Dunkler Gang

Der fehl­ge­schla­ge­ne Mord­ver­such – und der straf­be­frei­en­de Rücktritt

Ein fehl­ge­schla­ge­ner Ver­such liegt vor, wenn die Tat nach Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder nahe­lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung nicht mehr für mög­lich hält, wobei es auf die Täter­sicht nach Abschluss

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Wider­stand gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te – und die ver­such­te Körperverletzung

Wider­stand gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te, tät­li­cher Angriff auf Voll­stre­ckungs­be­am­te und ver­such­te Kör­per­ver­let­zung kön­nen zuein­an­der im Ver­hält­nis der Tat­ein­heit ste­hen; Geset­zes­kon­kur­renz besteht nicht. Alle drei Delik­te ste­hen zuein­an­der im Ver­hält­nis der (ungleich­ar­ti­gen) Tat­ein­heit . Das aggres­si­ve Ver­hal­ten des Ange­klag­ten (hier: wäh­rend der Anwen­dung unmit­tel­ba­ren Zwangs zur Unter­bin­dung wei­te­rer Angrif­fe auf den R.) stellt sich

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Die geschei­ter­te Geld­au­to­ma­ten­spren­gung – und der Versuchsbeginn

Für den Ver­suchs­be­ginn beim Dieb­stahl reicht regel­mä­ßig ein Angriff auf einen gewahr­sams­si­chern­den Schutz­me­cha­nis­mus aus, wenn sich für den Fall von des­sen Über­win­dung der Täter nach sei­nem Tat­plan ohne tat­be­stands­frem­de Zwi­schen­schrit­te, zeit­li­che Zäsur oder wei­te­re eigen­stän­di­ge Wil­lens­bil­dung einen unge­hin­der­ten Zugriff auf die erwar­te­te Beu­te vor­stellt . Nach die­sem Maß­stab hat­ten die Angeklagten

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Geldautomat

Erpres­sung – und der Vermögensnachteil

Zwar ist der Nach­teil für das Ver­mö­gen i.S. des § 253 StGB gleich­be­deu­tend mit der Ver­mö­gens­be­schä­di­gung beim Betrug, so dass auch schon eine blo­ße Ver­mö­gens­ge­fähr­dung einen Ver­mö­gens­nach­teil dar­stellt. Dabei kommt es aber ent­schei­dend dar­auf an, ob im Ein­zel­fall durch die Ver­fü­gung das Ver­mö­gen kon­kret gefähr­det, also mit wirt­schaft­li­chen Nach­tei­len ernstlich

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Messer & Blut

Rück­tritt wegen äuße­rer Ereig­nis­se – und die Fra­ge der Freiwilligkeit

Gemäß § 24 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 StGB kann der Täter eines ver­such­ten Delikts durch die Auf­ga­be der wei­te­ren Tat­aus­füh­rung straf­be­frei­end vom Ver­such zurück­tre­ten, wenn er frei­wil­lig die wei­te­re Aus­füh­rung der Tat auf­gibt. Frei­wil­lig­keit in die­sem Sin­ne liegt vor, wenn der Täter „Herr sei­ner Ent­schlüs­se“ geblie­ben ist und er die Ausführung

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Zigarettenautomat

Ver­suchs­be­ginn beim Einbruchdiebstahl

Für den Ver­suchsbge­inn bei Dieb­stahls­de­lik­ten ist dar­auf abzu­stel­len, ob aus Täter­sicht bereits die kon­kre­te Gefahr eines unge­hin­der­ten Zugriffs auf das in Aus­sicht genom­me­ne Stehl­gut besteht, so dass für den Ver­suchs­be­ginn der ers­te Angriff auf den Schutz­me­cha­nis­mus regel­mä­ßig aus­reicht, wenn sich der Täter bei des­sen Über­win­dung nach dem Tat­plan ohne tatbestandsfremde

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Das leer­ge­schos­se­ne Pis­to­le – und der Rück­tritt vom ver­such­ten Mord

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kommt es für die Abgren­zung des unbe­en­de­ten vom been­de­ten Ver­such dar­auf an, ob der Täter nach der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung den Ein­tritt des tat­be­stands­mä­ßi­gen Erfol­ges für mög­lich hält. Wenn der Täter nach der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung in zutref­fen­der Ein­schät­zung der durch die Tat­hand­lung ver­ur­sach­ten Gefähr­dung des Opfers den

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Rück­tritt vom Ver­such der räu­be­ri­schen Erpres­sung mit Todesfolge

Ein wirk­sa­mer Rück­tritt vom Ver­such der räu­be­ri­schen Erpres­sung mit Todes­fol­ge (§§ 251, 255, 22 StGB) durch Ver­hin­de­rung der Todes­fol­ge gemäß § 24 Abs. 1 Satz 1 Alter­na­ti­ve 2 StGB setzt nicht vor­aus, dass der Täter auch vom Ver­such der schwe­ren räu­be­ri­schen Erpres­sung (§§ 250, 255 StGB) zurück­tritt. Dies gilt selbst dann, wenn der

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Messer & Blut

Rück­tritt vom Ver­such des Tot­schlags – been­de­ter oder unbe­en­de­ter Versuch?

