Ban­de – und die erfor­der­li­che Sub­sum­ti­on im Straf­ur­teil

Ob jemand Mit­glied einer Ban­de ist, bestimmt sich nach der delik­ti­schen Ver­ein­ba­rung, der so genann­ten Ban­den­ab­re­de, die zwar durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten zustan­de kom­men und daher auch aus dem kon­kret fest­stell­ba­ren, wie­der­hol­ten delik­ti­schen Zusam­men­wir­ken meh­re­rer Per­so­nen her­ge­lei­tet wer­den kann 1.

Ban­de – und die erfor­der­li­che Sub­sum­ti­on im Straf­ur­teil

Erfor­der­lich ist in sol­chen Fäl­len jedoch eine sorg­fäl­ti­ge und umfas­sen­de Wür­di­gung aller im kon­kre­ten Ein­zel­fall für und gegen eine Ban­den­ab­re­de spre­chen­den Umstän­de, wobei sich der Tatrich­ter ins­be­son­de­re bewusst sein muss, dass ein Rück­schluss von dem tat­säch­li­chen delik­ti­schen Zusam­men­wir­ken auf eine kon­klu­den­te Ban­den­ab­re­de für sich genom­men zu kurz grei­fen kann 2.

Ins­be­son­de­re wenn unklar bleibt, wer neben dem Ange­klag­ten an den bei­den (hier: sechs Jah­re aus­ein­an­der lie­gen­den) Über­fäl­len mit­ge­wirkt hat, ver­steht sich das Bestehen einer kon­klu­den­ten Ban­den­ab­re­de letzt­lich nur wegen einer ähn­lich gela­ger­ten Vor­ge­hens­wei­se nicht von selbst.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Sep­tem­ber 2016 – 2 StR 197/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 21.07.2015 – 2 StR 441/​14, BGHR StGB § 244 Abs. 1 Nr. 2 Ban­de 9 mwN[]
  2. vgl. BGH, aaO mwN[]