Beihilfe zum Raub – und die bloße Kenntnis von der Tat

Wegen Beihilfe wird gemäß § 27 Abs. 1 StGB bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe leistet.

Beihilfe zum Raub - und die bloße Kenntnis von der Tat

Diese Hilfeleistung muss sich auf die Begehung der Haupttat zwar nicht kausal auswirken; erforderlich ist aber, dass sie die Haupttat zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen Versuchsbeginn und Beendigung in irgendeiner Weise erleichtert oder fördert1.

Die bloße Kenntnis von der Begehung der Tat und deren Billigung ohne einen die Tat objektiv fördernden Beitrag reicht allerdings nicht aus, um die Annahme von Beihilfe zu begründen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann zwar schon ein bloßes “Dabeisein” die Tatbegehung im Sinne aktiven Tuns fördern oder erleichtern2. In derartigen Fällen bedarf es aber sorgfältiger und genauer Feststellungen darüber, dass und wodurch die Tatbegehung in ihrer konkreten Gestaltung objektiv gefördert oder erleichtert wurde, und dass der Gehilfe sich dessen bewusst war3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 17. Mai 2018 – 1 StR 108/18

  1. st. Rspr.; BGH, Beschlüsse vom 09.07.2015 – 2 StR 58/15, NStZ-RR 2015, 343, 344; und vom 04.02.2016 – 1 StR 344/15, NStZ-RR 2016, 136, 137; Urteil vom 16.01.2008 – 2 StR 535/07, NStZ 2008, 284 mwN []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 15.12 2011 – 2 StR 505/11, StV 2012, 287; Urteil vom 10.02.1982 – 3 StR 398/81, StV 1982, 517, 518 []
  3. BGH, Beschlüsse vom 13.01.1993 – 3 StR 516/92, NStZ 1993, 233; und vom 24.03.1993 – 2 StR 99/93, NStZ 1993, 385 []
  4. vgl. BVerfGE 111, 307, 317 []