betrug vor, hin­ter den der Ver­such des Erlan­gens wei­te­rer Zah­lun­gen als sub­si­di­är zurück­tritt. Das gilt auch hin­sicht­lich der Ver­fol­gung der For­de­rung im Zivil­pro­zess­weg . Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Novem­ber 2015 – 5 StR 463/​15

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Bestehen­der sub­si­diä­rer Schutz in Ita­li­en – und der Asyl­an­trag in Deutsch­land

Wur­de einem Asyl­be­wer­ber bereits in einem ande­ren EU-Mit­­­glied­s­­staat (sub­si­diä­rer) Schutz gewährt, ist die­ser EU-Staat nach Art. 12 Dub­­lin-III-Ver­­or­d­­nung für die Bear­bei­tung auch des in Deutsch­land gestell­ten Asyl­an­trags zustän­dig. Die Zustän­dig­keit kann aber auf das deut­sche Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge über­ge­hen, etwa wenn die Frist für den Voll­zug der Rück­über­stel­lung

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Dieb­stahls oder gewerbs­mä­ßi­ger Heh­le­rei? – die geset­zes­al­ter­na­ti­ve Ver­ur­tei­lung

Ist die Rechts­fi­gur der geset­zes­al­ter­na­ti­ven Ver­ur­tei­lung, ins­be­son­de­re bei einer Ver­ur­tei­lung wegen (gewerbs­mä­ßig began­ge­nen) Dieb­stahls oder gewerbs­mä­ßi­ger Heh­le­rei, mit Art. 103 Abs. 2 GG ver­ein­bar? Mit die­ser Fra­ge der Zuläs­sig­keit der "ech­ten" Wahl­fest­stel­lung muss sich dem­nächst auf eine ent­spre­chen­de Vor­la­ge des 2. Straf­se­nats der Gro­ße Senat für Straf­sa­chen des Bun­des­ge­richts­hofs befas­sen. Inhalts­über­sichtDie

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Zwangs­ver­hei­ra­tung als Asyl­grund – die Yezi­den in Arme­ni­en

Nach den Erkennt­nis­sen des Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin kann es inner­halb der Volks­grup­pe der Yezi­den in Arme­ni­en zu Fäl­len von Zwangs­ver­hei­ra­tun­gen kom­men (hier: beab­sich­tig­te Ver­hei­ra­tung einer Wit­we durch ihren Vater) Gemäß § 3 Abs. 4 AsylG wird einem Aus­län­der die Flücht­lings­ei­gen­schaft zuer­kannt, wenn er Flücht­ling im Sin­ne des § 3 Abs. 1 AsylG ist. Danach ist

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Das noch nicht abge­schlos­se­ne Asyl­ver­fah­ren – und der Auf­ent­halts­ti­tel

Ein Aus­län­der hat kei­nen Anspruch auf einen Auf­ent­halts­ti­tel, wenn das Asyl­ver­fah­ren noch nicht voll­stän­dig abge­schlos­sen ist; dies gilt auch dann, wenn das Bun­des­amt zwar Abschie­bungs­schutz zuge­spro­chen, den Antrag auf inter­na­tio­na­len Schutz (Flücht­lings­schutz, sub­si­diä­ren Schutz) aber abge­lehnt hat und der Aus­län­der gericht­lich den wei­ter­ge­hen­den Schutz anstrebt. Dies hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in

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Burun­di: Sub­si­diä­rer Schutz wegen Unru­hen

Die gegen­wär­ti­ge Situa­ti­on in Burun­di (Stand: 09/​2015) gebie­tet die Zuer­ken­nung von sub­si­diä­rem Schutz für Asyl­be­wer­ber aus die­sem Her­kunfts­staat. Sie ist als inner­staat­li­cher bewaff­ne­ter Kon­flikt iSd. § 4 Abs. 1 Nr. 3 AsylVfG iVm. Art. 15 lit. c QRL zu betrach­ten, der Zivil­per­so­nen einer ernst­haf­ten indi­vi­du­el­len Bedro­hung des Lebens oder ihrer Unver­sehrt­heit aus­setzt. Nach einer

