Adhä­si­ons­ver­fah­ren – und der Antrag des Erben

Zwar ist gemäß § 403 StPO auch der Erbe des Ver­letz­ten berech­tigt, einen aus der Straf­tat erwach­se­nen ver­mö­gens­recht­li­chen Anspruch im Adhä­si­ons­ver­fah­ren gel­tend zu machen.

Adhä­si­ons­ver­fah­ren – und der Antrag des Erben

Zum Nach­weis der Erb­fol­ge ist es jedoch regel­mä­ßig erfor­der­lich, dass er einen Erb­schein vor­legt 1.

Dies war im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall nicht gesche­hen. Die Erben­stel­lung des Adhä­si­ons­klä­gers ist auch nicht auf ande­re Wei­se nach­ge­wie­sen. Der Adhä­si­ons­klä­ger hat zwar in sei­nem Antrag dar­auf hin­ge­wie­sen, dass er der Sohn der Getö­te­ten sei und in sei­ner Eigen­schaft als gesetz­li­cher Erbe die Zah­lung von Schmer­zens­geld begeh­re. Das Land­ge­richt hat sich jedoch im Urteil weder in tat­säch­li­cher noch in recht­li­cher Hin­sicht mit der Fra­ge befasst, ob der Adhä­si­ons­klä­ger damit sei­ne (allei­ni­ge) Erben­stel­lung hin­rei­chend belegt hat. Unge­ach­tet des­sen bleibt jeden­falls offen, ob der Adhä­si­ons­klä­ger Leis­tung an sich allein ver­lan­gen kann (vgl. § 2039 Satz 1 BGB; BGH, Beschluss vom 27.03.2014 – 3 StR 33/​14), wor­an schon im Hin­blick dar­auf, dass der Getö­te­te von sei­ner Frau ledig­lich getrennt leb­te, Zwei­fel bestehen kön­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Febru­ar 2016 – 2 StR 328/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.11.2009 – 3 StR 428/​09, NStZ 2010, 714, 715; Hil­ger in Löwe/​Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 403 Rn. 2; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 58. Aufl., § 403 Rn. 3[]
  2. KK-StPO/Za­beck, 7. Aufl., § 406a Rn. 3[]