Die Vater­schafts­an­fech­tung des mut­maß­li­chen bio­lo­gi­schen Vaters – und die Anfech­tungs­frist

Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG schützt das Inter­es­se des leib­li­chen Vaters eines Kin­des, die recht­li­che Stel­lung als Vater ein­zu­neh­men. Dem leib­li­chen Vater ist Zugang zu einem Ver­fah­ren zu gewäh­ren, um auch recht­lich die Vater­stel­lung erlan­gen zu kön­nen. Prü­fung und Fest­stel­lung der Vater­schaft sind Teil der ver­fah­rens­recht­li­chen Gewähr­leis­tung aus Art. 6 Abs. 2 Satz

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Vater­schafts­an­fech­tung – und die Staats­an­ge­hö­rig­keit des Kin­des

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt war jetzt eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de erfolg­reich, die den infol­ge einer Vater­schafts­an­fech­tung ein­ge­tre­te­nen Ver­lust der Staats­an­ge­hö­rig­keit eines Kin­des betraf. Der Aus­gangs­sach­ver­halt Das Kind wur­de im Jahr 2004 in Deutsch­land gebo­ren. Ihre Mut­ter, eine ser­bi­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, hielt sich seit 1994 auf der Grund­la­ge aus­län­der­recht­li­cher Dul­dun­gen im Bun­des­ge­biet auf. Im Mai 2014

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Vater­schafts­an­fech­tung durch den leib­li­chen Vater

Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG schützt das Inter­es­se des leib­li­chen Vaters eines Kin­des, die recht­li­che Stel­lung als Vater ein­zu­neh­men. Dem leib­li­chen Vater ist Zugang zu einem Ver­fah­ren zu gewäh­ren, um auch recht­lich die Vater­stel­lung erlan­gen zu kön­nen. Prü­fung und Fest­stel­lung der Vater­schaft sind Teil der ver­fah­rens­recht­li­chen Gewähr­leis­tung aus Art. 6 Abs. 2 Satz

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Vater­schafts­an­fech­tung – und der Ver­lust der Staats­an­ge­hö­rig­keit

Ein Klein­kind kann sei­ne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit durch eine Vater­schafts­an­fech­tung ver­lie­ren. Ein Klein­kind ver­liert eine kraft Abstam­mung durch Geburt erwor­be­ne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, wenn der deut­sche „Schein­va­ter“, der die Vater­schaft zunächst aner­kannt hat­te, die­se erfolg­reich anficht, sofern es dadurch nicht staa­ten­los wird. Die Rege­lun­gen des Staats­an­ge­hö­rig­keits­ge­set­zes und des Bür­ger­li­chen Rechts, aus denen

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Deut­sches vs. pol­ni­sches Vater­schafts­sta­tut

Führt von den nach Art.19 Abs. 1 EGBGB für die Fest­stel­lung der Vater­schaft alter­na­tiv beru­fe­nen Rechts­ord­nun­gen zum Zeit­punkt der Geburt allein das Per­so­nal­sta­tut des geschie­de­nen Ehe­manns der Mut­ter zur recht­li­chen Vater­schaft (hier: des geschie­de­nen Ehe­manns nach pol­ni­schem Recht), so ist eine spä­ter von einem ande­ren Mann nach dem hier­für anwend­ba­ren deut­schen

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Vater­schafts­an­fech­tung – und die Kin­des­mut­ter als gesetz­li­che Ver­tre­te­rin des Kin­des

Im Ver­fah­ren auf Anfech­tung der Vater­schaft ist die allein sor­ge­be­rech­tig­te und mit dem recht­li­chen Vater nicht ver­hei­ra­te­te Mut­ter von der gesetz­li­chen Ver­tre­tung des min­der­jäh­ri­gen Kin­des nicht kraft Geset­zes aus­ge­schlos­sen . Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs folgt aus der not­wen­di­gen Betei­li­gung der Mut­ter am Abstam­mungs­ver­fah­ren noch kein Aus­schluss von der Ver­tre­tung

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Wenn der deut­che Schein­va­ter erfolg­reich die Vater­schaft anficht

