AdV – wegen zwei­fel­haf­ter Ver­fas­sungs­ge­mäß­heit des zugrun­de lie­gen­den Geset­zes

Bei ver­fas­sungs­recht­li­chen Zwei­feln an der Gül­tig­keit einer dem ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­akt zugrun­de lie­gen­den Norm ist eine Auf­he­bung der Voll­zie­hung mög­lich. Hier­zu hat der Bun­des­fi­nanz­hof bestimm­te Fall­grup­pen ent­wi­ckelt. Nach § 69 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO soll die Voll­zie­hung eines ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­ak­tes aus­ge­setzt wer­den, wenn ernst­li­che Zwei­fel an des­sen Recht­mä­ßig­keit bestehen

Lesen

Legis­la­ti­ves Unrecht – und die Amts­haf­tung

Die ver­schul­dens­un­ab­hän­gi­ge Haf­tung nach § 39 Abs. 1 Buchst. b OBG NW erfasst nicht den Fall, dass das von der Ord­nungs­be­hör­de zutref­fend ange­wand­te Gesetz ver­fas­sungs­wid­rig ist (legis­la­ti­ves Unrecht). Dem steht es gleich, wenn die Ord­nungs­be­hör­de natio­na­les Recht für sich genom­men kor­rekt aus­führt, das – für die Ver­wal­tung nicht ohne wei­te­res erkenn­bar –

Lesen

Die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des Lan­des­be­sol­dungs­ge­set­zes RLP

Das die Besol­dung regeln­de rhein­­land-pfäl­zi­­sche Lan­des­be­sol­dungs­ge­setz kann gegen die ver­fas­sungs­recht­li­che Ver­pflich­tung des Dienst­herrn ver­sto­ßen, sei­ne Beam­ten amts­an­ge­mes­sen zu ali­men­tie­ren. So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und das Ver­fah­ren aus­ge­setzt, um den Fall dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­zu­le­gen. Die­ses soll ent­schei­den, ob das Lan­des­be­sol­dungs­ge­setz mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar

Lesen

Der Soli­da­ri­täts­zu­schlag und die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit

Die Rege­lun­gen im Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­setz (SolZG) könn­ten gegen das Gleich­be­hand­lungs­ge­bot ver­sto­ßen. So hat das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und das anhän­gi­ge Kla­ge­ver­fah­ren aus­ge­setzt für die Vor­la­ge beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. Auf­grund der ver­schie­de­nen Anrech­nungs­vor­schrif­ten bei der Fest­set­zung der Ein­kom­men­steu­er – z.B. bei aus­län­di­schen Ein­künf­ten (§ 34c EStG) bzw. bei

Lesen

Mor­bi­di­täts-Risi­ko­struk­tur­aus­gleich – der Finanz­aus­gleich bei den Kran­ken­kas­sen

Der sog. "Mor­­bi­­di­­täts-Risi­­ko­­struk­­tur­aus­gleich" zwi­schen den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen zum Aus­gleich der finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen von Unter­schie­den in der Risi­ko­struk­tur ist recht­mä­ßig. Ledig­lich die Rege­lung von Details ist dem Bun­des­ver­si­che­rungs­amt über­tra­gen wor­den und die­se hal­ten sich im Rah­men der gesetz­li­chen Vor­ga­ben. So hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Kran­ken­kas­se

Lesen

Ver­fas­sungs­wid­ri­ge Steu­er­ge­set­ze und die rück­wir­ken­de Nich­tig­keit

Eine von der grund­sätz­li­chen Rück­wir­kung sowohl einer Nich­­ti­g­keits- als auch einer Unver­ein­bar­keits­er­klä­rung abwei­chen­de Anord­nung der Wei­ter­gel­tung eines als ver­fas­sungs­wid­rig erkann­ten Geset­zes durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wegen zuvor nicht hin­rei­chend geklär­ter Ver­fas­sungs­rechts­la­ge kommt nur im Aus­nah­me­fall in Betracht und bedarf einer beson­de­ren Recht­fer­ti­gung. Eine Fort­gel­tungs­an­ord­nung im Inter­es­se einer geord­ne­ten Finanz- und Haus­halts­pla­nung

Lesen

Hartz IV-Regel­satz­leis­tung immer noch zu nied­rig?

