Eil­rechts­schutz gegen Abschie­bungs­an­ord­nung – und die Unter­bre­chung der Dub­lin-Über­stel­lungs­frist

Ein Antrag auf Anord­nung der auf­schie­ben­den Wir­kung der Kla­ge gegen eine Abschie­bungs­an­ord­nung (§ 34a Abs. 1, 2 Satz 1 AsylG) unter­bricht den Lauf der Frist für eine Über­stel­lung nach den Rege­lun­gen der Dub­lin II/III-VO. Mit der Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts über einen sol­chen Antrag wird die Frist auch dann neu in Lauf gesetzt,

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Dub­lin-Zustän­dig­keits­be­stim­mung – und die feh­len­de (Wieder-)Aufnahmebereitschaft

Ist ein Mit­glied­staat nach den ein­schlä­gi­gen Dub­­lin-Bestim­­mun­­gen für die Durch­füh­rung eines Asyl­ver­fah­rens zustän­dig, kann sich der Schutz­su­chen­de im gericht­li­chen Ver­fah­ren gegen die Ableh­nung sei­nes Asyl­an­trags als unzu­läs­sig nach § 27a AsylG jeden­falls dann auf die Zustän­dig­keit die­ses Mit­glied­staats beru­fen, wenn die (Wieder-)Aufnahmebereitschaft eines ande­ren (unzu­stän­di­gen) Mit­glied­staats nicht posi­tiv fest­steht. Maß­geb­lich

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Rück­über­stel­lung im Dub­lin-Ver­fah­ren – und bestehen­de sys­te­mi­sche Män­gel

Ein Asyl­be­wer­ber darf nur dann nicht an den nach der Dub­­lin-II-Ver­­or­d­­nung zustän­di­gen Mit­glied­staat über­stellt wer­den, wenn das Asyl­ver­fah­ren oder die Auf­nah­me­be­din­gun­gen für Asyl­be­wer­ber in die­sem Mit­glied­staat auf­grund sys­te­mi­scher Män­gel, d.h. regel­haft so defi­zi­tär sind, dass zu erwar­ten ist, dass dem Asyl­be­wer­ber auch im kon­kret zu ent­schei­den­den Ein­zel­fall dort mit beacht­li­cher

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Auf­nah­me­ersu­chen im Dub­lin-Ver­fah­ren – und der Rechts­schutz für den Asyl­be­wer­ber

Die Anfech­tungs­kla­ge ist die allein statt­haf­te Kla­ge­art, wenn ein Asyl­be­wer­ber die Auf­he­bung einer Ent­schei­dung über die Unzu­stän­dig­keit Deutsch­lands für die Prü­fung sei­nes Asyl­an­trags nach den uni­ons­recht­li­chen Rege­lun­gen der Dub­lin II-Ver­­or­d­­nung begehrt. Der Erhe­bung einer auf die Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft gerich­te­ten Ver­pflich­tungs­kla­ge nach § 42 Abs. 1 Alt. 2 VwGO steht ent­ge­gen, dass

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Ver­säum­te Fris­ten im Dub­lin-Ver­fah­ren

Die Fris­ten im Dub­­lin-Ver­­­fah­­ren sind nicht indi­vi­du­al­schüt­zend. Stimmt ein von Deutsch­land ersuch­ter EU-Mit­­­glie­d­­staat der Auf­nah­me eines Asyl­an­trag­stel­lers im Rah­men des Dub­­lin-Ver­­­fah­­rens zu, so kann sich der Asyl­be­wer­ber gegen sei­ne Über­stel­lung in die­sen Mit­glied­staat nicht mit dem Argu­ment weh­ren, dass die in der Dub­lin II-Ver­­or­d­­nung gere­gel­te Frist für ein Auf­nah­me­ge­such abge­lau­fen

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Abschie­bungs­an­ord­nung zur Über­stel­lung im Dub­lin-Ver­fah­ren

§ 34a AsylVfG ist mit Uni­ons­recht ver­ein­bar, soweit er für die Über­stel­lung eines Asyl­be­wer­bers an den nach den Dub­­lin-Bestim­­mun­­gen für das Asyl­ver­fah­ren zustän­di­gen Mit­glied­staat nur die Anord­nung einer Abschie­bung durch das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge vor­sieht. Ist eine recht­zei­ti­ge Über­stel­lung aus­nahms­wei­se auch bei einer selbst­or­ga­ni­sier­ten Aus­rei­se gesi­chert, muss die

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Der "Dub­lin-Bescheid" – und sei­ne Auf­recht­erhal­tung nach Ablauf der Über­stel­lungs­frist

Ein sog. "Dub­­lin-Bescheid" kann nach Ablauf der Über­stel­lungs­frist nicht in eine ableh­nen­de Ent­schei­dung über einen Zweit­an­trag gemäß § 71a AsylVfG umge­deu­tet wer­den. Ein nach Ablauf der Über­stel­lungs­frist auf­recht erhal­te­ner "Dub­­lin-Bescheid" ver­letzt den Aus­län­der dann in sei­nen sub­jek­ti­ven Rech­ten, wenn des­we­gen sein Asyl­be­geh­ren in kei­nem Mit­glied­staat mate­ri­ell geprüft wird. Der Dub­­lin-Bescheid

