Die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers vor dem Finanz­ge­richt

Der Tes­ta­ments­voll­stre­cker ist vor dem Finanz­ge­richt pro­zess­füh­rungs­be­fugt, wenn die strei­ti­ge Steu­er­schuld Teil des Nach­las­ses sind. Die Rege­lung zur Gesamt­rechts­nach­fol­ge in § 45 Abs. 2 AO ver­weist für die aus dem Nach­lass zu ent­rich­ten­den abga­ben­recht­li­chen Schul­den auf die bür­ger­­lich-rech­t­­li­chen Vor­schrif­ten. Nach § 2213 BGB kön­nen Ansprü­che, die sich gegen den Nach­lass rich­ten,

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Der Betreu­er als Tes­ta­ments­voll­stre­cker – oder: Ver­un­treu­ung per Tes­ta­ment

Ver­an­lasst ein ver­mö­gens­für­sor­ge­pflich­ti­ger gesetz­li­cher Betreu­er (§§ 1896 ff. BGB) eine von ihm betreu­te tes­tier­un­fä­hi­ge Per­son, ihn tes­ta­men­ta­risch zu begüns­ti­gen, so liegt dar­in – ent­ge­gen dem Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts Cel­le vom 13.02.2013 – noch kein Gefähr­dungs­scha­den. Solan­ge die betreu­te (hier: demen­te) Per­son lebt, ist durch das Tes­ta­ment der Wert ihres Ver­mö­gens

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Das unent­gelt­li­che Grund­stücks­ge­schäft des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers – und die Bewer­tung von Mit­ei­gen­tums­an­tei­len

Bei der Beur­tei­lung der Unent­gelt­lich­keit einer Ver­fü­gung des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers gemäß § 2205 Satz 3 BGB ist beim Erwerb eines in den Nach­lass fal­len­den Mit­ei­gen­tums­an­teils an einem Grund­stück durch den Tes­ta­ments­voll­stre­cker per­sön­lich kein Wert­ab­schlag vor­zu­neh­men, wenn sich durch den Ver­trag sämt­li­che Mit­ei­gen­tums­an­tei­le an dem Grund­stück in sei­ner Hand ver­ei­ni­gen sol­len . Gemäß

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Grund­stücks­er­werb durch den Tes­ta­ments­voll­stre­cker – und die fami­li­en­ge­richt­li­che Geneh­mi­gung

Der Erwerb eines Grund­stücks durch einen Tes­ta­ments­voll­stre­cker, der den Nach­lass für einen min­der­jäh­ri­gen Allein­er­ben ver­wal­tet, bedarf nicht der fami­li­en­ge­richt­li­chen Geneh­mi­gung. Eine Geneh­mi­gungs­be­dürf­tig­keit besteht weder unter dem recht­li­chen Gesichts­punkt des Grund­stücks­er­werbs durch einen Min­der­jäh­ri­gen noch unter dem­je­ni­gen einer Über­schrei­tung der Ver­pflich­tungs­er­mäch­ti­gung des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers. Auch auf die für den ding­li­chen Erwerb gel­ten­den

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Behin­der­ten­tes­ta­ment – und die Betreu­er­ver­gü­tung

Bei einer durch ein Behin­der­ten­tes­ta­ment auf den Betrof­fe­nen über­tra­ge­nen (Vor)Erbschaft und gleich­zei­ti­ger Anord­nung der Tes­ta­ments­voll­stre­ckung wird der Tes­ta­ments­voll­stre­cker durch die Fest­set­zung der Betreu­er­ver­gü­tung aus dem Ver­mö­gen des Betrof­fe­nen nicht in eige­nen Rech­ten unmit­tel­bar betrof­fen. Er ist des­halb weder an dem Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­ver­fah­ren zu betei­li­gen noch steht ihm gegen die abschlie­ßen­de Fest­set­zungs­ent­schei­dung

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Gesell­schafter­lis­te mit Tes­ta­ments­voll­stre­cker­ver­merk

Das Regis­ter­ge­richt darf bei einer GmbH die Auf­nah­me einer mit einem Tes­ta­ments­voll­stre­cker­ver­merk ver­se­he­nen Gesell­schafter­lis­te ableh­nen. Das Regis­ter­ge­richt darf prü­fen, ob die Gesell­schafter­lis­te den for­ma­len Anfor­de­run­gen des § 40 GmbHG ent­spricht, und darf bei Bean­stan­dun­gen die Ent­ge­gen­nah­me ver­wei­gern . Die­ses for­ma­le Prü­fungs­recht umfasst die Prü­fung, ob Ver­än­de­run­gen in den Per­so­nen der

