Auf­klä­rungs­hil­fe – und der ins Aus­land geflo­he­ne Dea­ler

Es steht der Anwend­bar­keit von § 31 S.1 Nr. 1 BtMG nicht ent­ge­gen, wenn der durch die Anga­ben des Ange­klag­ten – zur Über­zeu­gung des Tatrich­ters der Sache nach zutref­fend – Belas­te­te bis­her noch nicht ergrif­fen wer­den konn­te [1].

Auf­klä­rungs­hil­fe – und der ins Aus­land geflo­he­ne Dea­ler

Ein Auf­klä­rungs­er­folg setzt nicht die Ver­ur­tei­lung oder Fest­nah­me des von dem Täter Belas­te­ten vor­aus, son­dern ist schon dann anzu­neh­men, wenn zur Über­zeu­gung des Gerichts durch sei­ne Anga­ben, ins­be­son­de­re eine für Fahn­dungs­maß­nah­men aus­rei­chen­de Bezeich­nung der von ihm belas­te­ten Per­son, die Vor­aus­set­zun­gen für die erfolg­rei­che Durch­füh­rung eines Straf­ver­fah­rens im Fal­le der Ergrei­fung geschaf­fen wur­den [2].

Dass dem Ange­klag­ten bei sei­nen Anga­ben bekannt war, dass sich der von ihm Belas­te­te bereits im Aus­land befand, hin­dert die Auf­klä­rungs­hil­fe nicht. Selbst tak­tie­ren­des Ver­hal­ten, bei dem ein Täter sein Wis­sen bewusst erst offen­bart, wenn die von ihm belas­te­te Per­son das Land ver­las­sen hat, kann eine Anwen­dung von § 31 BtMG nach sich zie­hen [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Janu­ar 2017 – 1 StR 587/​16

  1. BGH, Beschluss vom 28.08.2002 – 1 StR 309/​02, NStZ 2003, 162 f.[]
  2. vgl. z.B. BGH, Urteil vom 16.02.2000 – 2 StR 532/​99, StV 2000, 318[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 31.10.1984 – 2 StR 467/​84, StV 1985, 14 f.[]