Berich­ti­gung des Haupt­ver­hand­lungs­pro­to­kolls durch dienst­li­che Erklä­run­gen?

Ein Berich­ti­gungs­be­schluss ist unwirk­sam, wenn er nur von der Vor­sit­zen­den gefasst und unter­zeich­net ist; er muss, um wirk­sam zu wer­den, von bei­den Urkund­s­per­so­nen (§ 271 Abs. 1 Satz 1 StPO) unter­schrie­ben wer­den 1.

Berich­ti­gung des Haupt­ver­hand­lungs­pro­to­kolls durch dienst­li­che Erklä­run­gen?

Nach­träg­li­che über­ein­stim­men­de dienst­li­che Erklä­run­gen der Urkund­s­per­so­nen rei­chen für eine Berich­ti­gung eben­falls nicht aus 2; sie las­sen auch die for­mel­le Beweis­kraft des Pro­to­kolls nicht ent­fal­len 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Febru­ar 2015 – 4 StR 595/​14

  1. unstr.; vgl. nur RGSt 57, 394, 396 f.; BGH, Urteil vom 31.05.1951 – 3 StR 106/​51, BGHSt 1, 259 f.; LR-StPO/S­tu­cken­berg, 26. Aufl., § 271 Rn. 53; HK-StPO/Ju­li­us, 5. Aufl., § 271 Rn. 8; KK-StPO/G­re­ger, 7. Aufl., § 271 Rn.19; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 57. Aufl., § 271 Rn. 23[]
  2. BGH, Urteil vom 12.01.2005 – 2 StR 138/​04, NStZ 2005, 281, 282[]
  3. BGH, aaO, dort Rn. 4 und 7; vgl. auch BGH – Gro­ßer BGH, Beschluss vom 23.04.2007 – GSSt 1/​06, BGHSt 51, 298, 317 a.E.[]