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Der Scha­dens­er­satz­pro­zess gegen den frü­he­ren Tes­ta­ments­voll­stre­cker

Der Scha­dens­er­satz­an­spruch gegen den frü­he­ren Tes­ta­ments­voll­stre­cker aus § 2219 BGB unter­liegt grund­sätz­lich der Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis des nach­fol­gen­den Tes­ta­ments­voll­stre­ckers. Eine Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis des ein­zel­nen Mit­er­ben besteht bei dem Vor­wurf einer die­sen ein­zel­nen Mit­er­ben benach­tei­li­gen­den Teil­aus­ein­an­der­set­zung jeden­falls dann nicht, wenn die Vor­aus­set­zung für eine Teil­aus­ein­an­der­set­zung nicht vor­ge­le­gen haben und der Mit­er­be des­halb Zah­lung nur

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Der ent­las­se­ne Tes­ta­ments­voll­stre­cker – und das Recht zur Nach­fol­ger­be­nen­nung

Ist ein Tes­ta­ments­voll­stre­cker im Tes­ta­ment ermäch­tigt, sei­nen Nach­fol­ger zu benen­nen, gilt das auch im Fall sei­ner Ent­las­sung aus dem Amt wegen Pflicht­ver­let­zung, sofern sich aus dem Tes­ta­ment nichts ande­res ergibt. Vor­lie­gend hat das Nach­lass­ge­richt hat die Tes­ta­ments­voll­stre­cke­rin aus dem Amt ent­las­sen; der Beschluss und damit die Ent­las­sung wur­de mit Bekannt­ga­be

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Grund­buch­be­rich­ti­gungs­an­trag des Mit­er­ben trotz Tes­ta­ments­voll­stre­ckung

Ein Mit­er­be ist auch dann berech­tigt, die Grund­buch­be­rich­ti­gung zu bean­tra­gen, wenn das betref­fen­de Grund­stück der Ver­wal­tung eines Tes­ta­ments­voll­stre­ckers unter­liegt. Gemäß § 2211 BGB kann der Erbe über einen der Ver­wal­tung des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers unter­lie­gen­den Nach­lass­ge­gen­stand nicht ver­fü­gen. Bei dem Antrag auf Grund­buch­be­rich­ti­gung han­delt es sich aber nicht um eine Ver­fü­gung über

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Der Tes­ta­ments­voll­stre­ckung und die Erb­schaft­steu­er­erklä­rung

Ein Tes­ta­ments­voll­stre­cker ist nach § 31 Abs. 5 Satz 1 ErbStG zur Abga­be einer Erb­schaft­steu­er­erklä­rung für einen Erwer­ber nur ver­pflich­tet, wenn sich die Tes­ta­ments­voll­stre­ckung auf den Gegen­stand des Erwerbs bezieht und das Finanz­amt die Abga­be der Erklä­rung vom Tes­ta­ments­voll­stre­cker ver­langt. Nach § 122 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 155 Abs. 1 Satz 2 AO

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Ver­fü­gungs­be­fug­nis des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers bei der Ver­wal­tungs­voll­stre­ckung

Der Tes­ta­ments­voll­stre­cker, dem nach § 2209 S.1, Hs. 1 BGB ledig­lich die Ver­wal­tung des Nach­las­ses ohne Zuwei­sung ande­rer Auf­ga­ben über­tra­gen wur­de, ist im Zwei­fel befugt, über die Nach­lass­ge­gen­stän­de zu ver­fü­gen. Nach § 2205 BGB ist der Tes­ta­ments­voll­stre­cker mit der ihm über­tra­ge­nen Ver­wal­tung des Nach­las­ses grund­sätz­lich auch zur Vor­nah­me aller Hand­lun­gen als befugt

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Der Tes­ta­ments­voll­stre­cker und das Vor­kaufs­recht des Erben

Ein Tes­ta­ments­voll­stre­cker kann weder im Wege der gewill­kür­ten noch der gesetz­li­chen Pro­zess­stand­schaft vor­ge­hen, wenn für das von ihm ver­folg­te, im Grund­buch ein­ge­tra­ge­ne sub­jek­tiv­per­sön­li­che Vor­kaufs­recht (§ 1094 Abs. 1 BGB) eine Über­trag­bar­keit o. ä. aus dem Grund­buch nicht ersicht­lich ist. Gesetz­li­che Pro­zess­stand­schaft des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers Eine gesetz­li­che Pro­zess­stand­schaft des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers ist nicht gege­ben.