Maß­geb­lich für die Abgren­zung zwi­schen einem unbe­en­de­ten Ver­such, bei dem nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 StGB allein der Abbruch der begon­ne­nen Tat­hand­lung zum straf­be­frei­en­den Rück­tritt vom Ver­such führt, und einem been­de­ten Ver­such ist das Vor­stel­lungs­bild des Täters unmit­tel­bar nach Abschluss der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung (sog. Rück­tritts­ho­ri­zont) . Ein been­de­ter Tötungs­ver­such, bei

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Die ver­such­te Kör­per­ver­let­zung mit Todesfolge

In der Recht­spre­chung ist aner­kannt, dass der Ver­such einer Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge als „erfolgs­qua­li­fi­zier­ter Ver­such“ dann vor­lie­gen kann, wenn das Grund­de­likt ledig­lich ver­sucht und dadurch fahr­läs­sig die Todes­fol­ge ver­ur­sacht wird . Für das unmit­tel­ba­re Anset­zen zur Tat ist nicht erfor­der­lich, dass der Täter bereits ein Tat­be­stands­merk­mal ver­wirk­licht. Es genügt, dass er Handlungen

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Messer & Blut

Ver­such­ter Mord – und die ver­sag­te Strafrahmenverschiebung

Die Straf­zu­mes­sung und die Wahl des Straf­rah­mens sind Sache des Tat­ge­richts, des­sen Auf­ga­be es ist, auf­grund der Haupt­ver­hand­lung die wesent­li­chen belas­ten­den und ent­las­ten­den Umstän­de fest­zu­stel­len, sie zu bewer­ten und gegen­ein­an­der abzu­wä­gen. Das Revi­si­ons­ge­richt kann nach stän­di­ger Recht­spre­chung nur ein­grei­fen, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, gegen recht­lich aner­kann­te Strafzwecke

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Rück­tritt vom Ver­such – und das Entdeckungsrisiko

Ein Rück­tritt ist dann nicht mehr frei­wil­lig, wenn der Täter von wei­te­ren Aus­füh­rungs­hand­lun­gen des­halb Abstand nimmt, weil er das mit einer wei­te­ren Tat­aus­füh­rung ver­bun­de­ne Ent­de­ckungs­ri­si­ko für nicht mehr ver­tret­bar hält. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs hängt die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob die Auf­ga­be wei­te­rer, mög­li­cher­wei­se noch zum Erfolg füh­ren­der Hand­lun­gen freiwillig

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Bedro­hung – und der Ver­such des ange­droh­ten Verbrechens

Trifft die Bedro­hung (§ 241 Abs. 1 StGB) zeit­lich unmit­tel­bar mit dem Ver­such oder der Voll­endung des ange­droh­ten Ver­bre­chens zusam­men, tritt die Bedro­hung hin­ter dem ange­droh­ten Ver­bre­chen zurück. Der ver­such­te Tot­schlag und die Bedro­hung ste­hen nicht im Ver­hält­nis der Tat­ein­heit, viel­mehr besteht Geset­zes­kon­kur­renz . So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof entschiedenen

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Ein­bruch in einen PKW – und der ver­su­che Wohnungseinbruch

Der ver­such­te Ein­bruch­dieb­stahl in eine dau­er­haft genutz­te Pri­vat­woh­nung tritt kon­kur­renz­recht­lich nicht hin­ter dem voll­ende­ten Ein­bruch­dieb­stahl an dem Fahr­zeug des glei­chen Geschä­dig­ten zurück. Durch die Ein­füh­rung von § 244 Abs. 4 StGB woll­te der Gesetz­ge­ber dem Umstand Rech­nung tra­gen, dass Woh­nungs­ein­bruch­dieb­stäh­le einen schwer­wie­gen­den Ein­griff in den per­sön­li­chen Lebens­be­reich des Betrof­fe­nen dar­stel­len, der

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Mehr­ak­ti­ge Tat­ge­sche­hen – und der fehl­ge­schla­ge­ne Versuch

Ein Ver­such ist fehl­ge­schla­gen, wenn die Tat nach dem Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren nahe­lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt, oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung der Tat nicht mehr für mög­lich hält . Bei einem mehr­ak­ti­gen Gesche­hen ist

