Beding­ter Vor­satz

Bedingt vor­sätz­lich han­delt, wer die Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung für mög­lich hält und sie bil­li­gend in Kauf nimmt.

Beding­ter Vor­satz

Dass der Ange­klag­te mit einer Ver­let­zung habe rech­nen müs­sen, reicht für die Annah­me des Wis­sens­ele­ments des Vor­sat­zes nicht aus. Erfor­der­lich ist die posi­ti­ve Fest­stel­lung, dass er mit der Mög­lich­keit der Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung gerech­net hat.

Aus­füh­run­gen zum vol­un­ta­ti­ven Vor­satz­ele­ment kön­nen nur dann ent­behr­lich sein, wenn sich ein bil­li­gen­des Inkauf­neh­men einer Ver­let­zung bei dem zugrun­de lie­gen­den Sach­ver­halt von selbst ver­ste­hen wür­de.

In Abgren­zung zur bewuss­ten Fahr­läs­sig­keit muss sich der Tatrich­ter jedoch in einer objek­ti­ven Gesamt­schau aller objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Tat­um­stän­de damit aus­ein­an­der­set­zen, ob der Ange­klag­te womög­lich mit der Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung nicht ein­ver­stan­den war und ernst­haft dar­auf ver­traut hat, dass der Erfolg nicht ein­tre­ten wer­de 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. März 2016 – 2 StR 430/​15

  1. vgl. BGH StV 2015, 300[]