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Bestim­mung des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers durch den Notar

Die Rege­lung in einem nota­ri­el­len Tes­ta­ment, dass der Notar die Per­son des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers bestim­men soll (vgl. § 2198 Abs. 1 Satz 1 BGB), ist wegen des Ver­bots der Ver­schaf­fung eines recht­li­chen Vor­teils zuguns­ten des Notars gemäß § 7 Nr. 1 BeurkG unwirk­sam. Zwar kann der Erb­las­ser gemäß § 2198 Abs. 1 Satz 1 BGB die Bestim­mung

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Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis eines Tes­ta­ments­voll­stre­ckers

Ein Tes­ta­ments­voll­stre­cker kann weder im Wege der gewill­kür­ten noch der gesetz­li­chen Pro­zess­stand­schaft vor­ge­hen, wenn für das von ihm ver­folg­te, im Grund­buch ein­ge­tra­ge­ne sub­jek­tiv­per­sön­li­che Vor­kaufs­recht eine Über­trag­bar­keit o. ä. aus dem Grund­buch nicht ersicht­lich ist. Kei­ne gesetz­li­che Pro­zess­stand­schaft Eine gesetz­li­che Pro­zess­stand­schaft des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers ist nicht gege­ben. Die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis ist das Recht,

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Das höchst­per­sön­li­che Vor­kaufs­recht und die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers

Ein Tes­ta­ments­voll­stre­cker kann weder im Wege der gewill­kür­ten noch der gesetz­li­chen Pro­zess­stand­schaft vor­ge­hen, wenn für das von ihm ver­folg­te, im Grund­buch ein­ge­tra­ge­ne sub­jek­tiv­per­sön­li­che Vor­kaufs­recht eine Über­trag­bar­keit o. ä. aus dem Grund­buch nicht ersicht­lich ist. Kei­ne gesetz­li­che Pro­zess­stand­schaft Die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis ist das Recht, ein behaup­te­tes Recht im Pro­zess im eige­nen Namen

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Der Tes­ta­ments­voll­stre­cker und das per­sön­li­che Vor­kaufs­recht des Erb­las­sers

Ein Tes­ta­ments­voll­stre­cker kann weder im Wege der gewill­kür­ten noch der gesetz­li­chen Pro­zess­stand­schaft vor­ge­hen, wenn für das von ihm ver­folg­te, im Grund­buch ein­ge­tra­ge­ne sub­jek­tiv­per­sön­li­che Vor­kaufs­recht eine Über­trag­bar­keit o. ä. aus dem Grund­buch nicht ersicht­lich ist. Kei­ne gesetz­li­che Pro­zess­stand­schaft Eine gesetz­li­che Pro­zess­stand­schaft des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers ist nicht gege­ben. Die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis ist das Recht,

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Haus­geld­schul­den der vom Tes­ta­ments­voll­stre­cker erwor­be­nen Eigen­tums­woh­nung

Gehört eine Eigen­tums­woh­nung zu dem Nach­lass, weil sie der Tes­ta­ments­voll­stre­cker für den Erben mit Nach­lass­mit­teln erwor­ben hat, sind die Haus­geld­schul­den, die wäh­rend der Dau­er der Tes­ta­ments­voll­stre­ckung fäl­lig wer­den, Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten. Die Haus­geld­for­de­run­gen sind damit Nach­lass­schul­den, die gemäß § 2213 Abs. 1 Satz 1 BGB sowohl gegen den Erben als auch gegen den Beklag­ten

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Zer­ti­fi­zier­ter Tes­ta­ments­voll­stre­cker