Das Urteil über die Fest­stel­lung des Nicht­be­stehens der Vater­schaft des deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen, von dem allein die Antrag­stel­le­rin die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit ablei­te­te, führt zum rück­wir­ken­den Ver­lust der Staats­an­ge­hö­rig­keit, ohne dass es eines wei­te­ren Ver­wal­tungs­ak­tes oder einer geson­der­ten Fest­stel­lung bedarf . Da die Antrag­stel­le­rin zum Zeit­punkt der Fest­stel­lung erst 1 Jahr und 11

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Post­hu­me Vater­schafts­an­fech­tung – und die Beer­di­gungs­kos­ten der unbe­kann­ten Toch­ter

Ein Vater hat nicht die Kos­ten der Beer­di­gung sei­ner "Schein­toch­ter" zu zah­len, wenn er erst mit den ange­for­der­tem Begräb­nis­kos­ten von ihrer Exis­tenz erfah­ren hat und nach­weis­lich kei­nen Kon­takt mit der Mut­ter des 1967 gebo­re­nen Kin­des seit 1965 mehr hat­te. In dem hier vom Amts­ge­richt Han­no­ver ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Mann

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Fremd­sa­men­spen­de und die Vater­schafts­an­fech­tung

Wenn sich Ehe­leu­te bewusst für die Zeu­gung eines Kin­des durch künst­li­che Fremd­sa­men­über­tra­gung ent­schei­den, ist die Anfech­tung aus­ge­schlos­sen. Etwas ande­res gilt nur dann, wenn es sich nicht um eine künst­li­che Befruch­tung han­de­le, son­dern der Geschlechts­akt mit dem Samen­spen­der tat­säch­lich voll­zo­gen wor­den ist. So das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall

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Die Vater­schafts­an­fech­tung des nicht­ehe­li­chen Vaters – und die Bestel­lung eines Ergän­zungs­pfle­gers

Begehrt der nicht ehe­li­che Vater die Fest­stel­lung, dass das Kind nicht sein Kind sei, so legt es die indi­zier­te Kon­flikt­la­ge nahe, der allein sor­ge­be­rech­tig­ten Mut­ter die gesetz­li­che Ver­tre­tungs­macht im Ver­fah­ren zu ent­zie­hen und einen Ergän­zungs­pfle­ger zu bestel­len. Zwar ist zwei­fel­haft, ob die Mut­ter, wovon das Fami­li­en­ge­richt aus­geht, gemäß § 1795

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Zusam­men­tref­fen von Per­so­nen­stands­ver­fah­ren und Vater­schafts­an­fech­tung

Mit den Vor­aus­set­zun­gen einer Ver­fah­rens­aus­set­zung nach § 21 Abs. 1 S. 1 FamFG beim Zusam­men­tref­fen von Per­­so­­nen­­stands- und Vater­schafts­an­fech­tungs­ver­fah­ren hat­te sich aktu­ell das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he zu befas­sen: Nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he kann das Gericht das Per­so­nen­stands­ver­fah­ren nicht aus wich­ti­gem Grund aus­set­zen (§ 21 Absatz 1 Satz 1 FamFG), bis über eine Vater­schafts­an­fech­tungs­kla­ge ent­schie­den

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Abstam­mungs­ver­mu­tung nach marok­ka­ni­schem Recht

Mit der Abstam­mungs­ver­mu­tung nach marok­ka­ni­schem Recht hat­te sich aktu­ell das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he zu befas­sen: Nach Arti­kel 10 Absatz 1 EGBGB unter­liegt der Name einer Per­son dem Recht des Staa­tes, dem sie ange­hört. Soll­te das Kind von einem deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen abstam­men, so wür­de sich aus deut­scher Sicht das Namens­recht gemäß Arti­keln 10

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Unter­halt für Kuckucks­kind

Hat sich ein recht­li­cher Vater durch eine Jugend­amts­ur­kun­de zur Zah­lung von Kin­des­un­ter­halt ver­pflich­tet, hat er die­ser Ver­pflich­tung Fol­ge zu leis­ten, auch wenn er nicht der leib­li­che Vater ist. Ein recht­li­cher Vater kann sich nur und erst dann auf die Vater­schaft eines ande­ren Man­nes beru­fen, wenn die gesetz­li­che Ver­mu­tung sei­ner Vater­schaft

