Bei­hil­fe zu meh­re­ren Taten

Leis­tet ein Betei­lig­ter für alle oder eini­ge Ein­zel­ta­ten einen indi­vi­du­el­len, nur je die­se för­dern­den Tat­bei­trag, so sind ihm die­se Taten – soweit nicht natür­li­che Hand­lungs­ein­heit vor­liegt – als tat­mehr­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen.

Bei­hil­fe zu meh­re­ren Taten

Erbringt er dage­gen im Vor­feld oder wäh­rend des Laufs der Delikts­se­rie Tat­bei­trä­ge, durch die alle oder meh­re­re Ein­zel­de­lik­te ande­rer Betei­lig­ter gleich­zei­tig geför­dert wer­den, so sind ihm die­se als tat­ein­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen, da sie in sei­ner Per­son durch den ein­heit­li­chen Tat­bei­trag zu einer Hand­lung im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB ver­knüpft wer­den.

Ob die ande­ren Betei­lig­ten die ein­zel­nen Delik­te nach obi­gen Grund­sät­zen ihrer­seits gege­be­nen­falls tat­mehr­heit­lich began­gen haben, ist dem­ge­gen­über ohne Bedeu­tung 1.

Nach die­sem Maß­stab haben sich in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall alle drei Ange­klag­ten des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge in zwei tat­ein­heit­li­chen Fäl­len schul­dig gemacht. Denn sie haben zu den bei­den Anbau­vor­gän­gen kei­ne indi­vi­du­el­len, jeweils nur einen Anbau för­dern­den Tat­bei­trä­ge erbracht. Die fest­ge­stell­ten Tat­bei­trä­ge aller Ange­klag­ten haben sich viel­mehr jeweils auf bei­de Anbau­vor­gän­ge glei­cher­ma­ßen för­dernd aus­ge­wirkt.

Die Ver­ur­tei­lung wegen ban­den­mä­ßi­ger Tat­be­ge­hung wird durch die Annah­me von Tat­ein­heit nicht in Fra­ge gestellt. Denn maß­ge­bend dafür, ob fort­ge­setzt eine Mehr­zahl im Ein­zel­nen noch unge­wis­ser Straf­ta­ten began­gen wer­den soll­te oder began­gen wur­de, sind die geplan­ten tat­säch­li­chen Abläu­fe sowie deren Umset­zung; uner­heb­lich ist dem­ge­gen­über, ob die­se in der Per­son eines Ban­den­mit­glieds auf­grund der beson­de­ren Art sei­ner Tat­bei­trä­ge und gege­be­nen­falls unter Her­an­zie­hung des Zwei­fels­sat­zes recht­lich zu einer Tat im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB zusam­men­ge­fasst wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. März 2018 – 2 StR 176/​17

  1. st. Rspr., BGH, Beschluss vom 13.05.2003 – 3 StR 128/​03, NStZ-RR 2003, 265; Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/​03, BGHSt 49, 177, 182 f.[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/​03, BGHSt 49, 177, 188; Beschluss vom 25.11.2013 – 5 StR 531/​13, NStZ-RR 2014, 215[]