Die Ver­wen­dung der Bezeich­nung "zer­ti­fi­zier­ter Tes­ta­ments­voll­stre­cker (AGT)" durch einen Rechts­an­walt ver­stößt grund­sätz­lich weder gegen das anwalt­li­che Berufs­recht noch gegen das Irre­füh­rungs­ver­bot, sofern der Betref­fen­de sowohl in theo­re­ti­scher als auch in prak­ti­scher Hin­sicht bestimm­te Anfor­de­run­gen erfüllt. In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall ist der beklag­te Rechts­an­walt Part­ner einer Anwalts­kanz­lei in

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Tes­ta­ments­voll­stre­cker und die Bekannt­ga­be des Erb­schaft­steu­er­be­schei­des

Nach § 122 Abs. 1 Satz 1 AO ist ein Ver­wal­tungs­akt dem­je­ni­gen Betei­lig­ten bekannt zu geben, für den er bestimmt ist oder der von ihm betrof­fen wird. Der Erb­schaft­steu­er­be­scheid ist für den jewei­li­gen Erben bestimmt, weil er als Erwer­ber (§§ 3 Abs. 1 Nr. 1, 6 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 4 ErbStG) Steu­er­schuld­ner (§ 20 Abs.

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Tes­ta­ments­voll­stre­cker­ver­gü­tung nach der Neu­en Rhei­ni­schen Tabel­le

Bei der Bestim­mung der ange­mes­se­nen Ver­gü­tung des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers kann – wenn auch nicht sche­ma­tisch – die sog. Neue Rhei­ni­sche Tabel­le als Anhalt her­an­ge­zo­gen wer­den. Das gilt auch bei über­durch­schnitt­lich wert­hal­ti­gen Nach­läs­sen (hier: Brut­to­nach­lass­wert von über 3 Mil­lio­nen Euro). Bemes­sungs­grund­la­ge für die Regel­ver­gü­tung des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers unter Berück­sich­ti­gung der Neu­en Rhei­ni­schen Tabel­le ist

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Lieb­ha­be­rei durch Tes­ta­ments­an­fech­tung?

Sind nach dem Tod des Inha­bers ent­stan­de­ne Ver­lus­te aus einem ver­pach­te­ten Reit­hal­len­be­trieb wegen "Lieb­ha­be­rei" bei den Erben steu­er­lich unbe­acht­lich, wenn wegen Tes­ta­ments­an­fech­tung über meh­re­re Jah­re unklar war, wer den Inha­ber beerbt hat und der vom Gericht ein­ge­setz­te Nach­lass­pfle­ger wäh­rend die­ser Zeit die ver­lust­brin­gen­de Tätig­keit fort­ge­setzt hat? Mit die­se Fra­ge hat­te

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Betriebs­auf­spal­tung trotz Tes­ta­ments­voll­stre­ckung

Das Han­deln eines Tes­ta­ments­voll­stre­ckers ist den Erben auch im Rah­men der Beur­tei­lung der per­so­nel­len Ver­flech­tung von Besitz- und Betriebs­un­ter­neh­men zuzu­rech­nen. Eine Dau­er­voll­stre­ckung hin­dert daher nicht die für eine Betriebs­auf­spal­tung erfor­der­li­che per­sön­li­chen Ver­flech­tung Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 5. Juni 2008 – IV R 76/​05

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Leis­tungs­ort des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers

Ein Steu­er­be­ra­ter, der als gericht­lich bestell­ter Tes­ta­ments­voll­stre­cker und Nach­lass­pfle­ger tätig wird, führt die­se Leis­tun­gen umsatz­steu­er­recht­lich auch dann im Inland aus­führt, wenn die Erben – wie im Streit­fall – nicht in einem Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten (z. B. Russ­land, Ukrai­ne) woh­nen. Mit die­sem Urteil unter­wirft der Bun­des­fi­nanz­hof auch die­se Tes­ta­ments­voll­stre­cker­tä­tig­keit dem

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Rechts­an­walt und Tes­ta­ments­voll­stre­cker sind nicht ver­gleich­bar

Nach einem Urteil des EU-Gerichts­hofs sind die Tätig­keit eines Tes­ta­ments­voll­stre­ckers die die eines Rechts­an­wal­tes grund­sätz­lich nicht mit­ein­an­der ver­gleich­bar. Das Urteil erging in einem Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren der Kom­mis­si­on gegen Deutsch­land zu einer Fra­ge des deut­schen Umsatz­steu­er­rechts: Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat­te Deutsch­land vor dem EuGH ver­klagt, da ihrer Ansicht nach die unter­schied­li­chen Bestim­mun­gen

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