Bei­hil­fe eines Flücht­lings zum Ein­schleu­sen ande­rer Flücht­lin­ge

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Revi­si­on des ange­klag­ten Flücht­lings gegen sei­ne Ver­ur­tei­lung durch das Land­ge­richt Osna­brück wegen Bei­hil­fe zum Ein­schleu­sen von Aus­län­dern mit Todes­fol­ge ver­wor­fen. Das Land­ge­richt Osna­brück hat­te den Ange­klag­ten wegen der Tat zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr und sechs Mona­ten ver­ur­teilt und die Voll­stre­ckung der Frei­heits­stra­fe zur Bewäh­rung aus­ge­setzt 1.

Bei­hil­fe eines Flücht­lings zum Ein­schleu­sen ande­rer Flücht­lin­ge

Nach den vom Land­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen war der Ange­klag­te mit Hil­fe von Schleu­sern von Afgha­ni­stan in die Tür­kei aus­ge­reist, um von dort nach Grie­chen­land wei­ter geschleust zu wer­den. Gegen­über sei­nem Schleu­ser sag­te er zu, als männ­li­cher Beglei­ter, Ansprech­part­ner und Kon­takt­per­son von zwei eben­falls nach Grie­chen­land zu schleu­sen­den afgha­ni­schen Frau­en und deren vier Kin­dern zu die­nen.

Bei der Über­fahrt nach Grie­chen­land war das Boot über­la­den und ken­ter­te nach stun­den­lan­ger Irr­fahrt in grie­chi­schen Hoheits­ge­wäs­sern. Die zwei Frau­en und ihre vier Kin­der sowie wei­te­re Pas­sa­gie­re des Boots ertran­ken, der Ange­klag­te wur­de hin­ge­gen von der grie­chi­schen Küs­ten­wa­che geret­tet und reis­te spä­ter nach Deutsch­land wei­ter.

Das Land­ge­richt hat in der spä­ter umge­setz­ten Zusa­ge, für die Frau­en als Beglei­ter zu fun­gie­ren, eine straf­ba­re Unter­stüt­zung des Schleu­sers der Frau­en gese­hen. Die­se Auf­fas­sung hat der Bun­des­ge­richts­hof im Ergeb­nis bestä­tigt. Das Urteil des Land­ge­richts ist damit rechts­kräf­tig.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Novem­ber 2019 – 3 StR 561/​18

  1. LG Osna­brück, Urteil vom 31.07.2018 – 6 Ks/​730 Js 44390/​16 – 4/​18[]