Anstif­tung – im Über­blick

Als Anstif­ter ist nach § 26 StGB gleich einem Täter zu bestra­fen, wer vor­sätz­lich einen ande­ren zu des­sen vor­sätz­lich began­ge­ner rechts­wid­ri­ger Tat bestimmt hat. Dabei ist beding­ter Vor­satz aus­rei­chend 1.

Anstif­tung – im Über­blick

Die Wil­lens­be­ein­flus­sung muss dabei nicht die ein­zi­ge Ursa­che für das Ver­hal­ten des ande­ren sein; blo­ße Mit­ur­säch­lich­keit reicht aus 2.

Bezugs­ge­gen­stand der Anstif­tung ist eine kon­kre­t­in­di­vi­dua­li­sier­te Tat. Wel­che Merk­ma­le zur Tat- indi­vi­dua­li­sie­rung jeweils erfor­der­lich sind, ent­zieht sich dabei einer abs­trakt­ge­ne­rel­len Bestim­mung und kann nur nach den jewei­li­gen Umstän­den des Ein­zel­falls ent­schie­den wer­den 3.

Ein zu einer kon­kre­ten Tat fest Ent­schlos­se­ner kann nicht mehr zu ihr bestimmt wer­den (sog. omni­mo­do fac­turus) 4.

Der Annah­me von Anstif­tung steht es nicht ent­ge­gen, wenn der Haupt­tä­ter bereits all­ge­mein zu der­ar­ti­gen Taten bereit war und die­se Bereit­schaft auch auf­ge­zeigt hat oder sogar selbst die Initia­ti­ve zu den Taten ergrif­fen hat­te 5; denn hier fehlt es noch an einer kon­kre­t­in­di­vi­dua­li­sier­ten Tat, zu der der Haupt­tä­ter erst noch durch Her­vor­ru­fen des Tatent­schlus­ses ver­an­lasst wer­den muss 6.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Okto­ber 2017 – 1 StR 146/​17

  1. st. Rspr.; vgl. z.B. BGH, Urtei­le vom 18.04.1952 – 1 StR 871/​51, BGHSt 2, 279, 281; und vom 10.06.1998 – 3 StR 113/​98, BGHSt 44, 99, 101[]
  2. BGH, Beschluss vom 02.06.2015 – 4 StR 144/​15, aaO mwN[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 21.04.1986 – 2 StR 661/​85, BGHSt 34, 63, 64 ff.[]
  4. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 20.11.1987 – 3 StR 503/​87, BGHR StGB § 26 Bestim­men 1; und vom 08.08.1995 – 1 StR 377/​95, BGHR StGB § 26 Bestim­men 3 sowie Urtei­le vom 20.01.2000 – 4 StR 400/​99, BGHSt 45, 373, 374; und vom 17.08.2000 – 4 StR 233/​00, NStZ 2001, 41, 42[]
  5. vgl. BGH, Urtei­le vom 20.01.2000 – 4 StR 400/​99, BGHSt 45, 373, 374; und vom 17.08.2000 – 4 StR 233/​00, NStZ 2001, 41, 42[]
  6. vgl. BGH, Urteil vom 07.09.1993 – 1 StR 325/​93, NStZ 1994, 29, 30[]