Aus­schluss der Öffent­lich­keit in der Haupt­ver­hand­lung – und die Ver­wir­kung der Ver­fah­rens­rüge

Eine Ver­fah­rens­rüge, mit der der abso­lu­te Revi­si­ons­grund des § 338 Nr. 6 StPO gel­tend gemacht wird, ist nicht ver­wirkt, nur weil sich der Ver­tei­di­ger einem Antrag auf Aus­schluss der Öffent­lich­keit ange­schlos­sen hat.

Aus­schluss der Öffent­lich­keit in der Haupt­ver­hand­lung – und die Ver­wir­kung der Ver­fah­rens­rüge

In dem Umstand allein, dass sich der Ver­tei­di­ger (wie im vor­lie­gen­den Fall im Übri­gen auch die Staats­an­walt­schaft) dem Antrag des Neben­klä­ger­ver­tre­ters ange­schlos­sen hat­te, ver­mag der Bun­des­ge­richts­hof kei­nen Anhalts­punkt für eine Ver­wir­kung zu erken­nen 1.

Auch ist der Beschwer­de­füh­rer nicht gehal­ten, sich im Rah­men sei­nes Rüge­vor­trags (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO) mit der Fra­ge aus­ein­an­der­zu­set­zen, ob ein Beru­hen des Urteils auf dem gerüg­ten Ver­stoß denk­ge­setz­lich aus­ge­schlos­sen ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juli 2018 – 4 StR 68/​18

  1. vgl. dazu auch BGH, Beschluss vom 29.06.1999 – 5 StR 300/​99, bei Kusch, NStZ-RR 2000, 33, 40 f.[]
  2. vgl. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 61. Aufl., § 338 Rn. 50b; § 344 Rn. 27[]