Beson­ders schwe­rer Fall – und das Regel­bei­spiel

Die für die Annah­me eines beson­ders schwe­ren Fal­les spre­chen­de Indi­zwir­kung eines Regel­bei­spiels kann im Ein­zel­fall durch ande­re, erheb­lich schuld­min­dern­de Umstän­de kom­pen­siert wer­den 1.

Beson­ders schwe­rer Fall – und das Regel­bei­spiel

Ins­be­son­de­re das Vor­lie­gen eines gesetz­lich ver­typ­ten Mil­de­rungs­grun­des, wie hier des Ver­suchs (vgl. § 23 Abs. 2 StGB), kann – gege­be­nen­falls in Zusam­men­schau mit wei­te­ren all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­den – hier­zu Anlass geben 2.

Dass die Straf­kam­mer dies bedacht hat, lässt sich den Urteils­grün­den nicht ent­neh­men. Hier­ge­gen spricht ins­be­son­de­re die wei­te­re wider­sprüch­li­che Bezeich­nung der Tat als – gesetz­lich nicht vor­ge­se­he­ner – min­der schwe­rer Fall.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. August 2015 – 3 StR 267/​15

  1. BGH, Urteil vom 09.05.2001 – 3 StR 36/​01 5[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 08.10.2008 – 4 StR 387/​08, NStZ-RR 2009, 9 mwN[]