Aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­sche Begut­ach­tung – und die feh­len­de Ein­wil­li­gung des Neben­klä­gers

Die einen Beleh­rungs­man­gel im Zusam­men­hang mit der Unter­su­chung des Neben­klä­gers im Rah­men der aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­schen Begut­ach­tung gel­tend machen­de Ver­fah­rens­be­an­stan­dung, soweit nach Akten­la­ge sicher aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass der Neben­klä­ger bei einer for­mell ord­nungs­ge­mäß erfolg­ten Beleh­rung ent­spre­chend § 81c Abs. 3 Satz 2 i.V.m. § 52 Abs. 3 Satz 1 StPO von sei­nem Unter­su­chungs­ver­wei­ge­rungs­recht Gebrauch gemacht hät­te 1.

Aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­sche Begut­ach­tung – und die feh­len­de Ein­wil­li­gung des Neben­klä­gers

Im vor­lie­gen­den Fall ergab sich dies für den Bun­des­ge­richts­hof aus dem wei­te­ren Ver­hal­ten des Neben­klä­gers: Der Neben­klä­ger, des­sen Straf­an­zei­ge dem vor­lie­gen­den Ver­fah­ren zugrun­de liegt, war jeweils nach Beleh­rung über sein Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht sowohl bei der Poli­zei als auch in der Haupt­ver­hand­lung unein­ge­schränkt aus­sa­ge­be­reit. Vor sei­ner Mit­wir­kung bei der Unter­su­chung durch den Sach­ver­stän­di­gen wur­de er vom Sach­ver­stän­di­gen auf sein Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht bezüg­lich sei­ner Mut­ter und auf die Frei­wil­lig­keit einer Teil­nah­me an der Begut­ach­tung hin­ge­wie­sen, so dass der Neben­klä­ger in der Sache in vol­lem Umfang über sei­ne Rech­te infor­miert war.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Okto­ber 2016 – 4 StR 100/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 15.11.1994 – 1 StR 461/​94, BGHSt 40, 336, 339; Beschlüs­se vom 18.01.1995 – 3 StR 596/​94; vom 23.09.2003 – 1 StR 323/​03, BGHR StPO § 52 Abs. 3 Satz 1 Ver­let­zung 7[]