Bemes­sung der Gesamt­stra­fe

Die Bemes­sung der Gesamt­stra­fe ist gemäß § 54 Abs. 1 Satz 2 StGB im Wege einer Gesamt­schau des Unrechts­ge­halts und des Schuld­um­fangs durch einen eigen­stän­di­gen Zumes­sungs­akt vor­zu­neh­men 1.

Bemes­sung der Gesamt­stra­fe

Dabei sind vor allem

  • das Ver­hält­nis der ein­zel­nen Taten zuein­an­der,
  • ihre grö­ße­re oder gerin­ge­re Selb­stän­dig­keit,
  • die Häu­fig­keit der Bege­hung,
  • die Gleich­heit oder Ver­schie­den­heit der ver­letz­ten Rechts­gü­ter und
  • die Bege­hungs­wei­se sowie
  • das Gesamt­ge­wicht des abzu­ur­tei­len­den Sach­ver­halts

zu berück­sich­ti­gen 2.

Das Revi­si­ons­ge­richt darf nur bei Rechts­feh­lern in die­sen Straf­zu­mes­sungs­akt ein­grei­fen. Die­se kön­nen ins­be­son­de­re dann vor­lie­gen, wenn die Gesamt­stra­fe sich nicht inner­halb des gesetz­li­chen Straf­rah­mens bewegt, die gebo­te­ne Begrün­dung für die Gesamt­stra­fe fehlt, oder wenn die Besorg­nis besteht, der Tatrich­ter habe sich von der Sum­me der Ein­zel­stra­fen lei­ten las­sen 3.

Die­sen Anfor­de­run­gen genügt das hier ange­foch­te­ne Urteil nicht: Die Straf­kam­mer hat zwar die gegen den Ange­klag­ten ver­häng­ten Ein­zel­stra­fen hin­rei­chend begrün­det, jedoch ihre Über­le­gun­gen zur Gesamt­stra­fe nicht dar­ge­stellt. Man­gels jeg­li­cher Aus­füh­run­gen zur Begrün­dung des Gesamt­stra­fen­aus­spruchs ist nicht nach­voll­zieh­bar, wel­che für sowie gegen den Ange­klag­ten spre­chen­den Kri­te­ri­en für die Straf­kam­mer bei der Bestim­mung des Gesamt­stra­fen­aus­spruchs lei­tend gewe­sen sind. Inso­fern bleibt offen, wie sie die ins­ge­samt neun Ein­zel­stra­fen mit einer Ein­satz­stra­fe von einem Jahr und sechs Mona­ten und einer Sum­me der Ein­zel­stra­fen von sechs Jah­ren und vier Mona­ten auf eine Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und vier Mona­ten zusam­men­ge­führt hat. Dem Bun­des­ge­richts­hof ist daher eine Über­prü­fung ver­wehrt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Febru­ar 2018 – 2 StR 431/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 30.11.1971 – 1 StR 485/​71, BGHSt 24, 268, 269 f.; Beschluss vom 17.12 2013 – 4 StR 261/​13, Rn. 3[]
  2. BGH, Urteil vom 30.11.1971 – 1 StR 485/​71, aaO[]
  3. BGH, Beschluss vom 10.11.2016 – 1 StR 417/​16[]