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Asyl und sub­si­diä­rer Schutz – und der Prüf­um­fang bei Zweit­an­trä­gen

Die Prü­fung von Schutz­ge­su­chen ist bei Zweit­an­trä­gen iSd. § 71 a AsylVfG mate­ri­ell auf die gel­tend gemach­ten Wie­der­auf­grei­fens­grün­de beschränkt. Nach § 71 a Abs. 1 AsylVfG ist nach erfolg­lo­sem Abschluss eines Asyl­ver­fah­rens in einem siche­ren Dritt­staat, für den Rechts­vor­schrif­ten der Euro­päi­schen Gemein­schaft über die Zustän­dig­keit für die Durch­füh­rung von Asyl­ver­fah­ren gel­ten oder mit

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Kon­ver­si­on zum Chris­ten­tum – und der sub­si­diä­re uni­ons­recht­li­che Abschie­bungs­schutz

Mit der Fra­ge der unmensch­li­chen oder ernied­ri­gen­den Behand­lung im Sin­ne des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 AsylVfG in der Isla­mi­schen Repu­blik Afgha­ni­stan infol­ge einer Kon­ver­si­on vom Islam zum Chris­ten­tum hat­te sich aktu­ell das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Lüne­burg zu befas­sen. Das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt war dabei im ent­schie­de­nen Fall nicht davon über­zeugt, dass

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Buch­füh­rungs­pflicht einer aus­län­di­schen Immo­bi­li­en­ka­pi­tal­ge­sell­schaft

Es ist für den Bun­des­fi­nanz­hof ernst­lich zwei­fel­haft, ob eine aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft, die nach § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 2 EStG 2009 i.V.m. § 2 Nr. 1 KStG 2002 mit ihren inlän­di­schen Ver­mie­tungs­ein­künf­ten beschränkt kör­per­schaft­steu­er­pflich­tig ist, zu den gewerb­li­chen Unter­neh­mern i.S. von § 141 AO gehört und des­halb nach die­ser Vor­schrift buch­füh­rungs­pflich­tig ist.

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Akten­ein­sicht im Steu­er­straf­ver­fah­ren – und die Betriebs­prü­fungs­ak­ten des Ver­an­la­gungs­fi­nanz­amts

Das Akten­ein­sichts­recht des Ver­tei­di­gers nach § 147 Abs. 1 StPO erstreckt sich im steu­er­straf­recht­li­chen Ver­fah­ren auch auf die von der ermit­teln­den Steu­er­straf­­sa­chen- und Steu­er­fahn­dungs­stel­le (Steu­Fa) bei­gezo­ge­nen Betriebs­prü­fungs­ak­ten des Ver­an­la­gungs­fi­nanz­amts. Die­se wären bei Ankla­ge­er­he­bung zusam­men mit den Ermitt­lungs­ak­ten nach § 199 Abs. 2 S. 2 StPO dem Gericht vor­zu­le­gen gewe­sen. Ver­wei­gert die Steu­Fa nach

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Grund­rech­te für aus­län­di­sche Akti­en­ge­sell­schaf­ten

Nach Art.19 Abs. 3 GG gel­ten die Grund­rech­te auch für inlän­di­sche juris­ti­sche Per­so­nen, soweit sie ihrem Wesen nach auf die­se anwend­bar sind. Auf­grund des Anwen­dungs­vor­rangs der Grund­frei­hei­ten (Art. 26 Abs. 2 AEUV) und des all­ge­mei­nen Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bots aus Grün­den der Staats­an­ge­hö­rig­keit (Art. 18 AEUV) gilt dies auch für juris­ti­sche Per­so­nen aus ande­ren Mit­glied­staa­ten

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Sub­si­diä­re Schutz­ge­wäh­rung in einem ande­ren EU-Staat – und der erneu­te Asyl­an­trag