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Ver­such­ter Tot­schlag – und der Rücktritt

Hält der Täter die Voll­endung der Tat im unmit­tel­ba­ren Hand­lungs­fort­gang noch für mög­lich, wenn auch mit ande­ren Mit­teln, so ist der Ver­zicht auf ein Wei­ter­han­deln als frei­wil­li­ger Rück­tritt vom unbe­en­de­ten Ver­such zu bewer­ten, vor­aus­ge­setzt, der Täter wur­de weder durch eine äuße­re Zwangs­la­ge dar­an gehin­dert noch durch see­li­schen Druck unfä­hig, die

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Bedro­hung – und die ver­such­te Nötigung

Auch in den Fäl­len der ver­such­ten Nöti­gung tritt die Bedro­hung hin­ter die­se zurück . Etwas Ande­res gilt jedoch, wenn die Bedro­hungs­hand­lung (hier: das Hal­ten eines Mes­sers in Rich­tung des Hal­ses des Geschä­dig­ten) nicht der nach­fol­gen­den Nöti­gung dien­te, die (hier) dar­in lag, dass der Ange­klag­te, nach­dem er das Mes­ser hat­te sin­ken lassen,

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Der lee­re Safe

Befin­det sich in einem Behält­nis, das die Täter in ihren Gewahr­sam brin­gen, nicht die vor­ge­stell­te wert­hal­ti­ge Beu­te, kann nicht wegen eines voll­ende­ten Dieb­stahls oder Rau­bes, son­dern nur wegen (fehl­ge­schla­ge­nen) Ver­suchs ver­ur­teilt wer­den . Dem­ge­mäß ver­nein­te der Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall einen voll­ende­ten Raub, da sich die Zueig­nungs­ab­sicht des Ange­klag­ten und

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Unter­stüt­zung einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Vereinigung

Wer­den Gegen­stän­de einen Boten des Isla­mi­schen Staa­tes (IS) in der Tür­kei über­ge­ben, so liegt hier­in bereits eine voll­ende­te Unter­stüt­zung einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung im Sin­ne des § 129a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 Satz 1, § 129b Abs. 1 Satz 1 StGB und nicht nur ein – nach gel­ten­dem Recht straf­lo­ser (vgl. §§

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Rück­tritt vom Ver­such – und die jugend­straf­recht­li­che Beur­tei­lung der Schuldschwere

Im Fall eines frei­wil­li­gen Rück­tritts vom Ver­such – wie hier vom ver­such­ten beson­ders schwe­ren Raub – ist die schul­d­er­hö­hen­de Berück­sich­ti­gung des zunächst gege­be­nen Voll­endungs­vor­sat­zes im Rah­men der Prü­fung der Schwe­re der Schuld jeden­falls dann rechts­feh­ler­haft, wenn nicht der Umstand der frei­wil­li­gen Abkehr von die­sem Vor­satz glei­cher­ma­ßen in den Blick genom­men wird.

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Rück­tritt vom Ver­such – und die Erfolgsverhinderung

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kommt ein Rück­tritt vom Ver­such gemäß § 24 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 StGB schon dann in Betracht, wenn der Täter unter meh­re­ren Mög­lich­kei­ten der Erfolgs­ver­hin­de­rung nicht die sichers­te oder „opti­ma­le“ gewählt hat, sofern sich das auf Erfolgs­ab­wen­dung gerich­te­te Ver­hal­ten des Ver­such­stä­ters als erfolg­reich und für die

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Mit run­ter­ge­las­se­nen Hosen – oder: wenn das Opfer flieht…

Fehl­ge­schla­gen ist ein Ver­such, wenn die Tat nach Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren nahe­lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt oder (sub­jek­tiv) die Voll­endung nicht mehr für mög­lich hält. Dabei kommt es auf die Sicht des Täters nach Abschluss

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Der Ver­such einer Straf­tat – und das unmit­tel­ba­re Anset­zen zur Tat

Gemäß § 22 StGB liegt der Ver­such einer Straf­tat vor, sobald der Täter nach sei­ner Vor­stel­lung von der Tat zur Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stan­des unmit­tel­bar ansetzt. Dies ist nicht erst dann der Fall, wenn er bereits eine der Beschrei­bung des gesetz­li­chen Tat­be­stan­des ent­spre­chen­de Hand­lung vor­nimmt bzw. ein Tat­be­stands­merk­mal ver­wirk­licht. Auch eine

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Frei­wil­li­ger Rück­tritt vom fehl­ge­schla­ge­nen Versuch?

Fehl­ge­schla­gen ist ein Ver­such, wenn die Tat nach Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren nahe lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung nicht mehr für mög­lich hält. Liegt ein Fehl­schlag vor, schei­det ein Rücktritt

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