Baye­ri­sche Lan­des­bank: Ver­fah­rens­ein­stel­lung gegen Zah­lung

Da der Tat­vor­wurf der Untreue wegen des Erwerbs der Mehr­heit der HGAA durch die vier Ange­klag­ten (Baye­ri­sche Lan­des­bank) nicht mit der erfor­der­li­chen Sicher­heit nach­zu­wei­sen ist und das etwai­ge Ver­schul­den der Ange­klag­ten bezüg­lich der Untreue durch den Erwerb der Akti­en der Mit­ar­bei­ter­pri­vat­stif­tung (MAPS) als gering bewer­tet wird, ist eine vor­läu­fi­ge Ein­stel­lung des Ver­fah­rens gegen Zah­lung einer Geld­auf­la­ge mög­lich.

Baye­ri­sche Lan­des­bank: Ver­fah­rens­ein­stel­lung gegen Zah­lung

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Straf­ver­fah­ren gegen die Ange­klag­ten Dr. Micha­el Kem., Theo­dor Har., Dr. Ralph Sch. und Ste­fan Rop. mit Zustim­mung der Staats­an­walt­schaft Mün­chen I und der Ange­klag­ten ent­schie­den. Die Ver­fah­ren sind gem. § 153a Abs. 2, Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 StPO jeweils abzu­tren­nen und gegen Zah­lung einer Geld­auf­la­ge vor­läu­fig ein­zu­stel­len.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen sind die Auf­la­gen jeweils geeig­net, das öffent­li­che Inter­es­se an der Straf­ver­fol­gung zu besei­ti­gen. Die Schwe­re einer etwai­gen Schuld der Ange­klag­ten steht der Ein­stel­lung des Ver­fah­rens nicht ent­ge­gen.
Auf der Grund­la­ge der bis­her durch­ge­führ­ten Beweis­auf­nah­me ist der Tat­vor­wurf der Untreue wegen des Erwerbs der Mehr­heit der HGAA durch die vier Ange­klag­ten nicht mit der erfor­der­li­chen Sicher­heit nach­zu­wei­sen.

Eine Betei­li­gung der Ange­klag­ten Dr. Kem. und Har. an der ihnen vor­ge­wor­fe­nen Bestechung des dama­li­gen Kärnt­ner Lan­des­haupt­manns Dr. Jörg Hai­der in Tat­ein­heit mit Anstif­tung zur Untreue ist nach dem Ergeb­nis der bis­her durch­ge­führ­ten Beweis­auf­nah­me vor­aus­sicht­lich nicht nach­zu­wei­sen, weil nicht mit der erfor­der­li­chen Sicher­heit davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass die­se bei­den Ange­klag­ten von einer Bestechung des Dr. Hai­der Kennt­nis erlangt haben.

Soweit allen vier Ange­klag­ten dar­über hin­aus Untreue durch den Erwerb der Akti­en der Mit­ar­bei­ter­pri­vat­stif­tung (MAPS) zur Last liegt, bewer­te­te das Ober­lan­des­ge­richt, aus­ge­hend vom bis­he­ri­gen Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me, das etwai­ge Ver­schul­den der Ange­klag­ten als gering.

Bis zum 7. Sep­tem­ber 2014 hat

  • Dr. Micha­el Kem. 20.000,- EUR,
  • Theo­dor Har. 15.000,- EUR,
  • Dr. Ralph Sch. 5.000,- EUR,
  • Ste­fan Rop. 5.000,- EUR

an die Staats­kas­se zu zah­len. Die end­gül­ti­ge Ein­stel­lung erfolgt nach Ein­gang der Zah­lungs­nach­wei­se.

Hin­sicht­lich der Ange­klag­ten Wer­ner Karl Sch. und Dr. Rudolf Han. wird das Ver­fah­ren fort­ge­setzt.

Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen, Beschluss vom 26. August 2014