Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge – und die aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­schen Bedeu­tung the­ra­peu­ti­scher Maß­nah­men

Der Tatrich­ter hat in "Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge"-Kon­stel­la­tio­nen auch den Ursprung der Belas­tung des Ange­klag­ten durch Erstof­fen­ba­rung gegen­über einer "Prä­ven­to­lo­gin" näher zu prü­fen.

Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge – und die aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­schen Bedeu­tung the­ra­peu­ti­scher Maß­nah­men

Der Hin­weis auf das Feh­len bekann­ter Anhalts­punk­te für einen sug­ges­ti­ven Ein­fluss reicht nicht aus, wenn der Anlass, der Gegen­stand sowie die Art und Wei­se der the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men nicht mit­ge­teilt wer­den und das Urteil offen­lässt, wie sich die Neben­klä­ge­rin dabei geäu­ßert hat 1.

Die Über­le­gung, die Neben­klä­ge­rin sei zu jener Zeit noch nicht end­gül­tig zur Tren­nung vom Ange­klag­ten ent­schlos­sen gewe­sen, über­brückt die­se Lücke jeden­falls dann nicht aus­rei­chend, wenn die Neben­klä­ge­rin jeden­falls schon eine außer­ehe­li­che Bezie­hung gepflegt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. April 2017 – 2 StR 409/​16

  1. vgl. zur mög­li­chen aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­schen Bedeu­tung the­ra­peu­ti­scher Maß­nah­men BGH, Urteil vom 20.05.2015 – 2 StR 455/​14, StV 2017, 9, 10; Köhn­ken in Müller/​Schlothauer [Hrsg.], Mün­che­ner Anwalts­hand­buch Straf­ver­tei­di­gung, 2. Aufl., § 61 Rn. 24; Mack, Kri­mi­na­lis­tik 2014, 459, 461; Stel­ler, NJW-Son­der­heft für G. Schä­fer, 2002, S. 69, 70; Vol­bert, Beur­tei­lung von Aus­sa­gen über Trau­ma­ta, 2004, S. 105 ff.[]