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Kon­dom­be­nut­zung in der Vater­schafts­an­fech­tung

Der Umstand, dass beim Geschlechts­ver­kehr mit einem ande­ren Mann als dem recht­li­chen Vater Kon­do­me benutzt wur­den, schließt die Kennt­nis von der Mög­lich­keit der Abstam­mung des Kin­des von die­sem ande­ren Mann nicht aus . Nach § 1600 b Abs. 1 Satz 1 BGB kann die Vater­schaft bin­nen zwei Jah­ren gericht­lich ange­foch­ten wer­den. Die Frist beginnt

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Behörd­li­che Vater­schafts­an­fech­tun­gen – die Angst vor der erschli­che­nen deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit

Die im Jahr 2008 ein­ge­führ­ten Rege­lun­gen zur behörd­li­chen Vater­schafts­an­fech­tung sind nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ver­fas­sungs­wid­rig und nich­tig: Die Rege­lung der behörd­li­chen Vater­schafts­an­fech­tung (§ 1600 Abs. 1 Nr. 5 BGB) ist als abso­lut ver­bo­te­ne Ent­zie­hung der Staats­an­ge­hö­rig­keit anzu­se­hen (Art. 16 Abs. 1 Satz 1 GG), weil der mit der Behör­den­an­fech­tung ver­bun­de­ne Weg­fall der

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Vater­schafts­an­fech­tung durch den leib­li­chen Vater

Die beschränk­ten gesetz­li­chen Mög­lich­kei­ten der Vater­schafts­an­fech­tung für den bio­lo­gi­schen Vater sind ver­fas­sungs­ge­mäß. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zur Vater­schafts­an­fech­tung durch den bio­lo­gi­schen Vater bekräf­tigt. Hier­nach ist es mit dem Eltern­recht des Art. 6 Abs. 2 GG ver­ein­bar, den bio­lo­gi­schen Vater von der Anfech­tung aus­zu­schlie­ßen, um eine bestehen­de rech­t­­lich-sozia­­le Fami­lie zu

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Vater­schafts­an­fech­tung nach Samen­spen­de

Die Anfech­tung der Vater­schaft durch den sog. bio­lo­gi­schen Vater nach § 1600 Abs. 1 Nr. 2 BGB steht im Fall einer nicht erklär­ten Ein­wil­li­gung des recht­li­chen Vaters im Sin­ne von § 1600 Abs. 5 BGB grund­sätz­lich auch dem Samen­spen­der offen. In dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall leben der Klä­ger und die Mut­ter

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Vater­schafts­an­fech­tung durch den poten­ti­el­len bio­lo­gi­schen Vater

Ein Recht des poten­ti­el­len bio­lo­gi­schen Vaters zur Anfech­tung der Vater­schaft besteht nach Ansicht des Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richts in Bre­men wegen der Sperr­wir­kung des § 1600 Abs. 2 BGB (Bestehen einer sozi­al-fami­­liä­­ren Bezie­hung zwi­schen Kind und recht­li­chem Vater) auch dann nicht, wenn zwi­schen Kind und poten­ti­el­lem bio­lo­gi­schen Vater bereits frü­her eine sozi­al-fami­­liä­­re Bezie­hung

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Das Kuckucks­kind und der Scha­dens­er­satz von der Mut­ter

Weder ein von der Ehe­frau began­ge­ner Ehe­bruch noch das blo­ße Ver­schwei­gen der hier­aus fol­gen­den mög­li­chen Nicht­va­ter­schaft gegen­über dem Ehe­mann führt zu einer Scha­dens­er­satz­pflicht der (geschie­de­nen) Ehe­frau hin­sicht­lich des von ihm geleis­te­ten Unter­halts für das schei­n­ehe­li­che Kind . Die Mut­ter ist nach Anfech­tung der (ehe­li­chen) Vater­schaft grund­sätz­lich ver­pflich­tet, ihrem (geschie­de­nen) Ehe­mann

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Ver­tre­tung des Kin­des im Vater­schafts­an­fech­tungs­ver­fah­ren

