"Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge" – und kei­ne wei­te­ren Indi­zi­en

Das Tat­ge­richt ist nicht schon dann auf­grund des Zwei­fels­sat­zes an der Ver­ur­tei­lung eines Ange­klag­ten gehin­dert, wenn "Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge" steht und kei­ne wei­te­ren belas­ten­den Indi­zi­en vor­lie­gen [1].

<span class="Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge" – und kei­ne wei­te­ren Indi­zi­en" title=""Aussage gegen Aussage" - und keine weiteren Indizien" srcset="https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/police-2808324_1280.jpg 1280w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/police-2808324_1280-300x169.jpg 300w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/police-2808324_1280-768x432.jpg 768w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/police-2808324_1280-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 880px) 100vw, 880px">

Wird die Tat vom mut­maß­li­chen Opfer in einer Zeu­gen­aus­sa­ge geschil­dert, kann der Ange­klag­te auf die­ser Grund­la­ge ver­ur­teilt wer­den, wenn das Tat­ge­richt von der Glaub­haf­tig­keit der Aus­sa­ge die­ses ein­zi­gen Belas­tungs­zeu­gen über­zeugt ist.

Der Tatrich­ter muss sich dabei bewusst sein, dass die Aus­sa­ge die­ses Zeu­gen einer beson­de­ren Glaub­haf­tig­keits­prü­fung zu unter­zie­hen ist, zumal der Ange­klag­te in sol­chen Fäl­len weni­ge Ver­tei­di­gungs­mög­lich­kei­ten besitzt.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs müs­sen die Urteils­grün­de erken­nen las­sen, dass der Tatrich­ter alle Umstän­de, wel­che die Ent­schei­dung beein­flus­sen kön­nen, erkannt und in sei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zo­gen hat [2]. Aus den Urteils­grün­den muss sich erge­ben, dass die ein­zel­nen Beweis­ergeb­nis­se nicht nur iso­liert gewer­tet, son­dern in eine umfas­sen­de Gesamt­wür­di­gung ein­ge­stellt wur­den [3]. Hier­bei sind das Gewicht und Zusam­men­spiel der ein­zel­nen Indi­zi­en in einer Gesamt­schau zu bewer­ten [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. April 2018 – 2 StR 194/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 29.07.1998 – 1 StR 94/​98, BGHSt 44, 153, 158[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 10.01.2017 – 2 StR 235/​16, StV 2017, 367, 368 mwN[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 22.04.2015 – 2 StR 351/​14[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 20.07.2016 – 2 StR 59/​16, NStZ-RR 2016, 382; Beschluss vom 04.04.2017 – 2 StR 409/​16, StV 2018, 193, 194[]