Anhö­rungs­rü­ge – und die wei­te­ren Ver­fah­rens­rügen

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat zwar in einer Kam­mer­ent­schei­dung zur Fra­ge der Rechts­weg­er­schöp­fung als Zuläs­sig­keits­vor­aus­set­zung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de aus­ge­führt, das Revi­si­ons­ge­richt habe bei sei­ner Ent­schei­dung nach § 356a StPO zugleich ande­re ver­fas­sungs­recht­li­che Män­gel zu besei­ti­gen, die mit dem gel­tend gemach­ten Gehörs­ver­stoß nicht not­wen­dig in Zusam­men­hang ste­hen müss­ten 1.

Anhö­rungs­rü­ge – und die wei­te­ren Ver­fah­rens­rügen

Vor­aus­set­zung einer sol­chen neu­en Revi­si­ons­ent­schei­dung ist aber nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs, dass über­haupt ein Fall des § 356a StPO gege­ben und die Anhö­rungs­rü­ge begrün­det ist 2.

Dies setzt nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut des § 356a Satz 1 StPO indes vor­aus, dass das Gericht bei der Revi­si­ons­ent­schei­dung den Anspruch eines Betei­lig­ten auf recht­li­ches Gehör in ent­schei­dungs­er­heb­li­cher Wei­se ver­letzt hat.

Nach Ein­tritt der for­mel­len Rechts­kraft eines Beschlus­ses nach § 349 Abs. 2 StPO kann die­ser auch auf eine unab­hän­gig von einer Gehörs­ver­let­zung behaup­te­te, bereits im Revi­si­ons­ver­fah­ren gel­tend gemach­te Grund­rechts­ver­let­zung nicht wie­der auf­ge­ho­ben wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Juli 2018 – 3 StR 171/​17

  1. BVerfG, Beschluss vom 21.06.2005 – 2 BvR 658/​05 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 10.09.2015 – 4 StR 24/​15, BGHR StPO § 349 Abs. 2 Beschluss 6[]
  3. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 10.02.1988 – 3 StR 579/​87, BGHR StPO § 349 Abs. 2 Beschluss 2; vom 04.04.2006 – 5 StR 514/​04, wis­tra 2006, 271[]