Bei­hil­fe – zum Raub statt Dieb­stahl

Zwar ist allein eine ande­re recht­li­che Ein­ord­nung der Haupt­tat unschäd­lich, sofern die vor­ge­stell­te Haupt­tat in ihrem Unrechts­ge­halt von der tat­säch­lich began­ge­nen nicht gänz­lich abweicht 1.

Bei­hil­fe – zum Raub statt Dieb­stahl

Dem­ge­gen­über kön­nen einem Gehil­fen aber nicht ohne wei­te­res qua­li­fi­zie­ren­de Merk­ma­le (etwa nach § 250 Abs. 1 oder Abs. 2 StGB) zuge­rech­net wer­den 2; eben­so wenig ein Raub, wenn nur ein Ein­bruchs­dieb­stahl gemäß den §§ 242, 243 Abs. 1 Nr. 1 StGB geplant war 3.

Nichts ande­res kann für eine über einen Woh­nungs­ein­bruch hin­aus­ge­hen­de räu­be­ri­sche Erpres­sung gel­ten, da schon die Straf­er­war­tung des § 249 Abs. 1 StGB (ein Jahr bis 15 Jah­re) den gegen­über dem § 244 Abs. 1 StGB (sechs Mona­te bis zehn Jah­re) erhöh­ten Unrechts­ge­halts der räu­be­ri­schen Erpres­sung anzeigt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Dezem­ber 2015 – 2 StR 468/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 20.01.2011 – 3 StR 420/​10, NStZ-RR 2011, 177[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 07.07.2010 – 2 StR 100/​10, NStZ-RR 2010, 337[]
  3. vgl. BGH bei Dal­lin­ger MDR 1955, 143; BGHSt 11, 66 f.; LK/​Schünemann, StGB, 12. Aufl., § 27, Rn. 62[]