Landgericht Bremen

Erneu­te Zeu­gen­ver­neh­mung in der Berufungsinstanz

Das Beru­fungs­ge­richt ist nach § 529 Abs. 1 Nr. 1 ZPO grund­sätz­lich an die Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen des Gerichts des ers­ten Rechts­zu­ges gebun­den. Bestehen Zwei­fel an der Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fest­stel­lun­gen im erst­in­stanz­li­chen Urteil, ist in aller Regel eine erneu­te Beweis­auf­nah­me gebo­ten. Das Beru­fungs­ge­richt ist in einem sol­chen Fall nach § 398

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Verwaltungsgericht Köln / Finanzgericht Köln

Die unter­blie­be­ne Zeu­gen­ver­neh­mung durch das Finanzgericht

Ein Ver­fah­rens­man­gel liegt vor, wenn das Finanz­ge­richt einen ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Beweis­an­trag über­geht. Für die Fra­ge aller­dings, ob ein Beweis­an­trag ent­schei­dungs­er­heb­lich ist, ist von dem mate­­ri­ell-rech­t­­li­chen Stand­punkt des Finanz­ge­richt aus­zu­ge­hen. Das gilt auch dann, wenn die­ser unrich­tig sein soll­te. Die Fra­ge, ob die Rechts­auf­fas­sung des Finanz­ge­richt in der Sache zutrifft, ist eine

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Bundesfinanzhof (BFH)

Die tech­nisch fehl­ge­schla­ge­ne Auf­zeich­nung von Zeugenaussagen

Gemäß § 94 FGO i.V.m. §§ 159 Abs. 1 Satz 1, 160 Abs. 3 Nr. 4 der Zivil­pro­zess­ord­nung (ZPO) sind die Aus­sa­gen der Zeu­gen im Pro­to­koll fest­zu­stel­len. Soweit eine vor­läu­fi­ge Auf­zeich­nung mit einem Ton­auf­nah­me­ge­rät statt­ge­fun­den hat, braucht ledig­lich dies im Pro­to­koll ver­merkt zu wer­den (§ 160a Abs. 2 Satz 2 ZPO). Unter den Vor­aus­set­zun­gen des

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Bundesfinanzhof (BFH)

Wech­sel auf der Rich­ter­bank – nach der Zeugenvernehmung

Bei einem Rich­ter­wech­sel nach vor­an­ge­gan­ge­ner Beweis­auf­nah­me ist zwin­gend erfor­der­lich, dass sich die neu hin­zu­ge­tre­te­nen Rich­ter zuver­läs­sig Kennt­nis vom Inhalt der Zeu­gen­aus­sa­gen ver­schaf­fen. Hier­zu müs­sen die Pro­to­kol­le über die Zeu­gen­ver­neh­mung wie nach der Ver­neh­mung durch einen beauf­trag­ten Rich­ter im Wege des Urkun­den­be­wei­ses durch Ver­le­sung in das Ver­fah­ren ein­ge­führt wer­den. Eine „Ent­zie­hung

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Die Ver­neh­mung der Geschä­dig­ten – und die Feh­ler­mög­lich­kei­ten beim Aus­schluss des Angeklagten

Der Aus­schluss des Ange­klag­ten von der Ver­neh­mung der Geschä­dig­ten in der Haupt­ver­hand­lung ist immer wie­der feh­lerträch­tig. Eine Feh­ler­quel­le fin­det sich in einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs, in der der Bun­des­ge­richts­hof das Vor­lie­gen des abso­lu­te Revi­si­ons­grun­des nach § 338 Nr. 5 StPO bejah­te: Das Land­ge­richt hat den Ange­klag­ten „wegen schwe­ren sexu­el­len Missbrauchs

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Zeu­gen­be­weis – und die Beweis­wür­di­gung in der Berufungsinstanz

Das Beru­fungs­ge­richt darf ohne erneu­te Ver­neh­mung einer Zeu­gin deren Aus­sa­ge nicht anders wür­di­gen als das erst­in­stanz­li­che Gericht. Grund­sätz­lich steht es im Ermes­sen des Beru­fungs­ge­richts, ob es Zeu­gen, die in der Vor­in­stanz bereits ver­nom­men wor­den sind, nach § 398 Abs. 1 ZPO erneut ver­nimmt. Das Beru­fungs­ge­richt ist zur noch­ma­li­gen Ver­neh­mung jedoch verpflichtet,

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Die Ver­neh­mung der Opferzeu­gin – und der Aus­schluss des Angeklagten

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist die Ver­hand­lung über die Ent­las­sung eines Zeu­gen grund­sätz­lich ein wesent­li­cher Teil der Haupt­ver­hand­lung, die wäh­rend­des­sen fort­dau­ern­de Abwe­sen­heit des nach § 247 Satz 1 oder Satz 2 StPO ent­fern­ten Ange­klag­ten also regel­mä­ßig geeig­net, den abso­lu­ten Revi­si­ons­grund des § 338 Nr. 5 StPO zu begrün­den. Die das Anwesenheitsrecht

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Landgericht Bremen

Recht­li­ches Gehör – und die Zeu­gen­ver­neh­mung im Berufungsverfahren

Art. 103 Abs. 1 GG ver­pflich­tet das Gericht, den Vor­trag der Par­tei­en zur Kennt­nis zu neh­men und bei sei­ner Ent­schei­dung in Erwä­gung zu zie­hen. Die Vor­schrift gebie­tet außer­dem die Berück­sich­ti­gung erheb­li­cher Beweis­an­trä­ge, gewährt aller­dings kei­nen Schutz dage­gen, dass das Gericht Vor­brin­gen der Betei­lig­ten aus Grün­den des for­mel­len oder mate­ri­el­len Rechts ganz

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Das Opfer im Straf­pro­zess – und das Recht auf eine audio­vi­su­el­le Zeugenvernehmung

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt stemmt sich gegen eine per­sön­li­che Ver­neh­mung einer trau­ma­ti­sier­ten Opferzeu­gin in einem Straf­pro­zess und hat dem Land­ge­richt Wald­s­hut-Tien­­­gen mit­tels einer Einst­wei­li­gen Anord­nung bis zur Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts in der Haupt­sa­che die Ver­neh­mung einer Zeu­gin unter­sagt, sofern die­se Ver­neh­mung nicht als audio­vi­su­el­le Zeu­gen­ver­neh­mung gemäß § 247a Absatz 1 StPO durch­ge­führt wird. Bei

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Oberlandesgericht München

Der erst­in­stanz­lich nicht ver­nom­me­ne Zeu­ge – und die Fol­gen fürs Berufungsverfahren

Sieht das Beru­fungs­ge­richt eine von dem Gericht des ers­ten Rechts­zu­ges getrof­fe­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Tat­sa­chen­fest­stel­lung als ver­fah­rens­feh­ler­haft an, weil die Ver­neh­mung eines Zeu­gen unter­blie­ben ist, so ent­fällt die Bin­dung an die Fest­stel­lung, und das Beru­fungs­ge­richt hat nicht nur den Zeu­gen zu ver­neh­men, son­dern alle erho­be­nen Bewei­se ins­ge­samt selbst zu wür­di­gen. Gemäß §

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