Auf­klä­rungs­rü­ge – und das erwar­te­te Beweis­ergeb­nis

Eine zuläs­si­ge Auf­klä­rungs­rü­ge setzt neben der Bezeich­nung eines bestimm­ten Beweis­mit­tels, des­sen sich der Tatrich­ter hät­te bedie­nen sol­len, die Anga­be eines bestimm­ten zu erwar­ten­den Beweis­ergeb­nis­ses sowie der Umstän­de vor­aus, auf­grund derer sich dem Gericht die ver­miss­te Beweis­erhe­bung auf­drän­gen muss­te1.

Auf­klä­rungs­rü­ge – und das erwar­te­te Beweis­ergeb­nis

Ob dem letzt­ge­nann­ten Erfor­der­nis hin­rei­chend Genü­ge getan wur­de, konn­te der Bun­des­ge­richts­hof in dem hier ent­schie­de­nen Fall jedoch dahin­ste­hen las­sen; jeden­falls man­gel­te es an Vor­trag zu einem bestimm­ten Beweis­ergeb­nis2; die­ses wur­de nicht hin­rei­chend kon­kret bezeich­net3.

Beweis­ergeb­nis ist das, was das Beweis­mit­tel an tat­säch­li­chem Beur­tei­lungs­stoff für die Ent­schei­dung der Beweis­fra­ge ergibt4.

Inso­fern auf den Inhalt der frag­li­chen Urkun­den zu ver­wei­sen, genügt hier nach den Gesamt­um­stän­den nicht. Es hät­te viel­mehr kon­kret dar­ge­legt wer­den müs­sen, dass der bera­ten­de Rechts­an­walt gegen­über dem Ange­klag­ten eine bestimm­te Ver­trags­ver­si­on als recht­lich unbe­denk­lich dar­stell­te und die­ser sei­nem Rechts­rat ver­trau­te.

Ob der Ange­klag­te dar­über hin­aus von dem Zwi­schen­rechts­be­helf des § 238 Abs. 2 StPO hät­te Gebrauch machen müs­sen, konn­te der Bun­des­ge­richts­hof vor die­sem Hin­ter­grund eben­falls offen las­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Okto­ber 2018 – 1 StR 257/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 12.03.1998 – 4 StR 618/​97 Rn. 2, bei Kusch NStZ-RR 1999, 33, 38 mwN []
  2. vgl. dazu etwa BGH, Beschluss vom 29.08.2018 – 1 StR 489/​17 und Urteil vom 03.12 2015 – 4 StR 223/​15, NStZ 2016, 721, 723 []
  3. BGH, Beschluss vom 01.07.2010 – 1 StR 259/​10, NStZ-RR 2010, 316, 317 []
  4. Schmitt in MeyerGoßner/​Schmitt, StPO, 61. Aufl., Einl. Rn. 48 []