Beschrän­kung gemäß § 154a StPO – und der spä­te­re Frei­spruch

Ist nach einer Beschrän­kung gemäß § 154a StPO eine Ver­ur­tei­lung wegen des ver­blie­be­nen Straf­tat­be­stan­des nicht mög­lich, ist die nach § 154a StPO aus­ge­schie­de­ne Geset­zes­ver­let­zung wie­der in das Ver­fah­ren ein­zu­be­zie­hen, um der umfas­sen­den gericht­li­chen Kogni­ti­ons­pflicht (§ 264 StPO) zu genü­gen 1.

Beschrän­kung gemäß § 154a StPO – und der spä­te­re Frei­spruch

Eine sol­che Rüge muss jedoch als ver­fah­rens­recht­li­che Bean­stan­dung erho­ben wer­den 2. Die Revi­si­on hät­te daher, um den sich aus § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO erge­ben­den Anfor­de­run­gen zu ent­spre­chen, den Wort­laut der in Bezug genom­me­nen Ver­fü­gung mit­tei­len und den Ver­fah­rens­ab­lauf im Ein­zel­nen schil­dern müs­sen 3.

Hier­bei ist auch zu beach­ten, dass in Fäl­len, in denen die Beweis­la­ge die Beur­tei­lung zulässt, dass im Fal­le der Wie­der­ein­be­zie­hung der Ange­klag­te auch von dem Vor­wurf, der den aus­ge­schie­de­nen Tat­teil oder Straf­tat­be­stand betrifft, frei­zu­spre­chen gewe­sen wäre, der Tatrich­ter von der förm­li­chen Wie­der­ein­be­zie­hung des aus­ge­schie­de­nen Tat­teils oder Straf­tat­be­stands abse­hen kann 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Mai 2016 – 4 StR 569/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 15.09.1983 – 4 StR 535/​83, BGHSt 32, 84, 85; Beschluss vom 23.11.2000 – 3 StR 472/​00, NStZ-RR 2001, 263, bei Becker; Urteil vom 04.04.2002 – 3 StR 405/​01 jeweils mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 14.12 1995 – 4 StR 370/​95, NStZ 1996, 241 mwN auch zu einer eine ande­re Ansicht ver­tre­ten­den Ent­schei­dung des 1. Straf­se­nats[]
  3. BGH aaO[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 07.06.2006 – 2 StR 72/​06 mwN[]

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