Belei­di­gung per Pla­kat – und die pres­se­recht­li­che Ver­jäh­rung

Die pres­se­recht­li­che Ver­jäh­rung rich­tet scih wegen ihres jeden­falls auch pro­zes­sua­len Cha­rak­ters nach dem Recht des Gerichts­orts 1, d.h. nach dem dort gel­ten­den Lan­des­pres­se­ge­setz.

Belei­di­gung per Pla­kat – und die pres­se­recht­li­che Ver­jäh­rung

§ 22 Abs. 1 des Lan­des­pres­se­ge­set­zes für das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern sieht für die Ver­fol­gung straf­ba­rer Hand­lun­gen, die durch die Ver­öf­fent­li­chung oder Ver­brei­tung von Druck­wer­ken began­gen wer­den, bei Ver­ge­hen wie dem der Belei­di­gung eine Ver­jäh­rungs­frist von sechs Mona­ten vor.

Nach § 6 Abs. 1 LPrG M‑V sind Druck­wer­ke im Sin­ne des Geset­zes unter ande­rem alle mit­tels der Buch­dru­cker­pres­se oder eines sons­ti­gen zur Mas­sen­her­stel­lung geeig­ne­ten Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­rens her­ge­stell­te und zur Ver­brei­tung bestimm­te Schrif­ten. Ein sol­ches Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­ren ist immer dann gege­ben, wenn im Wege tech­ni­scher Her­stel­lung nicht bloß eine Mehr­heit von Abschrif­ten, son­dern eine zwar nicht unbe­grenz­te, aber doch belie­big ver­mehr­ba­re Viel­zahl von Ver­viel­fäl­ti­gun­gen bereit­ge­stellt wer­den kann. Als Druck­wer­ke gel­ten des­halb auch die Ver­viel­fäl­ti­gun­gen mit dem Dru­cker des Heim­com­pu­ters oder eines Kopie­rers, bei denen Hand­ar­beit zwar unter­stüt­zend mit­wirkt, bei ent­spre­chen­der Pro­gram­mie­rung des Gerä­tes mit einem Knopf­druck aber eine Viel­zahl von Exem­pla­ren maschi­nell pro­du­ziert wer­den kann. Ist die­se Vor­aus­set­zung erfüllt, ist es nicht ent­schei­dend, ob im kon­kre­ten Fall eine Viel­zahl von Exem­pla­ren tat­säch­lich her­ge­stellt wur­de 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Mai 2016 – 3 StR 392/​15

  1. BGH, Urteil vom 24.03.1999 – 3 StR 240/​98, BGHSt 45, 41, 43 mwN[]
  2. BGH aaO, S. 44 f.[]