Beson­de­re Schwe­re der Schuld

Die Fest­stel­lung der beson­de­ren Schwe­re der Schuld setzt vor­aus, dass das gesam­te Tat­bild ein­schließ­lich der Täter­per­sön­lich­keit von den erfah­rungs­ge­mäß gewöhn­lich vor­kom­men­den Mord­fäl­len so sehr abweicht, dass eine Straf­aus­set­zung der lebens­lan­gen Frei­heits­stra­fe zur Bewäh­rung nach Ablauf der Min­dest­ver­bü­ßungs­dau­er von fünf­zehn Jah­ren auch bei dann güns­ti­ger Täter­pro­gno­se unan­ge­mes­sen erscheint [1].

Beson­de­re Schwe­re der Schuld

Die Ent­schei­dung hat der Tatrich­ter ohne Bin­dung an begriff­li­che Vor­ga­ben im Wege einer zusam­men­fas­sen­den Wür­di­gung von Tat und Täter­per­sön­lich­keit zu tref­fen.

Dem Revi­si­ons­ge­richt ist eine ins Ein­zel­ne gehen­de Rich­tig­keits­kon­trol­le ver­sagt; es ist gehin­dert, sei­ne eige­ne Wer­tung an die Stel­le der tatrich­ter­li­chen Wer­tung zu set­zen [2]. Revi­si­ons­ge­richt­li­cher Kon­trol­le unter­liegt daher nur, ob der Tatrich­ter alle maß­geb­li­chen Umstän­de bedacht und gegen­ein­an­der abge­wo­gen hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Juni 2015 – 2 StR 422/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 23.01.2014 – 2 StR 637/​13, NStZ 2014, 212; Urteil vom 27.06.2012 – 2 StR 103/​12, NStZ-RR 2012, 339; BGH, Urteil vom 21.01.1993 – 4 StR 560/​92, BGHSt 39, 121, 125; BGH, Beschluss vom 22.11.1994 – GSSt 2/​94, BGHSt 40, 360, 370[]
  2. BGHSt 40, 360, 370; Urteil vom 08.09.2005 – 1 StR 159/​05, NStZ-RR 2006, 236, 237; Fischer, aaO, § 57a Rn. 27[]