Sind die Vor­schrif­ten zur Höhe des Regel­sat­zes nach §§ 19,20,28 SGB II immer noch in ver­fas­sungs­wid­ri­ger Wei­ae zu nied­rig? Jeden­falls nach Ansicht einer Kam­mer des Sozi­al­ge­richts Ber­lin ver­sto­ßen sie nach wie vor gegen das Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums. Mit die­ser Begrün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Ber­lin dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die

Lesen

Ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner und die Ungleich­be­hand­lung bei der Grund­er­werbs­steu­er

In der Besteue­rung einer Grund­stücks­über­tra­gung unter ein­ge­tra­ge­nen Lebens­part­nern aus dem Novem­ber 2009 sieht das Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richt einen Gleich­heits­ver­stoß gegen­über der Steu­er­be­frei­ung unter Ehe­gat­ten. Aus die­sem Grund holt nun das Finanz­ge­richt im Rah­men einer Rich­ter­vor­la­ge eine Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts dar­über ein, ob § 3 Nr. 4 GrErwStG in der bis zum Inkraft­tre­ten des

Lesen

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Gefahr­hun­de­ge­setz

Da das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig Tei­le des Schles­wig-Hol­stei­­ni­­schen Gefahr­hun­de­ge­set­zes für ver­fas­sungs­wid­rig hält, hat es ein bei ihm anhän­gi­ges Ver­fah­ren aus­ge­setzt und die Fra­ge der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des Gefahr­hun­de­ge­set­zes dem Schles­wig-Hol­stei­­ni­­schen Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Ent­schei­dung vor­ge­legt. Im zugrun­de­lie­gen­den Ver­fah­ren hat­te die zustän­di­ge Ord­nungs­be­hör­de einen Schä­fer­hund, nach­dem er einen ande­ren Hund gebis­sen hat­te, als gefähr­lich

Lesen

Das ver­fas­sungs­wid­ri­ge Gesetz und der bestands­kräf­ti­ge Ver­wal­tungs­akt

Beruht ein Ver­wal­tungs­akt auf einem ver­fas­sungs­wid­ri­gen Gesetz, so ist eine Ermes­sens­ent­schei­dung, die eine Rück­nah­me für die Ver­gan­gen­heit wegen des­sen Bestands­kraft ablehnt, grund­sätz­lich nicht zu bean­stan­den. Ist bestands­kräf­tig eine Teil­zeit­be­schäf­ti­gung ange­ord­net, so kann der Beschäf­ti­gungs­um­fang durch ent­spre­chen­den Antrag wie­der auf voll­zei­ti­ge Beschäf­ti­gung geän­dert wer­den, wenn und sobald die Vor­aus­set­zun­gen für den

Lesen

Ernst­li­cher Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit eines Steu­er­ge­set­zes

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te zu ent­schei­den, ob die Voll­zie­hung eines Steu­er­be­scheids, durch den das Finanz­amt Schen­kungsteu­er für die nach Inkraft­tre­ten der Ände­run­gen des Erb­­schaf­t­­steu­er- und Schen­kungsteu­er­ge­set­zes durch das Erb­schaft­steu­er­re­form­ge­setz vom 24. Dezem­ber 2008 aus­ge­führ­te Schen­kung eines Geld­be­trags wegen ernst­li­cher Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung aus­zu­set­zen ist. Der Bun­des­fi­nanz­hof lehn­te

Lesen

Ver­fas­sungs­wid­rig? Egal – wei­ter wie bis­her

Die Ände­rung eines Steu­er­be­scheids wegen nach­träg­lich bekannt gewor­de­ner Tat­sa­chen gemäß § 173 AO kommt nicht in Betracht, wenn das Finanz­amt bei ursprüng­li­cher Kennt­nis der Tat­sa­chen nicht anders hät­te ent­schei­den kön­nen. Die Fest­stel­lung der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit eines Steu­er­ge­set­zes durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist kei­ne Tat­sa­che im Sin­ne von § 173 AO. Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil

Lesen

Unba­re Zah­lung bei haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen

Für die Inan­spruch­nah­me von haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen, die in einem Haus­halt des Steu­er­pflich­ti­gen erbracht wer­den, ermä­ßigt sich die tarif­li­che Ein­kom­men­steu­er auf Antrag um 20 Pro­zent, höchs­tens 600 Euro, der Auf­wen­dun­gen des Steu­er­pflich­ti­gen (§ 35a Abs. 2 EStG). Vor­aus­set­zung für die Steu­er­ermä­ßi­gung ist jedoch, dass der Steu­er­pflich­ti­ge für die Auf­wen­dun­gen eine Rech­nung erhal­ten

Lesen