Alko­hol­be­dingt ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit – und kei­ne Straf­rah­men­ver­schie­bung

Zwar kön­nen Umstän­de, wel­che die Schuld erhö­hen, zur Ver­sa­gung der Straf­rah­men­mil­de­rung gemäß §§ 21, 49 Abs. 1 StGB füh­ren, wenn sie die infol­ge der Her­ab­set­zung der Ein­sichts- oder Steue­rungs­fä­hig­keit ver­min­der­te Tat­schuld auf­wie­gen.

Alko­hol­be­dingt ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit – und kei­ne Straf­rah­men­ver­schie­bung

Dies kann bei einer alko­hol­be­ding­ten Ver­min­de­rung der Schuld­fä­hig­keit dann der Fall sein, wenn sie auf einer selbst zu ver­ant­wor­ten­den, ver­schul­de­ten Trun­ken­heit beruht, die dem Täter unein­ge­schränkt vor­werf­bar ist, ins­be­son­de­re wenn der Täter wuss­te, dass er unter Alko­hol­ein­fluss zu straf­ba­ren Ver­hal­tens­wei­sen neigt, aber trotz­dem Alko­hol trinkt.

Ein die Steue­rungs­fä­hig­keit erheb­lich beein­träch­ti­gen­der Alko­hol­rausch ist nur dann nicht ver­schul­det, wenn der Täter alko­hol­krank oder alko­hol­über­emp­find­lich ist.

Eine Alko­hol­er­kran­kung, bei der schon die Alko­hol­auf­nah­me nicht als ein die Schuld erhö­hen­der Umstand zu wer­ten ist, liegt regel­mä­ßig vor, wenn der Täter den Alko­hol auf­grund eines unwi­der­steh­li­chen oder ihn weit­ge­hend beherr­schen­den Han­ges trinkt, der sei­ne Fähig­keit, der Ver­su­chung zum über­mä­ßi­gen Alko­hol­kon­sum zu wider­ste­hen, ein­schränkt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Novem­ber 2016 – 1 StR 501/​16

  1. st.Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 12.06.2008 – 3 StR 84/​08, NStZ 2009, 258; Beschluss vom 23.04.2014 – 1 StR 105/​13[]