Aus­la­ge­n­er­stat­tung auf das Eigen­geld­kon­to des Straf­ge­fan­gen

Wer­den einem Straf­ge­fan­ge­nen nach Obsie­gen in einem gericht­li­chen Ver­fah­ren von der Lan­des­kas­se not­wen­di­ge Aus­la­gen (kon­kret: Por­to­kos­ten) erstat­tet, sind die­se auch dann dem Eigen­geld­kon­to gut­zu­schrei­ben, wenn die ent­spre­chen­den Auf­wen­dun­gen zuvor vom Haus­geld­kon­to bestrit­ten wor­den waren.

Aus­la­ge­n­er­stat­tung auf das Eigen­geld­kon­to des Straf­ge­fan­gen

Das Buchen der maß­geb­li­chen Gel­der auf dem Eigen­geld­kon­to ent­spricht der gesetz­li­chen Sys­te­ma­tik der §§ 45 ff NJVoll­zG, weil die in § 46 NJVoll­zG auf­ge­zähl­ten Vor­aus­set­zun­gen für das Gut­schrei­ben auf dem Haus­geld­kon­to nicht erfüllt sind. Die gesetz­li­che Rege­lung ist ein­deu­tig und abschlie­ßend.

Zwar hat das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le in ande­rer Sache ent­schie­den, dass im Fal­le einer Rück­ab­wick­lung von dem Haus­geld­kon­to ent­nom­me­ner Beträ­ge die­se gesetz­li­che Sys­te­ma­tik nicht greift, wenn und soweit es nicht um das ori­gi­nä­re Bil­den von Haus­geld geht, son­dern um das Rück­füh­ren dem Haus­geld­kon­to ent­nom­me­ner Beträ­ge, hin­sicht­lich derer die Grund­la­ge für die Ent­nah­me ent­fal­len ist 1. So lie­gen die Din­ge hier aber nicht. Denn bei den dem Eigen­geld­kon­to hier gut­ge­schrie­be­nen Beträ­gen han­delt es sich schon in der Sache nicht um den­sel­ben Leis­tungs­ge­gen­stand, des­sen Rechts­grund für die Abbu­chung ent­fal­len ist. Viel­mehr hat der Antrag­stel­ler das ent­spre­chen­de Haus­geld zum Kauf von Brief­mar­ken und zum Füh­ren gericht­li­cher Ver­fah­ren ver­wen­det. Die­ser Zweck wur­de auch erreicht, und das hier­für auf­ge­wen­de­te Geld wur­de dem­zu­fol­ge zweck­ent­spre­chend ver­braucht. Dass dem Antrag­stel­ler schließ­lich infol­ge der gericht­li­chen Kos­ten­schei­dung und der nach­fol­gen­den ‑fest­set­zung die ent­spre­chen­den Beträ­ge als not­wen­di­ge Aus­la­gen erstat­tet wur­den, ändert hier­an nichts. Dies gilt auch vor dem Hin­ter­grund, dass die dem Eigen­geld­kon­to gut­ge­schrie­be­nen Beträ­ge – anders als das Haus­geld­kon­to – der Pfän­dung unter­lie­gen und zum Bil­den des Über­brü­ckungs­gel­des ver­wen­det wer­den kön­nen. Die Mög­lich­keit effek­ti­ven Rechts­schut­zes im Sin­ne von Art.19 Abs. 4 GG wird hier­durch nicht unter­lau­fen.

Eine ande­re Sicht­wei­se wür­de zudem auch zu einer unge­recht­fer­tig­ten Bevor­zu­gung des Antrag­stel­lers füh­ren. Inso­weit war auch hier der all­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­grund­satz des § 2 Abs. 1 NJVoll­zG zu beach­ten. Denn auch außer­halb des Straf­voll­zugs wür­den infol­ge einer gericht­li­chen Kos­ten­er­stat­tung gezahl­te Beträ­ge, die zuvor unpfänd­ba­rem Ver­mö­gen ent­nom­men wor­den waren, nicht grund­sätz­lich dem Pfän­dungs­schutz unter­lie­gen.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 14. Okto­ber 2014 – 1 Ws 404/​14 (StrVollz)

  1. OLG, Beschluss vom 25.03.2013, 1 Ws 57/​13, Stra­Fo 2103, 304; Rpfle­ger 2013, 475 für die Rück­bu­chung zu viel abge­buch­ter Beträ­ge[]