Ange­klagt als Mit­tä­ter – ver­ur­teilt als Allein­tä­ter

Will das Gericht im Urteil von einer ande­ren Teil­nah­me­form aus­ge­hen als die unver­än­dert zuge­las­se­ne Ankla­ge, so muss es den Ange­klag­ten gemäß § 265 Abs. 1 StPO zuvor dar­auf hin­wei­sen und ihm Gele­gen­heit geben, sei­ne Ver­tei­di­gung dar­auf ein­zu­rich­ten.

Ange­klagt als Mit­tä­ter – ver­ur­teilt als Allein­tä­ter

Das gilt auch bei einer Ver­ur­tei­lung wegen Allein­tä­ter­schaft statt Mit­tä­ter­schaft 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Juni 2016 – 3 StR 196/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 08.10.1957 – 1 StR 318/​57, BGHSt 11, 18, 19; Beschlüs­se vom 07.09.1977 – 3 StR 299/​77; vom 16.02.1989 – 1 StR 24/​89, BGHR StPO § 265 Abs. 1 Hin­weis­pflicht 5; vom 17.05.1990 – 1 StR 157/​90, NStZ 1990, 449; Urteil vom 24.10.1995 – 1 StR 474/​95, StV 1997, 64; Beschlüs­se vom 17.01.2001 – 2 StR 438/​00; vom 14.10.2008 – 4 StR 260/​08; vom 22.03.2012 – 4 StR 651/​11 3; vom 30.07.2013 – 2 StR 150/​13[]