Vor dem 20.07.2015 gestell­te Asyl­an­trä­ge dür­fen auf­grund der Über­gangs­re­ge­lung in Art. 51 Unter­ab­satz 1 der Richt­li­nie 2013/​32/​EU nicht allein des­halb als unzu­läs­sig behan­delt wer­den, weil dem Antrag­stel­ler in einem ande­ren Mit­glied­staat bereits sub­si­diä­rer Schutz gewährt wor­den ist. In die­sen Fäl­len ist der Asyl­an­trag nicht schon des­halb unzu­läs­sig, weil ihm in einem

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Eltern­un­ter­halt: Heim­kos­ten und die Aus­wahl des Pfle­ge­heims

Der Unter­halts­be­darf des Eltern­teils bestimmt sich grund­sätz­lich durch sei­ne Unter­brin­gung in einem Heim und deckt sich regel­mä­ßig mit den dort anfal­len­den Kos­ten . Hat der sozi­al­hil­fe­be­dürf­ti­ge Unter­halts­be­rech­tig­te zu den Kri­te­ri­en der Heim­aus­wahl noch kei­nen Vor­trag gehal­ten, genügt der Unter­halts­pflich­ti­ge sei­ner Oblie­gen­heit zum sub­stan­ti­ier­ten Bestrei­ten dadurch, dass er kon­kre­te, kos­ten­güns­ti­ge­re Hei­me

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Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und die unge­klär­te Rechts­fra­ge

Pro­zess­kos­ten­hil­fe ist auch dann zu gewäh­ren, wenn die Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che von der Beant­wor­tung einer schwie­ri­gen, bis­lang unge­klär­ten Rechts­fra­ge abhängt. Maß­stab für die ver­fas­sungs­recht­li­che Kon­trol­le gericht­li­cher Ent­schei­dun­gen über Pro­­zess- bezie­hungs­wei­se Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe­an­trä­ge ist Art. 3 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit dem Rechts­staats­prin­zip des Art.20 Abs. 3 GG, die eine weit­ge­hen­de Anglei­chung der Situa­ti­on

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Abschie­bungs­ver­bot – und sub­si­diä­rer Schutz­sta­tus

Die Fest­stel­lung eines Abschie­bungs­ver­bots nach § 60 Abs. 2 Auf­en­thG in der bis zum 30.11.2013 gel­ten­den Fas­sung ist nicht mit der Zuer­ken­nung des sub­si­diä­ren Schutz­sta­tus nach § 4 Abs. 1 AsylVfG gleich­zu­set­zen, so dass die Ertei­lung einer Auf­ent­halts­er­laub­nis nach § 25 Abs. 2 Auf­en­thG n.F. auf der Grund­la­ge der Fest­stel­lung nach § 60 Abs.

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Wohn­sitz­auf­la­gen für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat in drei bei ihm anhän­gi­gen Ver­fah­ren ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on gerich­tet zur Klä­rung der Fra­ge, ob Wohn­sitz­auf­la­gen für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te mit Art. 33 und/​oder Art. 29 der Richt­li­nie 2011/​95/​EU ver­ein­bar sind. Es wird gemäß Art. 267 AEUV eine Vor­ab­ent­schei­dung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen

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Asyl­ver­fah­ren und der sub­si­diä­re uni­ons­recht­li­che Schutz

Der Asyl­be­wer­ber hat bei einer Ein­stel­lung sei­nes Asyl­ver­fah­rens nach §§ 32, 33 Abs. 1 AsylVfG (a.F.) vor Inkraft­tre­ten der Ände­rung des Asyl­ver­fah­rens­ge­set­zes zum 1.12 2013 wei­ter­hin grund­sätz­lich einen Anspruch auf Ent­schei­dung über uni­ons­recht­li­chen sub­si­diä­ren Schutz (nun­mehr nach § 4 Abs. 1 AsylVfG) und hilfs­wei­se über natio­na­len Abschie­bungs­schutz. Für die vom Gericht zu tref­fen­de

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