Besondere Schwere der Schuld

Die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld setzt voraus, dass das gesamte Tatbild einschließlich der Täterpersönlichkeit von den erfahrungsgemäß gewöhnlich vorkommenden Mordfällen so sehr abweicht, dass eine Strafaussetzung der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung nach Ablauf der Mindestverbüßungsdauer von fünfzehn Jahren auch bei dann günstiger Täterprognose unangemessen erscheint1.

Besondere Schwere der Schuld

Die Entscheidung hat der Tatrichter ohne Bindung an begriffliche Vorgaben im Wege einer zusammenfassenden Würdigung von Tat und Täterpersönlichkeit zu treffen.

Dem Revisionsgericht ist eine ins Einzelne gehende Richtigkeitskontrolle versagt; es ist gehindert, seine eigene Wertung an die Stelle der tatrichterlichen Wertung zu setzen2. Revisionsgerichtlicher Kontrolle unterliegt daher nur, ob der Tatrichter alle maßgeblichen Umstände bedacht und gegeneinander abgewogen hat.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 3. Juni 2015 – 2 StR 422/14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 23.01.2014 – 2 StR 637/13, NStZ 2014, 212; Urteil vom 27.06.2012 – 2 StR 103/12, NStZ-RR 2012, 339; BGH, Urteil vom 21.01.1993 – 4 StR 560/92, BGHSt 39, 121, 125; BGH, Beschluss vom 22.11.1994 – GSSt 2/94, BGHSt 40, 360, 370[]
  2. BGHSt 40, 360, 370; Urteil vom 08.09.2005 – 1 StR 159/05, NStZ-RR 2006, 236, 237; Fischer, aaO, § 57a Rn. 27[]

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