Auf­klä­rungs­hil­fe – und das zeit­wei­se Schwei­gen zum Haupt­tä­ter

Einem Ange­klag­ten, der im Ermitt­lungs­ver­fah­ren zunächst nur Neben­be­tei­lig­te benennt und Infor­ma­tio­nen zu dem Haupt­tä­ter bewusst bis zur Haupt­ver­hand­lung zurück­hält, kann nicht eine dop­pel­te Straf­mil­de­rung nach § 30a Abs. 3 BtMG und nach § 31 BtMG zuteil wer­den.

Auf­klä­rungs­hil­fe – und das zeit­wei­se Schwei­gen zum Haupt­tä­ter

Dass die Straf­kam­mer im Rah­men ihrer Straf­zu­mes­sungs­ent­schei­dung die von dem Ange­klag­ten – jeden­falls hin­sicht­lich des Haupt­tä­ters ver­spä­tet – geleis­te­te Auf­klä­rungs­hil­fe als wesent­li­ches Kri­te­ri­um für die Annah­me min­der schwe­rer Fäl­le her­an­ge­zo­gen hat, begeg­net daher für den Bun­des­ge­richts­hof kei­nen recht­li­chen Beden­ken [1]. Bei die­ser Sach­la­ge bestand kei­ne Ver­an­las­sung zu erwä­gen, ob die – was ein­zel­ne Plan­ta­gen­ar­bei­ter anbe­langt gege­be­nen­falls recht­zei­tig geleis­te­te – Teil-Auf­klä­rungs­hil­fe über § 31 BtMG zu einer wei­te­ren Redu­zie­rung des bereits u.a. wegen der ver­spä­tet geleis­te­ten Auf­klä­rungs­hil­fe her­an­ge­zo­ge­nen Straf­rah­mens des § 30a Abs. 3 BtMG füh­ren könn­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Febru­ar 2017 – 2 StR 291/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.02.2017 – 2 StR 291/​16[]