Bereits voll­streck­te Vor­ver­ur­tei­lun­gen – und der Här­teaus­gleich bei der Gesamt­stra­fen­bil­dung

Soweit gesamt­stra­fen­fä­hi­ge Vor­stra­fen zur Zeit des Urteils bereits voll­streckt waren, ist vom Tat­ge­richt die Fra­ge eines etwai­gen Här­teaus­gleichs zu erör­tern, ins­be­son­de­re wenn die Geld­stra­fen als Ersatz­frei­heits­stra­fen voll­streckt wur­den [1].

Bereits voll­streck­te Vor­ver­ur­tei­lun­gen – und der Här­teaus­gleich bei der Gesamt­stra­fen­bil­dung

Der Här­teaus­gleich ist – gege­be­nen­falls – in die Bemes­sung der Gesamt­frei­heits­stra­fe ein­zu­stel­len und nicht bei der Fest­set­zung der Ein­zel­frei­heits­stra­fen zu wür­di­gen [2], wes­halb die Ein­zel­stra­fen im Revi­si­ons­ver­fah­ren bestehen blei­ben kön­nen [3].

Ene hier­nach neu zu tref­fen­de Ent­schei­dung über den Straf­aus­spruch kann nicht gemäß § 354 Abs. 1b StPO dem Beschluss­ver­fah­ren gemäß § 460, § 462 StPO über­las­sen wer­den, weil die mög­li­cher­wei­se erfor­der­li­che Ent­schei­dung über einen Här­teaus­gleich nicht in den Rege­lungs­be­reich die­ser Vor­schrif­ten fällt; sie ist dem Urteil des Tat­ge­richts nach Durch­füh­rung einer Haupt­ver­hand­lung vor­be­hal­ten [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Febru­ar 2016 – 2 StR 31/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 17.09.2014 – 2 StR 325/​14; Beschluss vom 11.02.2016 – 2 StR 397/​15[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 29.07.1982 – 4 StR 75/​82, BGHSt 31, 102, 103; Beschluss vom 27.05.2009 – 5 StR 187/​09; Buß­mann in Matt/​Renzikowski, StGB 2013, § 55 Rn. 28; SSW/​Eschelbach, StGB, 2. Aufl., § 55 Rn.20; Fischer, StGB, 63. Aufl., § 55 Rn. 22a; LK/​Rissingvan Saan, StGB, 12. Aufl., § 55 Rn. 32[]
  3. im Ein­zel­fall anders BGH, Beschluss vom 02.12 2015 – 4 StR 423/​15[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 07.01.2014 – 3 StR 337/​13; Beschluss vom 17.09.2014 – 2 StR 325/​14[]