Ableh­nung eines Beweis­an­tra­ges – wegen Bedeu­tungs­lo­sig­keit

Die Ableh­nung eines Beweis­an­tra­ges wegen Bedeu­tungs­lo­sig­keit erfor­dert in aller Regel, dass der Beschluss kon­kre­te Erwä­gun­gen dar­über ent­hält, war­um das Tat­ge­richt aus der Bewei­s­tat­sa­che kei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Schluss­fol­ge­run­gen zie­hen will.

Ableh­nung eines Beweis­an­tra­ges – wegen Bedeu­tungs­lo­sig­keit

Die Anfor­de­run­gen an die­se Begrün­dung ent­spre­chen grund­sätz­lich den­je­ni­gen, denen das Tat­ge­richt genü­gen müss­te, wenn es die Indiz- oder Hilfs­tat­sa­che durch Beweis­erhe­bung fest­ge­stellt und sodann in den schrift­li­chen Urteils­grün­den dar­zu­le­gen hät­te, war­um sie auf sei­ne Über­zeu­gungs­bil­dung ohne Ein­fluss geblie­ben ist 1.

Aller­dings begeg­net es ange­sichts der an den Ableh­nungs­be­schluss zu stel­len­den Anfor­de­run­gen erheb­li­chen recht­li­chen Beden­ken, dass sich die Begrün­dung des Gerichts zu der ange­nom­me­nen Bedeu­tungs­lo­sig­keit der Bewei­s­tat­sa­che dar­in erschöpft, die "ent­spre­chen­de (Indiz)Tat­sa­che(n)" lie­ßen kei­ne "zwin­gen­den Schlüs­se" zu, weil im Ableh­nungs­be­schluss dar­zu­le­gen gewe­sen wäre, wes­halb das Gericht die von ihm für mög­lich gehal­te­nen Schlüs­se hin­sicht­lich der für die Schuld- oder Rechts­fol­gen­fra­ge bedeut­sa­men Umstän­de nicht zie­hen woll­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Dezem­ber 2016 – 3 StR 193/​16

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschluss vom 01.10.2013 – 3 StR 135/​13, NStZ 2014, 110, 111 mwN[]