Bei­hil­fe zur Bei­hil­fe

Zwar ist auch eine „Bei­hil­fe zur Bei­hil­fe” recht­lich mög­lich1. Jedoch setzt Bei­hil­fe durch posi­ti­ves Tun einen durch eine bestimm­te Hand­lung erbrach­ten Tat­bei­trag des Gehil­fen vor­aus2.

Bei­hil­fe zur Bei­hil­fe

Dies gilt in den beson­ders pro­ble­ma­ti­schen Fäl­len3 der blo­ßen Ver­mitt­lung eines „Gefühls der Sicher­heit” erst recht.

Allein das Wis­sen um die Bege­hung der Haupt­tat genügt den Anfor­de­run­gen an eine Bei­hil­fe durch akti­ves Tun daher nicht. Auch Hand­lun­gen, die erkenn­bar nicht erfor­der­lich oder nutz­los für das Gelin­gen der Tat sind, rei­chen nicht aus, um dar­aus eine Bei­hil­fe zu ent­neh­men4.

Ist der Schwer­punkt eines Ver­hal­tens aber in einem Unter­las­sen zu sehen, das man­gels Garan­ten­stel­lung im Sin­ne von § 13 Abs. 1 StGB nicht straf­bar ist, so darf die­ses Ergeb­nis nicht dadurch umgan­gen wer­den, dass das Ver­hal­ten in eine nicht näher kon­kre­ti­sier­ba­re und fest­stell­ba­re psy­chi­sche Bei­hil­fe durch akti­ves Tun umge­deu­tet wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Dezem­ber 2015 – 2 StR 419/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 08.03.2001 – 4 StR 453/​00, NJW 2001, 2409, 2410; NK/​Schild, StGB, 4. Aufl., § 27 Rn. 8
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 17.05.1982 – 2 StR 201/​82, StV 1982, 516; Beschluss vom 17.03.1995 – 2 StR 84/​95, BGHR StGB § 27 Abs. 1 Hil­fe­leis­ten 14; Beschluss vom 17.11.2009 – 3 StR 455/​09, NStZ 2010, 224 f.
  3. vgl. Fischer, StGB, 63. Aufl., § 27 Rn. 12 mwN
  4. vgl. Heine/​Weißer in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 27 Rn. 15; SSW/​Murmann, StGB, 2. Aufl., § 27 Rn. 5