Beson­ders schwe­re Brand­stif­tung – die sub­jek­ti­ve Sei­te

Die Straf­bar­keit wegen beson­ders schwe­rer Brand­stif­tung gemäß § 306b Abs. 2 Nr. 1 StGB setzt in sub­jek­ti­ver Hin­sicht vor­aus, dass der Täter hin­sicht­lich des Ein­tritts der kon­kre­ten Todes­ge­fahr vor­sätz­lich han­delt1.

Beson­ders schwe­re Brand­stif­tung – die sub­jek­ti­ve Sei­te

Erfor­der­lich ist, dass der Täter die für die kon­kre­te Todes­ge­fahr maß­geb­li­chen Umstän­de in ihrer gefahr­be­grün­den­den Bedeu­tung erkennt und sich im Sin­ne eines beding­ten Vor­sat­zes mit dem Ein­tritt der Gefah­ren­la­ge zumin­dest abfin­det2.

Im vor­lie­gen­den Fall hat­te das Land­ge­richt einer­seits fest­ge­stellt, dass der Ange­klag­te wuss­te, dass auf­grund der durch die Brand­le­gung zu erwar­ten­den Rauch­ent­wick­lung die Gefahr bestand, dass ande­re Haus­be­woh­ner in Lebens­ge­fahr gera­ten könn­ten. Ande­rer­seits hat es sich aber nicht davon über­zeu­gen kön­nen, dass der Ange­klag­te auch erkann­te, dass ande­re Per­so­nen tat­säch­lich kör­per­lich zu Scha­den oder gar zu Tode kom­men könn­ten. Damit ist ein auf die kon­kre­te Todes­ge­fahr des § 306b Abs. 2 Nr. 1 StGB bezo­ge­ner beding­ter Vor­satz nicht wider­spruchs­frei dar­ge­tan.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 31. Janu­ar 2019 – 4 StR 432/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.07.1999 – 4 StR 185/​99, NJW 1999, 3131, 3132; Beschluss vom 29.11.2012 – 3 StR 293/​12, NStZ-RR 2013, 137; vgl. Rad­tke in MKStGB aaO []
  2. vgl. Wolff aaO Rn. 17 []
  3. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 10.01.2018 XII ZB 451/​17 Fam­RZ 2018, 445 []