Bei gemein­sa­mer elter­li­cher Sor­ge ist die Kin­des­mut­ter von der Ver­tre­tung des Kin­des im Vater­schafts­an­fech­tungs­ver­fah­ren aus­ge­schlos­sen. Nach Inkraft­tre­ten des FamFG und der damit ver­bun­de­nen Her­aus­lö­sung der sta­tus­recht­li­chen Ver­fah­ren aus der ZPO war die Erfor­der­lich­keit einer Pfle­ger­be­stel­lung für das Kind strei­tig gewor­den. Zum einen wur­de die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass Abstam­mungs­sa­chen nun­mehr kei­nen

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Vater­schafts­an­fech­tung durch die Behör­de

Der Bun­des­ge­richts­hof hat dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Rah­men einer kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le (Art. 100 Abs. 1 S. 1 GG) die Fra­ge vor­ge­legt, ob § 1600 Abs. 1 Nr. 5 BGB in der Fas­sung des Geset­zes zur Ergän­zung des Rechts zur Anfech­tung der Vater­schaft vom 13. März 2008 mit Art. 6 Abs. 5 GG ver­ein­bar ist. Aus­gangs­fall die­ser Rich­ter­vor­la­ge

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Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe für das Vater­schafts­an­fech­tungs­ver­fah­ren

In einem Vater­schafts­an­fech­tungs­ver­fah­ren ist dem antrag­stel­len­den Betei­lig­ten im Rah­men der Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe ein Rechts­an­walt bei­zu­ord­nen. In Fami­li­en­sa­chen, die weder Ehe­sa­chen noch Fami­li­en­streit­sa­chen sind, ergibt sich ein Anspruch auf Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe aus den §§ 76 ff. FamFG. Die Vor­aus­set­zun­gen der Bei­ord­nung eines Rechts­an­walts im Rah­men der bewil­lig­ten Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe sind in § 78 FamFG

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Ver­tre­tung des Kin­des in der Vater­schafts­an­fech­tung

Im Ver­fah­ren der Anfech­tung der Vater­schaft ist der anfech­ten­de (recht­li­che) Vater von der gesetz­li­chen Ver­tre­tung des min­der­jäh­ri­gen Kin­des kraft Geset­zes aus­ge­schlos­sen. Die Umge­stal­tung des Ver­fah­rens von einem Kla­ge­ver­fah­ren in ein Ver­fah­ren der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit und die Ein­füh­rung des Ver­fah­rens­bei­stands zum 1. Sep­tem­ber 2009 haben dar­an nichts geän­dert . Da der

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Kein nach­ehe­li­cher Unter­halt beim Kuckucks­kind

Ver­schweigt eine Ehe­frau ihrem Ehe­mann, dass ein wäh­rend der Ehe gebo­re­nes Kind mög­li­cher­wei­se von einem ande­ren Mann abstammt, ver­wirk­licht dies grund­sätz­lich den Här­te­grund eines Fehl­ver­hal­tens im Sin­ne von § 1579 Nr. 7 BGB. Die Anfech­tung der Vater­schaft ist hier­für nicht Vor­aus­set­zung. Ein Här­te­grund kann nicht nur ange­nom­men wer­den, wenn die ander­wei­ti­ge

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Vater­schafts­an­fech­tung durch den leib­li­chen Vater

Der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te stell­te fest, dass einer von ihm durch­ge­führ­ten rechts­ver­glei­chen­den Unter­su­chung zufol­ge Ein (mut­maß­li­cher) bio­lo­gi­scher Vater hat kein Anspruch, die durch Vater­schafts­an­er­ken­nung fest­ge­stell­te Vater­schaft eines ande­ren Man­nes anzu­fech­ten, wenn der recht­li­che Vater in einer sozi­al-fami­­liä­­ren Bezie­hung mit dem Kind lebt. In zwei heu­te ver­kün­de­ten Kam­mer­ur­tei­len in den

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Behörd­li­che Anfech­tung der Vater­schaft

Die behörd­li­che Anfech­tung der Vater­schaft gemäß § 1600 Abs. 1 Nr. 5 BGB ist nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Stutt­gart nicht ver­fas­sungs­wid­rig. Das Han­sea­ti­sche Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men hat dage­gen mit dem Vor­la­ge­be­schluss vom 7. März 2011 die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die gesetz­li­che Rege­lung zur Anfech­tung der Vater­schaft durch die zustän­di­ge Behör­de gemäß §

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