Anga­ben der Geschä­dig­ten – gegen­über wei­te­ren Zeu­gen

Soweit Anga­ben der Geschä­dig­ten gegen­über wei­te­ren Zeu­gen, im Ermitt­lungs­ver­fah­ren und in der Haupt­ver­hand­lung fest­ge­stellt sind, hat die Straf­kam­mer erkannt, dass ihre Anga­ben zu den ein­zel­nen Ver­let­zungs­hand­lun­gen unge­nau sind und hin­sicht­lich der Anzahl der Schlä­ge vari­ie­ren.

Anga­ben der Geschä­dig­ten – gegen­über wei­te­ren Zeu­gen

Die Beweis­wür­di­gung erweist sich in die­sem Zusam­men­hang auch des­halb als lücken­haft, weil die Straf­kam­mer die gebo­te­ne Gesamt­wür­di­gung aller für und gegen die Glaub­haf­tig­keit einer Zeu­gen­aus­sa­ge spre­chen­den Umstän­de nicht vor­ge­nom­men hat.

Die Fest­stel­lung der Kam­mer, soweit ein­zel­ne Zeu­gen die Geschä­dig­te als Lüg­ne­rin dar­ge­stellt hät­ten, hät­te dies nicht zu einer abwei­chen­den Beur­tei­lung der Glaub­haf­tig­keit der Aus­sa­ge der Geschä­dig­ten geführt, weil sich deren Anga­ben auf­grund der dar­ge­stell­ten Gesichts­punk­te unein­ge­schränkt als glaub­haft dar­stell­ten, genügt nicht für eine Gesamt­wür­di­gung, zumal die Kam­mer zuvor wie­der­holt von einer iso­lier­ten Betrach­tung ein­zel­ner Beweis­ergeb­nis­se gespro­chen hat. Soweit die Straf­kam­mer sich mit den ein­zel­nen gegen die Glaub­haf­tig­keit spre­chen­den Umstän­den aus­ein­an­der­ge­setzt hat, geschah dies im vor­lie­gen­den Fall nur iso­liert, ohne sich gesamt­wür­di­gend mit der Fra­ge zu befas­sen, ob eine fal­sche Belas­tung mit Blick auf Abwei­chun­gen in ver­schie­de­nen Aus­sa­gen der Geschä­dig­ten tat­säch­lich aus­ge­schlos­sen wer­den kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Mai 2017 – 1 StR 140/​17