Aus­spio­nie­ren von Exil­po­li­ti­kern

Die Aus­for­schung von Exi­lan­ten oder deren Orga­ni­sa­tio­nen, die sich unter dem Schutz des Art. 5 GG in Deutsch­land in lega­ler Wei­se poli­tisch betä­ti­gen, erfüllt regel­mä­ßig den Tat­be­stand des § 99 Abs. 1 StGB, denn sie sind dazu geeig­net, bei den Betrof­fe­nen Angst vor Repres­sio­nen aus­zu­lö­sen und so den ihnen zuste­hen­den Frei­raum für poli­ti­sches und gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment ein­zu­en­gen.

Aus­spio­nie­ren von Exil­po­li­ti­kern

Dies läuft den Inter­es­sen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zuwi­der, die gehal­ten ist, den hier unter dem Schutz des Grund­ge­set­zes leben­den und sich betä­ti­gen­den Aus­län­dern die­sen Schutz auch zu gewäh­ren 1.

Ent­spre­chen­des gilt für die ver­gleich­ba­ren Ver­fas­sungs­grund­sät­zen ver­pflich­te­ten NATO-Ver­trags­staa­ten Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en. § 1 Abs. 1 Nr. 4 NTSG setzt auch nicht vor­aus, dass sich die – im Inland aus­ge­üb­te – Agen­ten­tä­tig­keit auf hier sta­tio­nier­te Trup­pen oder deren Ein­rich­tun­gen bezieht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Mai 2016 – AK 25/​16

  1. BGH, Beschluss vom 20.01.2015 – 3 StR 551/​14, BGHSt 60, 158, 160[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 11.05.2012 – AK 10 und 11/​12[]