Der nur ange­kün­dig­te Antrag – und die Ent­schei­dungs­grün­de

Die Tat­sa­che der Ankün­di­gung eines in der münd­li­chen Ver­hand­lung nicht gestell­ten Antrags gehört nicht zu den ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen. Die Pro­zess­ge­schich­te muss die­je­ni­gen Tat­sa­chen ent­hal­ten, die für die Ent­schei­dung des Gerichts maß­ge­bend sind . Hier­zu gehö­ren bei Anträ­gen etwa Tat­sa­chen betref­fend Kla­ge­än­de­run­gen, Kla­ge­rück­nah­men, über­ein­stim­men­de Erle­di­gungs­er­klä­run­gen sowie Betei­lig­ten­wech­sel, nicht aber die Dar­stel­lung

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Tat­be­stands­be­rich­ti­gung wegen Unklar­heit

Die Berich­ti­gung des Tat­be­stan­des nach § 119 VwGO wegen Unklar­heit ist nicht anhand der ein­zel­nen For­mu­lie­rung einer tat­säch­li­chen Fest­stel­lung, son­dern auf­grund einer Gesamt­be­trach­tung des Kon­tex­tes der ein­zel­nen Fest­stel­lung inner­halb der Dar­stel­lung des Sach- und Streit­stan­des zu beur­tei­len. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass nach § 117 Abs. 3 Satz 1 VwGO der Sach-

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Revi­si­ons­ur­teil – und der Tat­be­stands­be­rich­ti­gungs- und ‑ergän­zungs­an­trag

Über einen Antrag auf Tat­be­stands­be­rich­ti­gung hat der Spruch­kör­per in der Beset­zung aller Rich­ter zu ent­schei­den, die an dem Urteil mit­ge­wirkt haben, soweit sie dem Gericht noch ange­hö­ren, auch wenn sie zwi­schen­zeit­lich den Spruch­kör­per gewech­selt haben. Der Tat­be­stand eines Revi­si­ons­ur­teils unter­liegt der Tat­be­stands­be­rich­ti­gung gemäß § 119 Abs. 1 VwGO nur bezüg­lich eige­ner

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Tat­be­stands­be­rich­ti­gungs­an­trag – und die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit

Ein Tat­be­stands­be­rich­ti­gungs­an­trag ist man­gels Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses abzu­leh­nen, wenn die zu berich­ti­gen­de Fest­stel­lung nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich war. Das für einen Tat­be­stands­be­rich­ti­gungs­an­trag erfor­der­li­che Rechts­schutz­be­dürf­nis ist man­gels Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit nicht gege­ben, wenn die betrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen für die Vor­ent­schei­dung nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich waren und eben­so wenig für das vor­lie­gen­de Revi­si­ons­ver­fah­ren ent­schei­dungs­er­heb­lich sind. Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 30. März 2017

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Tat­be­stands­be­rich­ti­gung – und die Rüge unzu­tref­fen­der Tat­sa­chen- und Beweis­wür­di­gung

Soweit die Klä­ger eine (ver­meint­lich) unzu­tref­fen­de Tat­­sa­chen- und Beweis­wür­di­gung sowie eine (ver­meint­lich) feh­ler­haf­te Rechts­an­wen­dung rügen, kön­nen sie im Rah­men eines Tat­be­stands­be­rich­ti­gungs­an­trags nicht gehört wer­den. Nach § 108 Abs. 1 FGO kann, wenn der Tat­be­stand des Urteils ande­re Unrich­tig­kei­ten oder Unklar­hei­ten ent­hält, die Berich­ti­gung bin­nen zwei Wochen nach Zustel­lung des Urteils bean­tragt

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Die for­mu­lar­haf­te Beru­fungs­be­grün­dung – und der vor­geb­lich fal­sche Urteils­tat­be­stand

Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO muss die Beru­fungs­be­grün­dung die Umstän­de bezeich­nen, aus denen sich nach Ansicht des Beru­fungs­klä­gers die Rechts­ver­let­zung und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung erge­ben. Dazu gehört eine aus sich her­aus ver­ständ­li­che Anga­be, wel­che bestimm­ten Punk­te des ange­foch­te­nen Urteils der Beru­fungs­klä­ger bekämpft und wel­che tat­säch­li­chen