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Dub­lin III-Asyl­ver­fah­ren – und kei­ne Rück­schie­bung von Fami­li­en mit Kin­dern nach Ita­li­en

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Abschie­bung von drei Fami­li­en mit Kin­dern nach Ita­li­en vor­läu­fig unter­sagt. Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Streit­fall einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn dies zur Abwehr schwe­rer Nach­tei­le oder aus einem ande­ren wich­ti­gen Grund zum gemei­nen Wohl drin­gend gebo­ten ist. Dabei

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Dub­lin III – und vor­läu­fig kei­ne Abschie­bung nach Ita­li­en

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dem Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge einst­wei­len bis zur Ent­schei­dung über die Ver­fas­sungs­be­schwer­de unter­sagt, die ange­ord­ne­te Abschie­bung einer syri­schen Fami­lie nach Ita­li­en zu voll­zie­hen. Die einst­wei­li­ge Anord­nung erging auf­grund einer Fol­genab­wä­gung: Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn

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Soma­li­sche Fami­lie mit Baby – und ihre Abschie­bung nach Ita­li­en

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dem Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge die Abschie­bung einer soma­li­schen Fami­lie mit Kleinst­kind nach Ita­li­en einst­wei­len unter­sagt. Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Streit­fall einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn dies zur Abwehr schwe­rer Nach­tei­le oder aus einem ande­ren wich­ti­gen Grund zum

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Sys­te­mi­sche Män­gel des Asyl­ver­fah­rens in Rumä­ni­en

Bei sum­ma­ri­scher Wer­tung spre­chen nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Schwe­rin durch­grei­fen­de Gesichts­punk­te dafür, dass das Asyl­ver­fah­ren in Rumä­ni­en und die Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern durch Rumä­ni­en mit sys­te­mi­schen (sys­tem­im­ma­nen­ten) Män­geln belas­tet sind und Rumä­ni­en daher nicht in der Lage ist, ein den Anfor­de­run­gen an euro­päi­sches Recht genü­gen­des Asyl­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren. Es gibt durch­grei­fen­de

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Sys­te­mi­sche Män­gel des Asyl­ver­fah­rens in Ita­li­en

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin sieht bei der Bewäl­ti­gung der Flücht­lings­pro­ble­me in Ita­li­en nach wie vor noch sys­te­mi­sche Män­gel im Bereich der zeit­na­hen Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern. Dar­über hin­aus sind eng­lisch­spra­chi­ge Fas­sun­gen von Zusa­gen des ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Schwe­rin nicht ver­wert­bar, da die Gerichts­spra­che deutsch ist (§ 184 Satz 1 GVG).

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Sys­te­mi­sche Män­gel des Asyl­ver­fah­rens in Ita­li­en – und die Über­stel­lung in "Step Ita­ly"

Ange­sichts der Viel­zahl der in Ita­li­en ankom­men­den Flücht­lin­ge und der dort gestell­ten Asyl­an­trä­ge ist es für das Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin nach wie vor nicht ersicht­lich, dass eine sach­ge­rech­te, den Anfor­de­run­gen der Auf­nah­me­richt­li­nie 2003/​9/​EG vom 27.01.2003 ent­spre­chen­de Unter­brin­gung und Ver­sor­gung von Asyl­be­wer­bern erfolgt. Die­se Beden­ken der unzu­rei­chen­den Auf­nah­me­be­din­gun­gen wer­den sowohl vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt

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Kei­ne Abschie­bung nach Ungarn

Das Asyl­ver­fah­ren in Ungarn lei­det an sys­te­mi­schen Män­geln. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in einem Eil­ver­fah­ren die Über­stel­lung eines syri­schen Flücht­lings nach Ungarn gestoppt. Nach den Regeln der sog. Dub­­lin-III-Ver­­or­d­­nung (Dub­­lin-III-VO) ist für inner­halb der EU gestell­te Asyl­an­trä­ge grund­sätz­lich der Mit­glied­staat zustän­dig, den der Flücht­ling als ers­tes betritt

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Kei­ne Über­stel­lungs­haft wegen uner­laub­ter Ein­rei­se

§ 62 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 Auf­en­thG ent­spricht nicht den Anfor­de­run­gen von Art. 2 Buch­sta­be n Dub­­lin-III-Ver­­or­d­­nung, wonach die objek­ti­ven Kri­te­ri­en, die Flucht­ge­fahr begrün­den, gesetz­lich fest­ge­legt sein müs­sen. Nach der der­zei­ti­gen Geset­zes­la­ge in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land kann die Haft zur Siche­rung von Über­stel­lungs­ver­fah­ren nach Art. 28 Dub­­lin-III-Ver­­or­d­­nung daher nicht auf eine uner­laub­te Ein­rei­se

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