Aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­sche Begut­ach­tung eines Zeu­gen

Der Antrag eines Ange­klag­ten auf aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­sche Begut­ach­tung einer ihn belas­ten­den Zeu­gin ist nicht bereits des­halb unzu­läs­sig, weil die Zeu­gin die Zustim­mung zu ihrer Unter­su­chung (§ 81c Abs. 1 StPO) nicht erklärt.

Aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­sche Begut­ach­tung eines Zeu­gen

Die aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­sche Begut­ach­tung eines Zeu­gen bedarf nicht not­wen­dig des­sen Explo­ra­ti­on unter sei­ner Mit­wir­kung. Viel­mehr ist es je nach Fall­ge­stal­tung regel­mä­ßig mög­lich, dem Sach­ver­stän­di­gen auf ande­rem Wege die erfor­der­li­chen Anknüp­fungs­tat­sa­chen für die Beur­tei­lung der Glaub­haf­tig­keit der Anga­ben des Zeu­gen zu ver­schaf­fen 1.

Daher erweist sich ein der­ar­ti­ger Beweis­an­trag in der Regel nicht als unzu­läs­sig, wenn der Zeu­ge die not­wen­di­ge Ein­wil­li­gung in die Explo­ra­ti­on ver­wei­gert 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. August 2014 – 3 StR 208/​14

  1. s. bei­spiels­wei­se etwa BGH, Urteil vom 03.06.1982 – 1 StR 184/​82, NStZ 1982, 432; Beschlüs­se vom 25.09.1990 – 5 StR 401/​90, BGHR StPO § 244 Abs. 3 Satz 1 Unzu­läs­sig­keit 6; vom 28.10.2008 – 3 StR 364/​08, NStZ 2009, 346, 347[]
  2. vgl. zur Abgren­zung BGH, Urteil vom 18.09.1990 – 5 StR 184/​90, BGHR StPO § 244 Abs. 3 Satz 1 Unzu­läs­sig­keit 5[]