Bei­hil­fe – und die not­wen­di­gen Urteils­fest­stel­lun­gen

Nach § 267 Abs. 1 Satz 1 StPO müs­sen die Urteils­grün­de die für erwie­sen erach­te­ten Tat­sa­chen mit­tei­len, in denen die gesetz­li­chen Merk­ma­le der Straf­tat gefun­den wer­den. Dies gilt auch für die Haupt­tat und die hier­zu geleis­te­te Bei­hil­fe.

Bei­hil­fe – und die not­wen­di­gen Urteils­fest­stel­lun­gen

Straf­ba­re Bei­hil­fe ist die vor­sätz­li­che Hil­fe­leis­tung zu einer vor­sätz­lich began­ge­nen Straf­tat eines ande­ren (§ 27 Abs. 1 StGB). Als Hil­fe­leis­tung im Sin­ne des § 27 StGB ist dabei jede Hand­lung anzu­se­hen, wel­che die Her­bei­füh­rung des Tat­er­folgs des Haupt­tä­ters objek­tiv för­dert, ohne dass sie für den Erfolg selbst ursäch­lich sein muss 1. Bei­hil­fe kann zwi­schen Ver­suchs­be­ginn und Voll­endung und auch bereits wäh­rend des Vor­be­rei­tungs­sta­di­ums geleis­tet wer­den, nicht aber nach mate­ri­el­ler Been­di­gung der Haupt­tat 2.

Die Haupt­tat muss daher in den Urteils­grün­den hin­rei­chend genau, vor allem auch hin­sicht­lich der Tat­zeit, fest­ge­stellt sein.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Janu­ar 2019 – 1 StR 450/​18

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 09.05.2017 – 1 StR 265/​16, wis­tra 2017, 390 Rn. 22 mwN[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.08.2013 – 3 StR 226/​13 Rn. 4 mwN; und vom 27.11.2012 – 3 StR 433/​12 Rn. 5[]