1 Nöti­gungs­hand­lung – 2 erzwun­ge­ne Ver­hal­tens­wei­sen

Wer­den durch die­sel­be Nöti­gungs­hand­lung ver­schie­de­ne Ver­hal­tens­wei­sen des Tat­op­fers erzwun­gen, so liegt nur eine Tat vor 1.

1 Nöti­gungs­hand­lung – 2 erzwun­ge­ne Ver­hal­tens­wei­sen

So lag es auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Schlä­ge des Ange­klag­ten dien­ten eben­so wie sei­ne Dro­hung im Rah­men eines ein­heit­li­chen Lebens­vor­gan­ges kumu­la­tiv der Erzeu­gung einer Zwangs­la­ge des Opfers 2. Die Nöti­gungs­mit­tel bil­de­ten daher eine tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit, durch die der Ange­klag­te das Opfer zu zwei Hand­lun­gen ver­an­lasst hat. Mit­hin liegt nur eine ein­zi­ge, aller­dings quan­ti­ta­tiv gestei­ger­te Geset­zes­ver­let­zung, aber kei­ne tat­ein­heit­li­che zwei­fa­che Nöti­gung vor 3.

Daher hat sich der Ange­klag­te hier nur wegen Nöti­gung schul­dig gemacht, die tat­ein­heit­lich mit der gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung zusam­men­trifft.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Juni 2017 – 3 StR 135/​17

  1. BGH, Beschluss vom 23.02.2010 – 1 StR 652/​09, juris Rdn. 8; Fischer, StGB 64. Aufl., § 240 Rdn. 63 m.w.N.[]
  2. vgl. Münch­Komm-StG­B/­Sinn, 2. Aufl., § 240 Rdn. 27[]
  3. vgl. Münch­Komm-StG­B/Heint­schel/Hein­egg, 3. Aufl., § 52 Rn. 34 mwN[]