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Lücken im Urteils­tat­be­stand – und die Bezug­nah­me auf Par­tei­vor­trag

Zwar ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aner­kannt, dass dem Tat­be­stand kei­ne Beweis­kraft zukommt, wenn und soweit er Wider­sprü­che, Lücken oder Unklar­hei­ten auf­weist . Sol­che Män­gel müs­sen sich aller­dings aus dem Urteil selbst erge­ben . Die­sem Erfor­der­nis ist genügt, wenn ein Wider­spruch zwi­schen den tat­be­stand­li­chen Fest­stel­lun­gen und einem kon­kret in

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Der erst­in­stanz­lich nicht ent­schie­de­ne Fest­stel­lungs­an­trag

Hat das Erst­ge­richt über einen vom Klä­ger gestell­ten Fest­stel­lungs­an­trag nicht ent­schie­den und die­sen Antrag auch nicht in den Tat­be­stand sei­nes (unvoll­stän­di­gen) Urteils auf­ge­nom­men und hat der Klä­ger weder Tat­be­stands­be­rich­ti­gung noch Urteils­er­gän­zung bean­tragt, ist die Rechts­hän­gig­keit der Kla­ge, soweit sie Gegen­stand des über­gan­ge­nen Antrags gewe­sen ist, mit dem Ablauf der Antrags­frist

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Tat­be­stands­be­rich­ti­gung oder Beschluss­ergän­zung?

Die Berich­ti­gung einer Ent­schei­dung gemäß § 319 ZPO, die unab­hän­gig von einer Aus­schluss­frist von Amts wegen vor­zu­neh­men ist, kommt allein hin­sicht­lich offen­kun­di­ger Unrich­tig­kei­ten in Betracht, die sich grund­sätz­lich bereits aus der Ent­schei­dung selbst erge­ben müs­sen. Eine Berich­ti­gung des Tat­be­stan­des gemäß § 320 ZPO, die auch einen unrich­tig wie­der­ge­ge­be­nen Sach­an­trag zum

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Tat­be­stand­li­che Fest­stel­lun­gen in Fami­li­en­sa­chen

Tat­be­stand­li­che Fest­stel­lun­gen des Beschwer­de­ge­richts in einer Fami­li­en­streit­sa­che kön­nen nicht mit der Ver­fah­rens­rüge aus §§ 74 Abs. 3 Satz 3, 71 Abs. 3 Nr. 2 lit. b FamFG oder mit einer ent­spre­chen­den ver­fah­rens­recht­li­chen Gegen­rü­ge des Rechts­be­schwer­de­geg­ners ange­grif­fen wer­den, son­dern allein mit einem Antrag auf Tat­be­stands­be­rich­ti­gung nach § 113 Abs. 1 FamFG i.V.m. § 320 ZPO

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Tat­be­stands­be­rich­tung und die Wer­tun­gen des Gerichts

Nach § 119 VwGO kön­nen nur die im Ur­teil ent­hal­te­nen tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen be­rich­tigt wer­den, nicht die dar­auf be­zo­ge­nen Wer­tun­gen des Ge­richts. Daher wird eine auf ak­ten­wid­ri­gen Fest­stel­lun­gen be­ru­hen­de Ver­let­zung des Über­zeu­gungs­grund­sat­zes nach § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO nicht da­durch ge­heilt, dass die Ak­ten­wid­rig­keit im Wege der Tat­be­stands­be­rich­ti­gung be­ho­ben wird. Die

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Tat­be­stands­be­rich­ti­gung im Beru­fungs­ur­teil

Eine Unrich­tig­keit tat­be­stand­li­cher Fest­stel­lun­gen im Beru­fungs­ur­teil kann in der Revi­si­ons­in­stanz mit einer Ver­fah­rens­rüge nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b ZPO gel­tend gemacht wer­den, soweit eine Berich­ti­gung des Tat­be­stan­des nach § 320 ZPO bean­tragt wor­den ist und sich aus der den Berich­ti­gungs­an­trag zurück­wei­sen­den Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts ergibt, dass sei­ne tat­be­stand­li­chen

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