Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln – durch die Post

Eine Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge im Sin­ne des § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG liegt vor, wenn eine Über­tra­gung der eige­nen tat­säch­li­chen Ver­fü­gungs­macht an einen Drit­ten mit der Wir­kung erfolgt, dass die­ser frei über die Betäu­bungs­mit­tel ver­fü­gen kann1.

Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln – durch die Post

Die Vor­schrift erfasst sowohl die unei­gen­nüt­zi­ge Abga­be2 als auch das Ver­äu­ßern3.

Dabei reicht auch eine im Wege mit­tel­ba­ren Besit­zes ver­mit­tel­te tat­säch­li­che Ver­fü­gungs­macht aus4, die durch Ver­sen­dung der Betäu­bungs­mit­tel per Post auf den Emp­fän­ger über­tra­gen wer­den kann. Erfor­der­lich ist jedoch die Fest­stel­lung eines Besitz­mitt­lungs­ver­hält­nis­ses, durch das der unmit­tel­ba­re Besit­zer als Besitz­mitt­ler einer ande­ren Per­son in der Wei­se den Besitz ver­mit­telt, dass die­se ohne Schwie­rig­kei­ten über die Betäu­bungs­mit­tel ver­fü­gen kann, wie dies etwa bei einer Ver­wah­rung der Fall ist5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. April 2018 – 1 StR 136/​18

  1. vgl. Weber, BtMG, 5. Aufl., § 29a Rn. 48; zu § 29a Abs. 1 Nr. 1 BtMG vgl. auch BGH, Beschlüs­se vom 14.04.2015 – 5 StR 109/​15, NStZ-RR 2015, 218; und vom 08.02.2017 – 5 StR 561/​16, StV 2017, 286
  2. vgl. Weber aaO; Patzak in Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 8. Aufl., § 29a Rn. 46
  3. BGH, Beschlüs­se vom 17.05.1996 – 3 StR 631/​95, BGHR BtMG § 29a Abs. 1 Nr. 2 Abga­be 1; und vom 03.08.1990 – 3 StR 245/​90, BGHSt 37, 147, 148; Weber, aaO Rn. 49; Patzak aaO Rn. 47
  4. vgl. BGH, Urteil vom 03.03.1978 – 2 StR 717/​77, NJW 1978, 1696
  5. vgl. in Münch­Komm-StG­B/O­g­lak­cio­g­lu, 3. Aufl., BtMG § 29 Rn. 869; Weber, BtMG, 5. Aufl., § 29 Rn. 1061 mwN