Bank­rott, Betrug – und die Ver­jäh­rung

Die Straf­ta­ten des Bank­rotts nach § 283 Abs. 1 Nr. 5 und Nr. 7a StGB und des Betrugs gemäß § 263 Abs. 1 StGB ver­jäh­ren nach § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB in Ver­bin­dung mit § 78a StGB in fünf Jah­ren ab Been­di­gung der Taten.

Bank­rott, Betrug – und die Ver­jäh­rung

Die Bank­rott­ta­ten waren mit dem den eigent­li­chen Tat­hand­lun­gen nach­fol­gen­den Ein­tritt der objek­ti­ven Bedin­gung der Straf­bar­keit nach § 283 Abs. 6 StGB durch die Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens been­det [1], so dass die Ver­jäh­rung am Tag der Insol­venz­eröff­nung zu lau­fen begann.

Beim Betrug ist die Erlan­gung des letz­ten vom Tat­plan umfass­ten Ver­mö­gens­vor­teils für die Been­di­gung maß­geb­lich [2].

Nach § 78c Abs. 3 Satz 3 StGB gel­ten für die Ver­jäh­rung nach § 78c Abs. 3 Satz 2 StGB die Vor­schrif­ten des § 78b StGB über das Ruhen der Ver­jäh­rung. Da das Straf­ge­setz­buch sowohl für den Bank­rott als auch für den Betrug in § 283a StGB und § 263 Abs. 3 StGB Straf­an­dro­hun­gen für beson­ders schwe­re Fäl­le von mehr als fünf Jah­ren ent­hält, fin­det § 78b Abs. 4 StGB Anwen­dung [3]. Danach ruht die Ver­jäh­rung in den Fäl­len des § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB, wenn das Haupt­ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt eröff­net wor­den ist, ab Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens für die Dau­er von höchs­tens fünf Jah­ren.

Im Zeit­punkt der Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens waren die lau­fen­den zehn­jäh­ri­gen Ver­jäh­rungs­fris­ten des § 78c Abs. 3 Satz 2 StGB für die Tat­vor­wür­fe des Bank­rotts und der Bei­hil­fe hier­zu noch nicht abge­lau­fen. Anschlie­ßend ruh­te gemäß § 78b Abs. 4 StGB die Ver­jäh­rung, deren Ein­tritt nun­mehr die durch das ange­foch­te­ne Ein­stel­lungs­ur­teil bewirk­te Ablauf­hem­mung des § 78b Abs. 3 StGB ent­ge­gen­steht [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Novem­ber 2016 – 4 StR 86/​16

  1. vgl. Tie­de­mann in LK-StGB, 12. Aufl., § 283 Rn. 221[]
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 18.11.2015 – 4 StR 76/​15, BGHR StGB § 78a Satz 1 Betrug 4[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.02.2011 – 1 StR 490/​10, BGHSt 56, 146, 149; vom 01.08.1995 – 1 StR 275/​95, BGHR StGB § 78b Abs. 4 Straf­an­dro­hung 1[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 20.12 1983 – 1 StR 821/​83, BGHSt 32, 209; Urteil vom 25.10.2000 – 2 StR 232/​00, BGHSt 46, 159, 167[]