Anrech­nung der Pflicht­ver­tei­di­ger­ge­bühr auf den Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch nach Teil­frei­spruch

Der Anspruch eines teil­wei­se Frei­ge­spro­che­nen auf Ersatz sei­ner not­wen­di­gen Aus­la­gen (Wahl­ver­tei­di­ger­ge­büh­ren) ist trotz des Teil­frei­spruchs um die gesam­te, von der Staats­kas­se aus­ge­zahl­te Pflicht­ver­tei­di­ger­ge­bühr zu kür­zen.

Anrech­nung der Pflicht­ver­tei­di­ger­ge­bühr auf den Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch nach Teil­frei­spruch

Die­ses Ergeb­nis folgt für das Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig aus § 52 Abs. 1 S. 2 RVG. Dem Man­dan­ten sind nach die­ser Vor­schrift kei­ne Aus­la­gen ent­stan­den, soweit die Staats­kas­se Gebüh­ren an den Pflicht­ver­tei­di­ger gezahlt hat [1].

Der Gegen­auf­fas­sung [2] ist nach Ansicht des OLG Braun­schweig nicht zu fol­gen. Das Argu­ment jener Auf­fas­sung, der Erstat­tungs­an­spruch berück­sich­ti­ge bei vol­ler Anrech­nung der Pflicht­ver­tei­di­ger­ge­büh­ren den Teil­frei­spruch nicht hin­rei­chend, ver­kennt, dass der (teil­wei­se) Frei­ge­spro­che­ne wegen der Anrech­nung zugleich von den Pflicht­ver­tei­di­ger­ge­büh­ren ent­las­tet wird, die er ansons­ten der Staats­kas­se gemäß Nr. 9007 des Kos­ten­ver­zeich­nis­ses (Anla­ge 1 zu § 3 Abs. 2 GKG) schul­de­te [3].

Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig, Beschluss vom 26. Mai 2014 – 1 Ws 144/​141 Ws 146/​14

  1. Thü­rin­ger OLG, Beschluss vom 28.02.2014, 1 Ws 403/​13 17; OLG Köln, Beschluss vom 04.01.2013, III‑2 Ws 837/​12 12[]
  2. OLG Cel­le, Beschluss vom 05.04.2004, 2 Ws 93/​04 7 ff.; OLG Olden­burg, Beschluss vom 25.01.2007, 1 Ws 573/​06 10[]
  3. OLG Köln, a. a. O., Rn. 12; Thü­rin­ger OLG, a. a. O., Rn. 17[]